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Aktuell Asien

Polizei zerstört Barrikaden von Demonstranten

Bei den prodemokratischen Protesten in Hongkong beseitigt die Polizei Barrikaden der Demonstranten. Doch die errichten die Barrikaden neu und wollen sich nicht von den Straßen verdrängen lassen.

Rund 150 Beamte waren auf dem zentralen Platz im Geschäftsviertel Causeway Bay im Einsatz, um dort die Absperrungen wegzuschaffen. Mit Kettensägen zerlegten sie Sperren aus Bambus und Holzpaletten, damit sie die Straßen für den Verkehr wieder freigeben können. Zu Auseinandersetzungen kam es nicht. Der begrenzte Polizeieinsatz auf der Insel Hongkong richtete sich aber nicht gegen das dortige Zeltlager der Demonstranten.

Während in Causeway Bay und im belebten Geschäftsviertel Mong Kok auf der gegenüberliegenden Halbinsel Kowloon nur noch einige Dutzend Demonstranten campiert hatten, waren es am Hauptprotestort im zentralen Geschäftsviertel Admiralty einige hundert Aktivisten.

Am Montag hatte die Polizei bereits die Barrikaden dort abgebaut. Dabei kam es zu chaotischen Szenen; Beamte, Protestierende und Gegendemonstranten standen sich gegenüber.

Vermummte Männer

versuchten, Barrikaden niederzureißen. Bei den Auseinandersetzungen zwischen den offensichtlich organisierten Protestgegnern und friedlichen Demonstranten gab es drei Festnahmen. Da die Aktivisten weitere Angriffe befürchten, bauten sie Barrikaden unter anderem mit Bambus und Beton wieder auf.

Spannungen sind weiterhin zu erwarten

Taxifahrer, die mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes wegen der Proteste verloren haben, hatten angekündigt, die Barrikaden einzureißen, sollten die Demonstranten die Straßen bis Dienstag nicht räumen.

Die Proteste in der früheren britischen Kronkolonie, die seit 1997 als autonom regierte Sonderverwaltungsregion zu China gehört, dauern seit mehr als zwei Wochen an. Auslöser waren Beschlüsse Pekings, 2017 zwar erstmals eine direkte Wahl des Regierungschefs in Hongkong zu erlauben, den Wählern aber eine freie Nominierung der Kandidaten zu verweigern. Die Demonstranten fordern mehr Demokratie. Die Protestgegner beklagen die Behinderungen durch Straßenblockaden und stellen sich hinter die loyal zu Peking stehende Regierung.

Pab/wl (dpa, afp)

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