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Aktuell Amerika

Polizisten nach Unruhen in Mexiko festgenommen

Im mexikanischen Bundesstaat Guerrero ist die Gewalt seit langem blutiger Alltag. Nach schweren Ausschreitungen am Wochenende werden 57 Studenten vermisst. Nun ist die Polizei ins Visier der Ermittler geraten.

22 Polizisten sind nach einer Welle der Gewalt mit mehreren Toten festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft im mexikanischen Bundesstaat Guerrero wirft ihnen unter anderem vor, in der Stadt Iguala auf Studenten geschossen zu haben, die am vergangenen Wochenende für eine Protestaktion drei Busse in ihre Gewalt gebracht haben sollen.

Bei den Ausschreitungen waren sechs Menschen getötet worden, darunter drei Studenten. 17 Personen wurden verletzt. Später hatten Unbekannte auf Busse und Autos geschossen. Zudem war die Leiche eines jungen Mannes gefunden worden, dem die Haut abgezogen worden war.

Überzogene Reaktion

Die festgenommenen Polizisten hätten mit unverhältnismäßiger Gewalt reagiert, als sie gegen die Studenten vorgingen, sagte der örtliche Staatsanwalt Iñaky Blanco. "Es gab keine Rechtfertigung dafür, Schusswaffen einzusetzen. Ich gehe davon aus, dass das strafrechtliche Konsequenzen haben wird." Die festgenommenen Polizisten wurden in die Hafenstadt Acapulco gebracht. Die Sicherheitsbehörden befürchteten, Angehörige könnten versuchen, sie zu befreien.

Studenten verlangen Aufklärung

Aus Protest gegen den Polizeieinsatz gingen am Montag Tausende Studenten auf die Straße. Sie forderten außerdem Aufklärung über das Schicksal von 57 Kommilitonen, die seit dem umstrittenen Polizeieinsatz vom Wochenende vermisst werden. Es gebe Hinweise, dass die festgenommenen Polizisten auch in das Verschwinden der Studenten verwickelt seien, sagte Staatsanwalt Blanco. Für die anderen Angriffe seien möglicherweise kriminelle Organisationen verantwortlich.

Junge Menschen mit Kerzen (Foto: Reuters)

Mit einer Lichterprozession machen Studenden auf das Schicksal ihrer vermissten Kommilitonen aufmerksam

Die Demonstranten zogen am Montag durch die Provinzhauptstadt Chilpancingo, griffen das Regionalparlament an und warfen Steine sowie Brandsätze (Artikelbild). Zudem sprühten sie Graffiti an die Wände wie "Massaker von Iguala - Kein Vergessen, keine Vergebung", wie die lokale Medien berichten.

Bundespolizei und Militär im Einsatz

In Iguala, rund 185 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt, sollen nun bis auf Weiteres Bundespolizisten und das Militär für die Sicherheit der 140.000 Einwohner sorgen. Es würden gemeinsame Kontrollposten eingerichtet und Patrouillen eingesetzt, teilte die Regionalregierung mit.

Guerrero gilt als der gefährlichste Bundesstaat Mexikos. Mit 61,59 Morden je 100.000 Einwohnern liegt die von der Drogenkriminalität erschütterte Region, in der sich auch der beliebte Ferienort Acapulco befindet, weit vor den Rauschgifthochburgen Sinaloa, Michoacán und Tamaulipas.

uh/sp (dpa, afp)

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