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Terror in Manchester

Polizei: Manchester-Attentäter Teil eines Netzwerks

Die britische Polizei geht eindeutig von einer Unterstützergruppe rund um den Attentäter von Manchester aus. Mehrere Männer wurden in Großbritannien festgenommen. Vater und Bruder wurden im libyschen Tripolis gefasst.

"Ich glaube, es ist ganz klar, dass es sich um ein Netzwerk handelt, dem wir nachgehen", sagte der Polizeichef von Manchester, Ian Hopkins. Zuvor hatten bereits die britische Premierministerin Theresa May und Innenministerin Amber Rudd Andeutungen in diese Richtung gemacht - allerdings nicht in dieser Deutlichkeit. May hatte am Dienstagabend mit Blick auf die bisherigen Ermittlungen betont, dass eine größere Gruppe von Personen hinter der Tat in Manchester mit 22 Todesopfern stecken könnte. Diese Möglichkeit könne nicht ignoriert werden. Rudd sagte, es sei "wahrscheinlich", dass der Attentäter nicht alleine gehandelt habe.

Auch Vater des Attentäters festgenommen

Ein jüngerer Bruder des Attentäters Salman A. wurde von der libyschen Anti-Terror-Einheit Rada in der Hauptstadt Tripolis festgenommen. Er wird verdächtigt, Verbindungen zu der Terrororganisation "Islamischer Staat" zu pflegen. Nach Darstellung der dortigen Sicherheitsbehörden plante er einen Anschlag in der libyschen Hauptstadt. Er sei am 16. Mai von Großbritannien nach Libyen gereist, sagte ein Sprecher der Behörden. Später wurde der Vater des Attentäters ebenfalls in Tripolis festgenommen.

Ein weiterer Mann wurde in der britischen Stadt Wingan, nahe Manchester, gefasst. Bei seiner Festnahme habe er ein Päckchen dabei gehabt, das untersucht wurde. Bereits am Mittwochvormittag wurden drei Männer in Manchester festgesetzt. Auch diese Festnahmen seien in einem südlichen Viertel der Stadt erfolgt, wo bereits am Vortag ein junger Mann von der Polizei gefasst worden war, teilte die Polizei mit. Die Beamten hätten bei den Einsätzen Haftbefehle "im Rahmen der Ermittlungen zu dem schrecklichen Anschlag von Montagabend" vollstreckt. Der genaue Hintergrund ist noch unklar. Damit sind in Großbritannien insgesamt fünf Verdächtige in Gewahrsam. Einer von ihnen soll ein weiterer Bruder des Attentäters sein, meldete die BBC. Nach Insiderangaben fahndet die Polizei zudem nach dem mutmaßlichen Bombenbauer.

Video ansehen 01:28

Höchste Terrorwarnstufe nach Anschlag in Manchester

Die Polizei sucht derweil fieberhaft nach möglichen Komplizen, die weitere Anschläge verüben könnten. Großbritannien rief die höchste Terrorwarnstufe "kritisch" aus, derzufolge mit einem unmittelbar bevorstehenden Anschlag gerechnet werden muss. 

20 Terroropfer in Lebensgefahr

Die Ermittler machen den 22 Jahre alten Salman A. für den Anschlag auf das Popkonzert verantwortlich. Er starb bei der Attacke und riss 22 Menschen mit in den Tod. Weitere 64 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schweben in Lebensgefahr. 

Medienberichten zufolge war Salman A. 1994 als Sohn libyscher Flüchtlinge in Manchester geboren worden. Nach Angaben des französischen Innenministers Gérard Collomb war er wahrscheinlich in Syrien. "Wir wissen heute nur das, was die britischen Ermittler uns mitgeteilt haben", sagte Collomb dem französischen Sender BFMTV. Der Täter habe sich "plötzlich nach einer Reise nach Libyen und dann wahrscheinlich nach Syrien" radikalisiert.

pab/qu (afp, ap, dpa, rtr) 

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