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Top-Thema – Podcast

Popmusik mit politischer Botschaft

Der israelische Sänger Aviv Geffen ist in einer Politiker- und Künstlerfamilie aufgewachsen. In seinen Texten geht es oft um politische Themen, und er setzt sich für den Frieden im Nahen Osten ein.‎ ‎‎

Aviv Geffen der die, mit einem Peace-Zeichen tätowierte, nackte Schulter zeigt

Er setzt sich für den Frieden ein: Aviv Geffen

In seiner Heimat Israel ist er schon lange ein Star, der große Konzerthallen füllt. Das bewegendste Konzert seines Lebens fand am 4. November 1995 Jahren bei einer politischen Veranstaltung in Tel Aviv statt: Der damalige Ministerpräsident Izchak Rabin hatte eine Rede für den Frieden gehalten. Nach seinem Konzert nimmt Rabin den Sänger in die Arme. Zehn Minuten später fallen Schüsse – Rabin wird ermordet. Für Geffen war das ein großer Schock.

Der Sänger ließ sich aber von dem schrecklichen Ereignis nicht entmutigen. Seitdem setzt er sich noch stärker für den Frieden ein und wird in seiner Heimat geliebt – und auch gehasst. Denn Geffen provoziert gerne. Meist ist er geschminkt, und in seinen Liedern wütet er gegen die Regierung und das Militär, gegen Drogen, Gewalt und die eigene Generation: "Alles ist so sinnentleert. Wir leben wie bei McDonald's: Alles ist schnell und billig."

In einem Song befürwortet er auch die Verweigerung des Kriegsdienstes. In einem Land, wo Soldaten wie Helden behandelt werden, ist das für viele eine Provokation. Geffen gibt sich selbstbewusst: "Dank meiner Lieder machen die Menschen sich Gedanken. Früher war es cool, ein Macho zu sein, mit Uniform und Gewehr. Inzwischen ist es okay, Gefühle zu zeigen oder homosexuell zu sein. Dazu habe ich viel beigetragen mit meinen Liedern."

Geffen fordert, dass Israel die besetzten Gebiete und Jerusalem zurückgibt – für viele Israelis indiskutabel. Aber Geffen glaubt, dass der Friede möglich ist: "Wenn ich in Deutschland bin", sagt er lächelnd, "gibt es überhaupt keine Probleme, obwohl ich ein Jude bin. Das hätte sich vor 60 Jahren auch keiner vorstellen können. Darum glaube ich auch, dass sich Israelis und Palästinenser irgendwann verstehen werden. Wir müssen."

Glossar

sich für etwas einsetzen – sehr viel tun, damit ein bestimmtes Ziel erreicht wird

Nahe Osten, der – das Gebiet östlich von Europa (z. B. Israel, Palästina, Iran, Irak usw.)

bewegend – hier: sehr emotional; so, dass es die Gefühle stark berührt

damalig –früher (Adjektiv)

es fallen Schüsse – jemand schießt mit einer Pistole o. Ä.

sich nicht entmutigen lassen – nicht den Mut verlieren

(jemanden) provozieren – Dinge tun oder sagen, die andere Menschen sehr ärgern (dazu: die Provokation)

gegen etwas wüten – hier: sehr negativ über etwas reden

Militär, das – die Soldaten eines Landes; die Armee

Generation, die – hier: eine Gruppe von Menschen, die ungefähr gleich alt sind

sinnentleert – ohne Sinn oder Bedeutung

befürworten – etwas gut finden; etwas unterstützen

Verweigerung des Kriegsdienstes – die Ablehnung, Soldat zu werden (dazu: der Kriegsdienstverweigerer)

er gibt sich selbstbewusst – er zeigt sich selbstbewusst; er zeigt Selbstbewusstsein

Macho, der – ein Mann, der seine Männlichkeit sehr betont

zu etwas beitragen – etwas für etwas tun

indiskutabel – so, dass man etwas stark ablehnt


Fragen zum Text

1. Die Ermordung von Izchak Rabin war für Aviv Geffen ein Grund, …

a) keine Konzerte mehr zu geben.

b) gegen Drogen zu wüten.

c) sich noch stärker für den Frieden einzusetzen.

2. Aviv Geffen provoziert die Menschen, …

a) weil er oft über Probleme in der Gesellschaft singt.

b) obwohl er sich schminkt.

c) denn er ist ein Macho.

3. Der Sänger befürwortet …

a) den Kriegsdienst und das Militär.

b) das Essen bei McDonald's.

c) die Rückgabe der besetzten Gebiete und Jerusalems.

4. Dank … machen sich Menschen mehr Gedanken.

a) seinen Text

b) seiner Texte

c) seine Texte

5. Wie kann man diesen Satz anders formulieren: "Geffen ist optimistisch*, was den Frieden im Nahen Osten betrifft."

a) Geffen gibt sich optimistisch, was den Frieden im Nahen Osten betrifft.

b) Geffen hält den Frieden im Nahen Osten für optimistisch.

c) Geffen glaubt nicht, dass es den Frieden im Nahen Osten bald geben wird.

*optimistisch – so, dass man glaubt, dass alles gut werden wird; so, dass man positiv über etwas denkt

Arbeitsauftrag:

Gibt es in Ihrem Land auch eine/n Künstler/in, der/die gerne provoziert? Mit welchen Themen provoziert er/sie, und was halten Sie von seiner/ihrer Arbeit? Befürworten Sie die Ansichten, oder finden Sie, dass er/sie übertreibt? Schreiben Sie einen kurzen Text über diesen Menschen und stellen Sie ihn im Kurs vor. Vielleicht finden Sie auch Bilder von ihm/ihr im Internet, die Sie zeigen können. Diskutieren Sie anschließend im Kurs, ob Künstler mit Provokation etwas erreichen können oder nicht.

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