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Welt

Polizei räumt Occupy-Wall-Street-Camps

Die New Yorker Polizei hat das Lager von Bankenkritikern in Manhattan geräumt. Offiziell nur vorübergehend, hieß es. Nach einer Säuberung des Geländes dürften sie zurückkehren – allerdings ohne Zelte und Schlafsäcke.

Ein Polizist trägt bei Dunkelheit einen Müllsack und andere Gegenstände (Foto: AP)

Säuberung im New Yorker Protestcamp

Die Polizisten kamen am Dienstag (15.11.2011) kurz nach Mitternacht. Sie übergaben den bankenkritischen Demonstranten eine Aufforderung des Eigentümers, den seit Wochen belagerten Zuccotti Park zu verlassen. Kurze Zeit später war das Protestcamp im südlichen Manhattan geräumt.

Hunderte Protestierende packten ihre Zelte zusammen und verließen das Gelände - zumeist friedlich. Einige hatten sich zusammengekettet, um die Räumung zu verhindern. Etwa 50 Aktivisten wurden festgenommen.

Jugendliche Demonstranten werden von Polizisten abgedrängt (Foto: AP)

Um sich gegen die Räumung zu wehren, hatten sich einige Aktivisten zusammengekettet

Kontrolle der Banken gefordert

In dem Park in der Nähe des New Yorker Bankenviertels, den die Demonstranten als "Platz der Freiheit" bezeichnen, hatten seit zwei Monaten Hunderte Menschen campiert und für eine schärfere Kontrolle der Finanzwelt sowie höhere Steuern für Reiche demonstriert.

Die zumeist jungen Teilnehmer beschreiben sich als die "99 Prozent" - in Anspielung auf das reichste Prozent der amerikanischen Bevölkerung, von dem sie sich hintergangen fühlen.

Bürgermeister will groß reinemachen

Wenn der Park gereinigt sei, könnten die Demonstranten in einigen Stunden wieder zurückkehren, aber ohne Schlafsäcke und Zelte, hieß es in der Räumungsaufforderung des Eigentümers des Parks, der Firma Brookfield Office Properties.

Auch das Büro von Bürgermeister Michael Bloomberg hatte zunächst erklärt, die Demonstranten sollten das Gelände nur vorübergehend verlassen, damit es gesäubert werden könne.

Später erklärte Bloomberg aber, der Park sei zu einem Ort geworden, "an den die Menschen nicht kamen, um zu demonstrieren, sondern um das Gesetz zu brechen."

Einige seien sogar eigens auf das Gelände gekommen, "um anderen Böses anzutun", teilte er mit, ohne sich näher zu äußern. Die Demonstranten dürften zwar zurückkommen, allerdings nur ohne Zelte und Schlafsäcke.

Protestaktion am Hafen von Oakland Anfang November; im Hintergrund die Skyline der Stadt (Foto: AP)

In Oakland wurde Anfang des Monats der Hafen belagert

Räumung auch in Kalifornien

Bereits am Montag hatte die Polizei ein ähnliches Protestcamp im kalifornischen Oakland geräumt. Nach Angaben des dortigen Bürgermeisters war ein Mordfall der Anlass für die Aktion. Mehr als 30 Menschen wurden festgenommen.

Die New Yorker Aktion unter dem Motto "Occupy Wall Street" (auf deutsch: "Besetzt die Wall Street") startete Mitte September und fand schnell Anhänger auf der ganzen Welt. Auch in Deutschland gehen mittlerweile seit mehr als einem Monat immer wieder tausende Menschen aus Protest gegen die Macht der Banken auf die Straße.

Camps in Frankfurt und Berlin

In Frankfurt am Main haben Demonstranten vor dem Gebäude der Europäischen Zentralbank ein Protestcamp aufgeschlagen, und auch in Berlin gibt es ein Zeltdorf.

Für Donnerstag kündigten die New Yorker Aktivisten eine Blockade der Wall Street an. Mit einem Straßenkarneval wollen sie den Betrieb an der dortigen Börse stilllegen.

Eine Reihe von Polizisten steht vor dem Protestcamp in Zürich (Foto: dapd)

In Zürich mussten die Demonstranten auch der Polizei weichen

Lager in Zürich aufgelöst

Wie in den USA wurde am frühen Dienstagmorgen auch in Zürich das Lager der dortigen Occupy-Aktivisten auf dem Lindenhof-Areal aufgelöst. 31 Demonstranten hätten friedlich Widerstand geleistet und seien vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, erklärte die Stadtpolizei. Zwanzig weitere Bankenkritiker hätten das Lager zuvor freiwillig verlassen.

Sie wollen jetzt auf das Gelände der Citykirche umzuziehen. Die Kirche habe ihr Areal von sich aus angeboten. Da es sich um Privatgrund handelt, kann die Stadt nicht mehr eingreifen.

Autorin: Eleonore Uhlich (dapd,afp,rtr)
Redaktion: Martin Schrader

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