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Kultur

Pompeji macht wieder Schlagzeilen

Diesmal geht es nicht um Verfall, Korruption oder Mafia-Verbindungen, sondern um eine Neueröffnung. Nach langer Restaurierungszeit ist die Mysterienvilla in Pompeji wieder zugängig.

Im September 2012 war ein vier Meter langer Trägerbalken heruntergestüzt. Die Mysterienvilla ("Villa dei Misteri") ist eine antike Villenanlage, die vor allem für ihre Wandgemälde bekannt ist. Jetzt ist sie nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wieder eröffnet worden. "Wir schlagen heute hier in Pompeji eine neue Seite auf", teilte der italienische Kulturminister Dario Franceschini mit.

Satellitensystem gegen den Verfall

Viele Gebäude und Mauern in der Ruinenstadt Pompeji sind einsturzgefährdet. Deshalb wurde im Jahr 2013 ein Restaurierungsprogramm gestartet. Für die Sanierung investieren die Europäische Union und die italienische Regierung insgesamt 105 Millionen Euro. 2014 wurden Sensoren am Boden angebracht. Über

ein Satellitensystem

sollen so mögliche Einstürze frühzeitig erkannt werden. 98 Millionen Euro seien für langfristige Projekte verplant oder bereits ausgegeben, so Massimo Osanna, der wissenschaftliche Leiter der Ausgrabungsstätte. Die restlichen sieben Millionen Euro müssten noch bis Ende 2015 ausgegeben werden. Zuletzt kam es

Anfang Februar 2015 zu einem Erdrutsch

, bei dem Schlammmassen Teile der Ausgrabungsstätten verschütteten.

Ein Erdrutsch beschädigt am 4.2.2015 eine Mauer in Pompeji (Foto: EPA/CESARE ABBATE)

Im Februar 2015 beschädigte ein Erdrutsch eine Mauer in Pompeji

Betrug und Veruntreuung

Die berühmte Weltkulturerbestätte war in den letzten Jahren vor allem durch Skandale in die Schlagzeilen geraten. Marcello Fiori, der von 2008 bis 2010 Manager der Ausgrabungsstätte war, werden Betrug und Veruntreuung von Geldern vorgeworfen. Er soll ein antikes Theater nicht nach archäologischen Standards restauriert haben und den Auftrag überteuert und ohne offene Ausschreibung vergeben haben. Außerdem ließ er für 102.963 Euro die damals in Pompeji streunenden Hunde zählen - ohne wissenschaftliche Konsequenzen.

Von Lava verschüttet

Die Städte Pompeji, Herculaneum, Oplontis und Stabiae wurden 79 n. Chr. beim Ausbruch des Vulkans Vesuv komplett unter Asche und flüssigem Gestein begraben. Dadurch wurden die Überreste der Siedlungen für die Nachwelt konserviert und geben heute einen genauen Eindruck vom römischen Leben. Die Stätten von Pompeji sind eine der beliebtesten Touristenattraktionen Italiens. Jährlich wird die antike Stadt von 2,6 Millionen Menschen besucht.

hjh/ld (dpa,kna)

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