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Aktuell Asien

Polizei will durchgreifen

Nach der Mordanklage gegen die mutmaßlichen Peiniger des indischen Vergewaltigungsopfers will die Regierung Gewalt gegen Frauen "mit eiserner Hand" bekämpfen. Die Zahl der Polizistinnen soll steigen.

Indische Polizisten hinter einer Barrikade während der Proteste nach der Vergewaltigung (Foto: AFP/Getty Images)

Symbolbild Polizeistreife in Neu Delhi

"Es ist schlicht inakzeptabel, dass Frauen in unserer Gesellschaft in Angst und Sorge leben müssen", sagte Innenminister Sushil Kumar Shinde in Neu Delhi vor Polizeichefs aus ganz Indien. Verbrechen wie die Vergewaltigung der 23-jährigen Studentin, die vor knapp einer Woche ihren Verletzungen erlegen war, seien "für unsere Demokratie nicht hinnehmbar. Das muss mit einer eisernen Hand eingeschränkt werden", betonte Shinde.

Er werde das gesamte Justiz- und Polizeisystem "auf den Prüfstand" stellen, kündigte der Innenminister weiter an. Die Verfolgung von Missbrauchsfällen dürfe nicht länger verschleppt werden. Der Polizei wird von Kritikern vorgeworfen, bei der grassierenden Gewalt gegen Frauen die Täter oft nicht mit dem nötigen Nachdruck zu verfolgen. In Indien wird im Schnitt alle 20 Minuten eine Vergewaltigung gemeldet.

Vorwürfe des Freundes

Auch der Freund der vergewaltigten Studentin, der den Angriff mit Verletzungen überlebt hatte, kritisierte die Polizei: Erst zwei Stunden nach dem Eintreffen der Polizei sei seine Freundin ins Krankenhaus gebracht worden, sagte er dem Nachrichtensender Zee News. Statt sofort zu helfen, habe die Polizei wertvolle Zeit damit verschwendet zu klären, welches Revier zuständig ist.

Als erste konkrete Maßnahme zur Verbesserung der Situation wird in Neu Delhi nun die Zahl der Polizistinnen erhöht, um Frauen eine Anlaufstelle für das Anzeigen von Straftaten zu bieten. Nach einer Anordnung des Innenministeriums muss es künftig in allen 180 Polizeistationen der Hauptstadt weibliche Diensthabende geben.

Schnellprozess gegen mutmaßliche Täter

Video ansehen 01:18

Indien: Vergewaltigern droht Todesstrafe

Gegen fünf der mutmaßlichen Vergewaltiger der 23-jährigen Studentin wurde am Donnerstag in Neu Delhi Anklage erhoben. Der Prozess soll am Samstag an ein Schnellgericht übergeben werden. Den Beschuldigten droht die Todesstrafe. Ein sechster Verdächtiger muss sich voraussichtlich vor einem Jugendgericht verantworten.

Den Männern wird vorgeworfen, die junge Frau in einem Bus brutal vergewaltigt und grausam misshandelt zu haben. Nach einem fast zweiwöchigen Kampf ums Überleben war die Studentin in einer Spezialklinik in Hongkong ihren Verletzungen erlegen. Der Fall löste in ganz Indien einen Sturm der Entrüstung aus. Tausende Menschen gingen in zahlreichen Städten auf die Straße und forderten von der Regierung einen besseren Schutz für Frauen.

wl/mak (afp, dpa, dapd, kann, rtr)

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