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Ostmitteleuropa

Polnische Regierung erwartet in diesem Jahr Arbeitslosenrate von zwanzig Prozent

- Im Herbst werden sich 500 000 junge Leute bei den Arbeitsämtern melden

Krakau, 5.3.2002, DZIENNIK POLSKI, poln.

"Die Arbeitslosenrate könnte im Herbst dieses Jahres auf 19,7 Prozent bis 19,9 Prozent steigen, und zwar nachdem sich die diesjährigen Schulabsolventen bei den Arbeitsämtern gemeldet haben", sagte gestern (4.3.) Jerzy Hausner, der polnische Arbeitsminister und fügte hinzu: "Die Wirtschaftskonjunktur sinkt weiter und es gibt keine Anzeichen für eine Kehrtwende in dieser Entwicklung. Das bedeutet, dass die Prognosen über das Ausmaß der Arbeitslosigkeit, die letzte Woche den Palamentsabgeordneten vorgestellt wurden, leider durchaus real sind."

Die Regierung erwartet, dass sich etwa 500 000 junge Leute als Arbeitsuchende melden werden. "Auch wenn das BIP um ein Prozent wachsen sollte, wird es schwierig werden, die Arbeitslosigkeit einzudämmen. Die Regierung möchte nicht zulassen, dass sich die düstersten Prognosen erfüllen. Aus diesem Grunde ist es notwendig, der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Dazu müssen neue Arbeitsplätze entstehen und ein Hilfsprogramm für die Absolventen gestartet werden", betonte Jerzy Hausner.

Der Arbeitsminister teilte außerdem mit, dass die Regierung für diesen Zweck zusätzlich 500 Millionen Zloty aus den Staatsreserven sowie Hilfsmittel der Europäischen Union einsetzen will. "Die Regierung zieht unter anderem Einschränkungen bei der Beschäftigung von Rentnern in Betracht, um die freien Stellen Arbeitsuchenden zur Verfügung zu stellen", fügte Jerzy Hausner hinzu.

Die Arbeitslosenrate im Januar d.J. betrug 18 Prozent. Ende Dezember 2001 belief sie sich auf 17,4 Prozent. Nach Meinung des Arbeitsministers gehören die Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den Arbeitgebern und der Versicherungsanstalt ZUS zu den wichtigsten Problemen, die von den Arbeitgebern gemeldet werden. Dazu gehören unter anderem die zu hohen Abgaben und zu viel Bürokratie.

"Ich spreche mich für eine Vereinfachung der Zahlungen an die ZUS aus und unter anderem für die Einführung von Abrechnungen einmal pro Quartal. Ich betone jedoch, dass dies erst nach der Beendigung der Arbeiten geschehen kann, die mit der Installation neuer EDV-Systeme bei der Versicherungsanstalt ZUS verbunden sind", bemerkte Jerzy Hausner.

Die Firma Prokom ist mit der Installierung eines komplexen EDV-Systems bei der Versicherungsanstalt ZUS beauftragt worden. (...) Nach dem ersten Vertrag zwischen der Versicherungsanstalt ZUS und der Firma Prokom, der 1997 geschlossen wurde, sollten sich die Kosten für das neue EDV-System auf 637 Millionen Zloty belaufen. Im letzten Jahr wurden dann drei zusätzliche Verträge geschlossen und die Summe wurde um weitere 195 Millionen Zloty erhöht. Bisher wurden jedoch nur 60 Prozent der Gesamtsumme an die Firma Prokom überwiesen.

Die Versicherungsanstalt ZUS wurde verpflichtet, bis Mitte März beim Arbeitsministerium einen Entwurf für die Vereinfachung der Zahlungsprozeduren vorzulegen. (...) (Sta)

  • Datum 06.03.2002
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1xh1
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