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Aktuell Deutschland

Polizei: Münchener Attentäter war Amok-Fanatiker

Der Schütze von München hatte laut Behörden keinen Kontakt zu islamistischen Extremisten. Dies ergaben erste Untersuchungen zum Hintergrund des mutmaßlichen Täters. Der Staatsschutz nimmt keine Ermittlungen auf.

Polizisten sichern das Olympia-Einkaufszentrum (Foto: Reuters)

Am Tag danach: Polizisten sichern das Olympia-Einkaufszentrum

"Wir gehen davon aus, dass es sich um einen klassischen Amoktäter ohne jegliche politische Motivation handelt", sagte der Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft, Thomas Steinkraus-Koch, bei der Pressekonferenz zu den Vorfällen in der Landeshauptstadt.

Dies habe die Durchsuchung der Wohnung des 18-jährigen Deutsch-Iraners ergeben. Es sei dort viel Material über Amokläufe gefunden worden, aber keine Bezüge zu Islamisten. Zudem habe sich der Täter offenbar in ärztlicher oder psychiatrischer Behandlung in Zusammenhang mit einer Depression befunden. Dies passe auch in das Bild eines Amoklaufes.

Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä (Foto: dpa)

Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä

Die Bundesanwaltschaft, die bei Staatsschutz-Delikten ermittelt, habe daher die Übernahme des Falles abgelehnt. Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä verwies darauf, dass am Freitag der fünfte Jahrestag der Tat des norwegischen rechtsextremen Attentäters Anders Behring Breivik gewesen sei und sich der Täter von München intensiv mit dem Thema Amoklauf auseinandergesetzt habe. Insofern liege eine "Verbindung auf der Hand".

Video ansehen 01:58

DW-Redakteur von der Mark berichtet aus München

Der Deutsch-Iraner nutzte für seine Tat eine 9-Millimeter-Glock-Pistole. Diese habe der 18-Jährige offenbar illegal besessen, da die Seriennummer der Waffe ausgefeilt war, sagte der Präsident des bayerischen Landeskriminalamts, Robert Heimberger. Eine Erlaubnis für die Waffe besaß der Täter nicht. Wo die Waffe herkommt, ist den bisherigen Erkenntnissen zufolge noch offen.

Wie oft der Täter geschossen habe, sei ebenfalls noch unklar, sagte Heimberger. Untersucht werden muss demnach anhand von Videoaufnahmen auch, ob der Amokläufer ein geübter Schütze war. Ausgerüstet war der 18-Jährige den Erkenntnissen zufolge mit hunderten Schuss Munition.

Täter lebte bei Eltern

Die Eltern des Täters waren Andrä zufolge bislang nicht vernehmungsfähig. Der Täter lebte gemeinsam mit seinem Bruder und den Eltern in einer Wohnung in München. Die Wohnung ist von der Polizei durchsucht worden.

Unter den Todesopfern des tödlichen Angriffs sind nach Angaben der Regierung des Kosovo auch drei junge Kosovo-Albaner. Das habe das Konsulat in München gemeinsam mit der deutschen Polizei und den Familien der Opfer bestätigt, erklärte das Außenministerium in Pristina.

Deutschland Tödliche Schießerei in München Foto: Copyright: picture-alliance/dpa/K.-J. Hildenbrand

Trauer nach den Schüssen von München

Überwiegend jugendliche Opfer

Der 18-jährige Schüler hatte am Freitagabend in der Nähe des Olympia-Einkaufszentrums und eines Fast-Food-Restaurants neun Menschen und sich selbst getötet. Die Sicherheitsbehörden gehen nun auch Hinweisen nach, wonach der Täter über Facebook mit einer Einladung Menschen in das Restaurant gelockt haben soll.

Die Opfer waren fast alle Jugendliche. "Acht der Getöteten waren im Alter von 14 bis 20 Jahren", sagte Andrä. Ein neuntes Opfer war 45 Jahre alt. Unter den neun Opfern sind demnach drei Frauen. Im Anschluss an seine Taten erschoss sich der junge Mann selbst.

cgn/wl (afp, dpa, rtr)

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