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Katastrophe im Grenfell Tower

Polizei: Zahl der Toten nach Hochhausbrand in London auf zwölf gestiegen

Erst die Terrorserie, dann das Flammenmeer mitten in London: Erneut macht sich Entsetzen breit in der britischen Hauptstadt. Die Polizei rechnet nicht mehr damit, in dem ausgebrannten Hochhaus noch Überlebende zu finden.

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Tote bei Großfeuer in Londoner Hochhaus

Bei dem Großbrand in einem Hochhaus im Westen Londons sind nach jüngsten Angaben mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Die Opferzahl könne sich aber weiter erhöhen, da mehrere Bewohner noch vermisst würden, sagte ein Polizeisprecher am Abend. 79 Menschen werden in Krankenhäusern der britischen Hauptstadt behandelt, 20 Verletzte sind noch in einem kritischen Zustand. Der Rettungseinsatz wird nach Angaben der Polizei mehrere Tage dauern. Die Ursache des Brands war zunächst unklar. Scotland Yard mühte sich zu versichern, dass es sich nicht um einen Terroranschlag handele.

Feuerwehr: Gebäude nicht einsturzgefährdet

Medienberichten zufolge sollen sich bis zu 600 Menschen in dem Sozialbau befunden haben, als das Feuer in der Nacht ausbrach. Am frühen Mittwochmorgen stand das Gebäude mit mehr als 20 Stockwerken noch lichterloh in Flammen. Trotz der Katastrophe ist es nach Angaben der Feuerwehr nicht einsturzgefährdet. Spezialisten hätten den Bau untersucht und für sicher befunden, teilten die Brandschützer am Mittwochabend mit. Es bestehe keine Gefahr für die Feuerwehrleute, die noch mit Löscharbeiten beschäftigt waren. Ein Sprecher hatte zuvor mitgeteilt, dass die Feuerwehr auch über Nacht im Einsatz bleibe.

UK Mindestens sechs Tote und dutzende Verletzte bei Hochhausbrand in London (Getty Images/AFP/D. Leal-Olivas)

Schwieriger Einsatz: Bei manch einem der Helfer macht sich Verzweiflung breit

 

Augenzeugen hatten in der Nacht auf Twitter von Schreien berichtet. Menschen seien aus dem brennenden Gebäude gesprungen. Trümmerteile flogen aus dem Gebäude, wie ein dpa-Reporter berichtete. Hin und wieder knallte es in dem Gebäude. Die Polizei riegelte alle Wege hermetisch und weiträumig ab. Einwohner wurden gebeten, die Gegend nordwestlich vom Hyde Park zu meiden.

Premierministerin Theresa May zeigte sich nach eigenen Worten "tief betroffen von den tragischen Todesfällen". Sie kündigte eine sorgfältige Untersuchung der Katastrophe an. "Wenn die Lage sicher ist und es möglich ist, die Brandursache zu finden, wird es eine Untersuchung geben, und wenn es Lehren daraus zu ziehen gibt, werden diese gezogen und entsprechende Maßnahmen getroffen", so May.

Die Bundesregierung würdigte den Kampf der Rettungskräfte gegen die Flammen. "Es ist heroisch, wie die Feuerwehr gegen den Brand um das Leben der Menschen, die sich noch in dem Haus befinden, kämpft", sagte eine Regierungssprecherin in Berlin.

Mängel beim Brandschutz? 

Das Gebäude wurde 1974 erbaut und war von 2014 bis 2016 saniert worden. Bewohner des Hochhauses hatten sich bereits mehrfach über unzureichenden Brandschutz beschwert. Die Baufirma Rydon reagierte schockiert auf den Hochhausbrand. Sie war für die Sanierung des 24-stöckigen Grenfell Towers zuständig. Alle erforderlichen Kontrollen, Bestimmungen im Brandschutz und die sonstigen Sicherheitsstandards seien eingehalten worden, teilte die Firma mit.

Bürgermeister Sadiq Khan versprach umfassende Aufklärung. "Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden." 

UK Mindestens sechs Tote und dutzende Verletzte bei Hochhausbrand in London (Reuters/T. Melville)

Gehen an die Grenze ihrer Kräfte: Feuerwehrleute in London

Die Einsatzkräfte waren nach eigenen Angaben innerhalb von sechs Minuten am Ort des Geschehens. Der erste Notruf sei um 00.54 Uhr (Ortszeit) eingegangen, hieß es in einem Statement der Feuerwehr. Die Crews arbeiteten "unter extrem schwierigen Bedingungen, um Menschen zu retten und den Großbrand unter Kontrolle zu bekommen". Im Einsatz waren den Angaben nach 200 Feuerwehrkräfte und 40 Löschfahrzeuge. In den Flammen wurden auch mehrere Feuerwehrleute verletzt.

SC/sti (rtre, APE, dpa)

 

 

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