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Aktuell Amerika

Polizei tötet nach Schießerei in Kalifornien mutmaßliche Täter

Terroranschlag oder Amoklauf? Nach dem Blutbad von San Bernardino mit 14 Opfern rätseln Ermittler über die Motive der Täter. Eine Ursache der Tat liegt für US-Präsident Obama allerdings schon jetzt auf der Hand.

Eine Frau im Inland Regional Center wird getröstet (Foto: AP)

Eine Frau im Inland Regional Center wird getröstet

Nach der Gewalttat in einer Sozialeinrichtung im US-Bundesstaat Kalifornien sind zwei Verdächtige getötet worden. Bei ihnen handele es sich um einen Mann und eine Frau, sagte der Polizeichef der Stadt San Bernardino, Jarrod Burguan.

Die beiden Schützen - nach Berichten der New York Times ein Ehepaar - hatten am Mittwochvormittag das Feuer eröffnet, als sich mindestens hundert Mitarbeiter der Kreisverwaltung in einem Saal versammelt hatten. Die Täter trugen paramilitärische Kleidung und waren mit Sturmgewehren und Handfeuerwaffen ausgerüstet. Nach der Schießerei ergriffen sie in einem schwarzen Sportgeländewagen die Flucht. Mindestens 14 Menschen starben, 17 weitere wurden verletzt. Ein erster Verdacht auf Sprengstoff in dem Gebäude schien sich nach dem Einsatz eines Roboters zur Bombenentschärfung nicht zu bestätigen.

Spezialkräfte nach der Tat in der Nähe der Einrichtung (Foto: dpa)

Spezialkräfte nach der Tat in der Nähe der Einrichtung

Spezialkräfte stoppten und beschossen den Geländewagen nach einer Verfolgungsjagd. Bei dem Schusswechsel wurden die beiden Verdächtigen getötet, ein Polizist wurde verletzt. Lebensgefahr bestand für ihn nach Polizeiangaben nicht. TV-Sender zeigten Luftaufnahmen des Wagens, Scheiben und Reifen waren zerschossen. Spezialeinheiten hatten sich dem mutmaßlichen Fluchtauto vorsichtig mit gepanzerten Wagen genähert. Weitere Kräfte durchsuchten umliegende Häuser, Gärten und Autos mit Hunden. San Bernardino liegt östlich von Los Angeles. Die Bundespolizei FBI und Spezialeinheiten durchsuchten zudem eine Wohnung in Redlands, einem Vorort der Stadt.

Ein Verdächtiger identifziert

Laut Medienberichten soll es sich bei den mutmaßlichen Tätern um einen 28-jährigen US-Bürger aus San Bernardino und seine 27-jährige Partnerin handeln. Der 28-Jährige arbeitete bei den Gesundheitsbehörden, die die Feier in der Sozialeinrichtung für Behinderte abhielten, berichtete die "Los Angeles Times".

US-Präsident Barack Obama (Foto: AP)

US-Präsident Barack Obama

Die Hintergründe, der genaue Hergang oder ein Motiv blieben zunächst unklar. Laut Polizei kam es bei der Feier zu einem Streit, woraufhin ein Mann diese verließ. Ob er es war, der mit den bewaffneten Angreifern zurückkehrte, sei unklar. Ein terroristischer Hintergrund könne aber auch nicht ausgeschlossen werden, sagte FBI-Ermittler David Bowdich.

"Terroristische Situation"

Der örtliche Polizeichef sprach dagegen von Terrorismus. "Die Information, die wir haben, ist, dass sie vorbereitet kamen", sagte Burguan. "Als wären sie auf einer Mission." Es müsse "zumindest von einer einheimischen terroristischen Situation" gesprochen werden.

Im Inland Regional Center wird die Betreuung von Menschen mit Entwicklungsverzögerungen koordiniert. Die mehr als 670 Mitarbeiter bieten Programme für 30.000 Menschen an - vom Neugeborenen bis hin zu Senioren. Ein Raum in dem Gebäudekomplex war für die Feier offenbar an Behördenangestellte aus dem Kreis San Bernardino vermietet worden.

Einer Beobachtungsstelle zufolge war es bereits die 351. Massenschießerei in den USA in diesem Jahr, bei der mindestens vier Menschen angeschossen wurden. Erst vergangene Woche hatte ein Mann in einer Abtreibungsklinik im Bundesstaat Colorado das Feuer eröffnet und drei Menschen getötet.

Spezialkräfte treffen am Tatort ein (Foto. AP)

Spezialkräfte treffen am Tatort ein

Präsident Barack Obama sagte in einem TV-Interview: "Wir brauchen strengere Waffengesetze, stärkere Hintergrundüberprüfungen, das sagt der gesunde Menschenverstand." Es könne nicht sein, dass jeder in einen Laden gehen und eine Schusswaffe kaufen könne. Nirgendwo in der Welt komme es so häufig zu Gewalttaten mit Schusswaffen wie in den USA. "So etwas passiert in anderen Ländern nicht in der selben Häufigkeit."

"Unsere Gemeinde hat heute einen schweren Verlust und schweren Schock erlebt", teilte Bürgermeister Carey Davis mit. Die Attacke habe San Bernardino im Herzen getroffen. Später sprach er von einem "schockierenden Ereignis" und kündigte eine Mahnwache an.

stu/chr (afp, dpa, rtr)

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