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Aktuell Deutschland

Polizei vereitelt Anschlag in Hessen

In Hessen ist ein Paar festgenommen worden, weil die Polizei in seiner Wohnung eine selbst gebaute Bombe und noch andere Waffen fand. Die Behörden sprechen vom Verdacht eines islamistischen Hintergrunds.

Polizisten bei der Durchsuchung des Waldstücks nahe von Oberursel, das die Festgenommenen ausgekundschaftet haben sollen (Foto: Reuters/R. Orlowski)

Polizisten durchsuchen das Waldstück nahe von Oberursel, das die Festgenommenen ausgekundschaftet haben sollen

Hessische Sicherheitsbehörden haben möglicherweise ein am 1. Mai geplantes islamistisches Attentat verhindert. Zwei Verdächtige seien in der Nacht festgenommen worden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt mit. In ihrer Wohnung sei eine funktionsfähige Rohrbombe gefunden worden. Es sei unklar, ob der Sprengkörper bei einem Radrennen rund um die Mainmetropole am Freitag gezündet werden sollte.

Anschlag auf Radrennen?

Einem Bericht der Zeitung "Die Welt" zufolge wurde einer der Verdächtigen beim Auskundschaften eines Waldstücks an der Strecke des traditionellen Radrennens "Rund um den Finanzplatz Frankfurt" beobachtet. Daraufhin hätten sich die Ermittler zum Zugriff auf das seit längerem observierte Duo entschlossen. Ein Spezialeinsatzkommando habe die Verdächtigen festgenommen.

Inzwischen wurde das für Freitag geplante Profi-Radrennen abgesagt. Diese Entscheidung traf das hessische Landeskriminalamt am Donnerstagabend. Zur Begründung nannte es Hinweise auf eine eventuelle Gefährdung der Bevölkerung. Das traditionsreiche Rennen durch die Taunusberge sollte um 12.00 Uhr gestartet werden und über 206,9 Kilometer führen. Zum Favoritenkreis zählte der deutsche Radprofi John Degenkolb, der in Frankfurt 2011 gewonnen hatte.

Nach Angaben des Chefs der Innenministerkonferenz der Länder, Roger Lewentz, ist mit der Polizeiaktion ein Terroranschlag vereitelt worden. "Gratulation nach Hessen", sagte der rheinland-pfälzische Innenminister in Mainz. Sein hesssischer Kollege Peter Beuth ergänzte, es gebe den Verdacht eines salafistischen Hintergrunds. "Die Welt" berichtete, einer der Festgenommenen habe Kontakte in die salafistische Szene in Frankfurt am Main und zum Islamisten-Netzwerk Al-Kaida gehabt

Ein Experte der Spurensicherung vor dem Haus im hesssichen Oberursel, wo die Waffen gefunden worden waren (Foto: picture-alliance/dpa/Boris Roessler)

Ein Experte der Spurensicherung vor dem Haus im hessischen Oberursel, wo die Bombe gefunden worden war

Drei Liter Wasserstoffperoxid im Baumarkt gekauft

Festgenommen wurden nach den weiteren Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft ein 35 Jahre alter Mann und eine 34 Jahre alte Frau. Der Mann sei deutscher Staatsbürger mit türkischen Wurzeln, die Frau Türkin. Beide schweigen demnach. In der Wohnung seien unter anderem auch ein Gewehr und scharfe Munition gefunden worden, hieß es. Der Mann habe vor Jahren Verbindung zu der Sauerland-Gruppe gehabt, die 2007 Anschläge geplant hatte.

Die Behörden waren auf das Paar aufmerksam geworden, nachdem die Frau unter falschem Namen drei Liter Wasserstoffperoxid in einem Baumarkt gekauft hatte. Dieser Stoff ist zum Bombenbau geeignet.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière lobte unterdessen den Polizeieinsatz. "Die heutige Festnahme in Hessen ist Beleg für die effektive Arbeit der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern", erklärte de Maizière. Das Vorgehen zeige: "Wir sind wachsam und wir sind wehrhaft."

sti/kle (afp, dpa, epd, rtr, Die Welt)

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