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Ostmitteleuropa

Polnisch-deutsche Beziehungen sind kühler geworden

– Polens früherer Außenminister Bartoszewski macht dafür Politiker und Medien verantwortlich

Warschau, 8.5.2003, IAR- Nachrichtenagentur des Polnischen Hörfunks, poln.

(...) Der polnische Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski behauptet, dass er sehr wohl den deutschen Verteidigungsminister Peter Struck über seine Absicht, deutsche und dänische Offiziere an der Mission im Irak zu beteiligen, schon am Sonntag (4.5.) unterrichtet habe. Peter Struck dagegen behauptet, davon erst am Montag (5.5.) erfahren zu haben. (...)

Nach Meinung von Wladyslaw Bartoszewski, des ehemaligen polnischen Außenministers, war das Angebot Polens, polnische, deutsche und dänische Soldaten in den Irak zu entsenden, eine "logische Konsequenz unserer Öffnung für die Zusammenarbeit mit den Deutschen". "Wenn die deutsche Regierung aber eine andere Ansicht vertritt, so ist das eine Angelegenheit der deutschen Regierung", betonte Wladyslaw Bartoszewski und fügte hinzu: " Ich fürchte, dass ein Nein zu dem polnischen Angebot seltsame Reaktionen bei manchen hervorrufen kann."

Auf die Frage, ob die polnisch-deutschen Beziehungen unter dieser Angelegenheit leiden werden, antwortete er, dass die Beziehungen bereits durch die Äußerungen mancher Politiker und Medien kühler wurden. In dieser Debatte über Irak gebe es aber durchaus vernünftige und kluge Stimmen und Einstellungen.

Stanislaw Stomma, ein ehemaliger Senatsabgeordneter, sagte, dass ihn diese ganze Situation traurig stimme, aber er hoffe, dass es sich dabei nur um vorübergehende, durch verschiedene Ambitionen hervorgerufene Unstimmigkeiten handele. Ferner betonte er, dass die polnische Diplomatie um jeden Pries Ruhe bewahren müsse und den alten Weg weiter verfolgen solle, sich dem vereinigten Europa zu nähern. Dazu gehöre natürlich eine Übereinstimmung mit den Deutschen.

Artur Hajnicz, Mitglied des Euroatlantischen Bündnisses, äußerte die Befürchtung, dass Polen erneut, wie schon bei dem "Brief der Acht" vor dem Irakkrieg, die eigenen Partner vor vollendete Tatsachen gestellt habe. Er betonte, dass es trotz guter Absichten aufgrund des Mangels an vorheriger Abstimmung zu solchen Schwierigkeiten kommen musste. (Sta)

  • Datum 08.05.2003
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