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Musik

Popkomm 2011: Netzwerken für das Netz

Auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof öffnet die Musikmesse Popkomm ihre Tore. Rund 400 Aussteller aus 21 Ländern sind nach Berlin gekommen, um von hier aus den europäischen Musikmarkt zu erobern.

Frau an einem Stand der Popkomm-Ausstellung. Foto: Hannibal dpa/lbnnull

Seit ihrem Wechsel von Köln nach Berlin stand die Popkomm - einst die größte Musikmesse der Welt - unter keinem guten Stern. Nach der Krise der Musikindustrie Mitte des vorigen Jahrzehnts und der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 wurde die Veranstaltung im Jahr 2009 abgesagt, feierte aber im letzten Jahr als Teil der wieder auferstandenen Berlin Music Week ein Comeback. Die Popkomm ist wieder da, aber sie hat sich gewandelt: von der einst größten Musikmesse der Welt zum überschaubaren Business-Treff. 400 Aussteller aus den Bereichen Plattenlabels, Internetwirtschaft und Medien präsentieren sich an drei Tagen einem interessierten Fachpublikum. Im letzten Jahr waren es noch 470. Nein, die Krise der Musikindustrie ist längst nicht ausgestanden.

Popkomm-Besucherin mit Laptop, umgeben von CDs. Foto: Clemens Bilan/dapd

In der digitalen Welt haben CDs und Schallplatten zunehmend Nostalgiewert

Dennoch geben sich die Veranstalter zuversichtlich. Daniel Barkowski leitet die Popkomm seit 2009. Für ihn ist die Messe so wie die Industrie, die sie repräsentiert: Sie ist ständig im Wandel: "Wir müssen uns mit dem Markt verändern", sagt er. "So haben wir zum Beispiel das 'Networking_Gate' entwickelt. Hier hat man die Chance, die richtigen Leute für seine Geschäfte zu finden."

Das Netzwerken ist nach wie vor Kern der Musikmesse und konzentriert sich inzwischen komplett auf den virtuellen Raum. Wie Musik im Netz überleben kann, und wie man damit eventuell noch Geld verdienen kann, darum geht es in den Panels und Diskussionsveranstaltungen der Popkomm 2011.

Im Silent Disco Floor am Berliner Hauptbahnhof können Besucher über Kopfhörer Musik der beteiligten Labels und Verlage hören. Foto: Maja Hitij/dapd

Im "Silent Disco Floor" am Berliner Hauptbahnhof

Musikhauptstadt Berlin

Seit Jahren zieht es Künstler aus ganz Europa nach Berlin. Einmal wegen der kreativen Atmosphäre, dann aber auch wegen der Möglichkeit, hier als Künstler kostengünstig zu überleben. Für den Berliner Politiker Harald Wolf jedenfalls hat vor allem die kreative Musikszene der Hauptstadt großen Anteil am Erfolg der Musikmesse.

"Die Popkomm ist genauso wandlungsfähig und lebendig wie die Berliner Musikszene," erklärte er. "Die Kraft Berlins liegt in ihrer Fähigkeit sich zu verändern, und das gleiche könnte man auch über die Popkomm sagen."

Die Musik und das Netz

 

Das größte Ziel der Messe ist es laut der Veranstalter, eine Art Waffenstillstand zwischen den verfeindeten Parteien zu erreichen: zwischen denen, die sich "Music for free" auf die Fahnen geschrieben haben, und den Plattenfirmen und Verlegern, die darauf angewiesen sind mit Musik Geld zu verdienen.

Popkomm-Leiter Daniel Barkowski. Quelle: Gavin Blackburn, Musikredaktion

Popkomm-Leiter Daniel Barkowski

Die Förderung der Debatte zwischen analogen und digitalen Welten ist Daniel Barkowski ein großes Anliegen. Es ist zwar eine große Herausforderung, aber die Neue Popkomm kann das seiner Meinung nach leisten.

"Es muss darüber diskutiert werden. Immerhin, das Internet wird nicht einfach wieder verschwinden", sagte er. "Man kann also entweder mit dem Internet arbeiten oder versuchen es komplett zu ignorieren. Alles ändert sich schnell, wir müssen da mithalten und versuchen, digitale und analoge Welten miteinander zu verknüpfen."

Berlin Music Week

 

Dass Berlin das Zeug zur Musikhauptstadt hat, sieht man weniger an der Popkomm selbst, als am musikalischen Programm, das sich um die Messe rankt. Während der Berlin Music Week finden über 300 Veranstaltungen statt: Clubnächte, Konzerte, Bandpräsentationen und das Berlin Festival, das an zwei Tagen angesagte Acts aus Indie und Electro im Angebot hat.

Live-Auftritte sind ohnehin die Zukunft der Popmusik, denn, wie heißt es so schön: Konzerterlebnisse kann man nicht downloaden.

Autor: Gavin Blackburn / mb

Redaktion: Matthias Klaus

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