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Aktuell Afrika

Polizeiwillkür führt in Ägypten zu Minister-Rücktritt

Nach den jüngsten Gewaltexzessen der Polizei in Ägypten geraten Präsident Mursi und seine Regierung zunehmend unter Druck. Mursis Kulturminister zog nun die Konsequenzen. Er will der Regierung nicht länger angehören.

Der ägyptische Kulturminister Saber Arab hat seinen Rücktritt angekündigt. Ein Regierungssprecher in Kairo sagte dem Nachrichtenportal "Ahram Online", eine offizielle Begründung habe der Minister nicht abgegeben. Er sei jedoch sehr verärgert wegen eines Angriffs der Polizei auf einen Demonstranten vor dem Präsidentenpalast am vergangenen Freitag.

Saber Arab (Foto: picture alliance)

Rücktritt: Saber Arab

Der 50-jährige Familienvater war von einer Gruppe von Polizisten mit Knüppeln verprügelt worden. Auch wurden dem Mann die Kleider vom Leib gerissen, ehe er nackt zu einem Transporter geschleift wurde. Der Vorfall ist auf einem Video festgehalten, das in den vergangenen Tagen in ganz Ägypten für Empörung sorgte. Ministerpräsident Hischam Kandil soll versucht haben, den Kulturminister von seinem Rücktritt abzubringen - offensichtlich vergebens.

Zu Tode gefoltert?

Die jüngsten Krawalle in Ägypten forderten unterdessen zwei weitere Todesopfer. Lokale Medien berichteten, der 28 Jahre alte Aktivist Mohammed al-Guindi sei in einem Kairoer Krankenhaus an den Folgen schwerer Misshandlungen gestorben. Er gehörte der Volksbewegung des ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Hamdien Sabahi an. Al-Guindi war während der Proteste gegen die islamistische Regierung am zweiten Jahrestag der gegen Ex-Machthaber Husni Mubarak gerichteten "Revolution des 25. Januar" mit einem Polizeioffizier aneinandergeraten. Er verschwand und soll später in ein Gefängnis der Ordnungspolizei gebracht worden sein. Vor einer Woche tauchte er dann in dem Krankenhaus auf. Das Innenministerium gab an, er habe einen Autounfall gehabt.

Amr Saad, ein weiteres Mitglied der Bewegung, starb laut Medien-Berichten an den Folgen einer Schussverletzung. Diese hatte sich der 20-Jährige bei einer Straßenschlacht zwischen Demonstranten und der Polizei vor dem Präsidentenpalast zugezogen. Seit dem zweiten "Revolutionsjubiläum" seien damit insgesamt schon mindestens 55 Menschen bei Krawallen getötet worden, heißt es.

wa/se (dpa, afp, ap)

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