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Vermutlich islamistischer Hintergrund

Polizei verhindert Anschlag in Essen

Die Polizei hat nach eigener Einschätzung einen Terroranschlag an diesem Samstag in einem Essener Einkaufszentrum verhindert. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" soll mit der geplanten Attacke in Verbindung stehen.

Polizisten vor dem Einkaufzentrum am Limbecker Platz in Essen (Reuters/T. Schmuelgen)

Das Einkaufzentrum am Limbecker Platz in Essen

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll ein deutscher IS-Kämpfer, der aus Oberhausen stammt, über einen besonderen Chat aus Syrien gleich mehreren Personen im Ruhrgebiet den Auftrag für den Anschlag erteilt haben. Dabei habe er die Bauanleitung für eine Bombe gleich mitgeschickt. Der Mann habe im Auftrag der IS-Führung gehandelt.

"Bild" beruft sich dabei auf Informationen von Verfassungsschutzbehörden. Auch der WDR berichtete über einen Auftraggeber mit IS-Bezug. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) aus Sicherheitskreisen gewann das Bundesamt für Verfassungsschutz den ersten Hinweis auf das Bedrohungsszenario aus eigenen Quellen. Dabei soll es um abgehörte elektronische Kommunikation gehen. Es habe ganz konkrete Hinweise gegeben, dass der Anschlag auf das Einkaufszentrum am Limbecker Platz an diesem Samstag habe stattfinden sollen, sagte ein Polizeisprecher der dpa. Wie er verübt werden sollte, dazu hat die Polizei demnach noch keine Erkenntnisse.

Polizisten starten die Durchsuchung des Shopping-Centers (picture alliance/dpa/B. Thissen)

Polizisten starten die Durchsuchung des Shopping-Centers

Einkaufszentrum in Essen geschlossen

Nach dem Terrorhinweis hatte die Polizei am Morgen die Öffnung des Einkaufszentrums gestoppt und den Gebäudekomplex durchsucht. Um eine Gefährdung der Besucher auszuschließen, blieben die Verkaufshallen und die Parkgarage den ganzen Tag über geschlossen. Die Shoppingmeile zählt zu den größten innerstädtischen Einkaufszentren in Deutschland.

Festnahme von zwei Verdächtigen in Oberhausen

Im Zusammenhang mit der Terrordrohung nahm die Polizei zwei Männer in Oberhausen fest. Beide sollten vernommen und ihre Wohnungen durchsucht werden, hieß es. Die Sicherheitskräfte verstärkten daraufhin auch ihre Präsenz am Oberhausener Einkaufszentrum Centro. Die Polizei stellte aber auch klar: "Momentan gibt es KEINE konkreten Hinweise auf einen geplanten Anschlag am Centro."   

In der Ruhrgebietsmetropole Essen war vor knapp einem Jahr ein Terroranschlag verübt worden. Im April 2016 hatten in Essen zwei muslimische Jugendliche eine Bombe auf ein Gebetshaus der Sikhs geworfen, während dort eine Hochzeit gefeiert wurde. Bei der Explosion wurden drei Menschen verletzt. Anfang Dezember begann der Prozess gegen die damals 16 Jahre alten Täter und einen Komplizen. Laut Anklageschrift hatten sie die Sikhs als Ungläubige betrachtet.

Schon häufiger Terrorwarnungen

In jüngster Vergangenheit waren in Deutschland mehrfach öffentliche Gebäude nach Terrorhinweisen gesperrt worden. So wurde im November 2015 das Fußball-Länderspiel Deutschland-Niederlande in Hannover kurz vor Anpfiff abgesagt. An Silvester 2015 wurde der Münchner Hauptbahnhof nach einer Terrorwarnung geräumt. Vor zwei Jahren fiel der Karnevalsumzug in Braunschweig wegen akuter Terrorgefahr aus.

wl/sti (dpa, afp)