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Aktuell Europa

Poroschenko sorgt sich um Verteidigungsfähigkeit der Ukraine

Gefährliche Abnutzungserscheinungen der ukrainischen Armee beklagt der Präsident des Landes. Zwei Drittel des militärischen Geräts wurden demnach im Kampf zerrieben. Jetzt will Poroschenko wieder aufrüsten.

Die ukrainischen Regierungstruppen haben im Verlauf ihrer Einsätze gegen die Separatisten im Osten des Landes schwere Verluste an Material erlitten. "Es wurde zwischen 60 und 65 Prozent der Militärtechnik zerstört", beschrieb Präsident Petro Poroschenko im ukrainischen Fernsehen die Verluste an Panzern und schwerem Gerät an der Frontlinie. Mit dem vereinbarten partiellen Rückzug der Kampftruppen beider Konfliktparteien und der Bildung von Pufferzonen habe die Ukraine jetzt die Gelegenheit, ihre Einheiten wieder aufzufrischen.

Waffen aus dem Westen

In dem Interview betonte Poroschenko, dass sein Land den Frieden brauche. Er selbst wolle alles unternehmen, um den vereinbarten Friedensplan umzusetzen. Aber das Land müsse "bereit sein, wenn der Friedensplan nicht funktioniert". Dazu müsse die Armee gestärkt werden, sagte der Präsident. Er verwies auf Zusagen über die Lieferung von militärischer Ausrüstung, die er zuvor bei seinen Besuchen in den USA und Kanada erhalten hatte.

Poroschenko betonte zugleich, dass der Konflikt mit den prorussischen Rebellen im Osten des Landes nicht militärisch gelöst werden könne. Je mehr ukrainische Streitkräfte dort stationiert würden, "desto mehr russische Truppen wird es dort geben", sagte er.

Neun-Punkte-Plan mit Pufferzone

Die ukrainische Regierung und die Rebellen hatten am 5. September einen Waffenstillstand vereinbart. Unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wurde das Abkommen am Wochenende durch einen Neun-Punkte-Plan ergänzt. Dieser sieht unter anderem die Einrichtung einer entmilitarisierten Pufferzone vor, in der keine Waffen oder Kampfverbände erlaubt sind.

Mehrere Stellungen der "Anti-Terror-Operation" sind nach ukrainischen Angaben auch am Wochenende beschossen worden. Ein Vertreter des nationalen Sicherheitsrats sprach von zwei getöteten Soldaten. Die seit zwei Wochen offiziell geltende Waffenruhe in den nicht anerkannten "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk hält Medienberichten zufolge im Großen und Ganzen. Allerdings kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, für die sich die Konfliktparteien gegenseitig die Schuld geben.

Marsch des Friedens in Moskau (Foto: DW/E.Vinogradov)

Nein zum Krieg: Demonstration in Moskau

Marsch des Friedens

Am Sonntag hatten in Moskau

zehntausende Menschen bei einem großen Friedensmarsch gegen die Ukraine-Politik von Kremlchef Wladimir Putin protestiert

. Unter einem extremen Polizeiaufgebot trugen die Demonstranten auch Schilder mit den Bildern und Namen von russischen Soldaten, die in der Ostukraine getötet wurden.

Es war die erste Großkundgebung von Kriegsgegnern in Russland seit Beginn der Kämpfe im Nachbarland. Die ukrainische Regierung und der Westen werfen der Regierung in Moskau vor, die prorussischen Separatisten in der Ukraine militärisch zu unterstützen. In den russischen Staatsmedien kommt diese Darstellung nicht vor.

jj/as (dpa, afp)