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Amerika

Polizei löst Anti-Wall-Street-Demo auf

Seit zwei Wochen demonstriert in New York die Bewegung "Besetzt die Wall Street" gegen zunehmende Armut und die Macht der Banken. Jetzt kam es zum Zusammenstoß mit der Polizei: 700 Demonstranten wurden verhaftet.

US-Polizisten schreiten in Menge von Demonstranten (Foto: AP/dapd)

Polizisten griffen 80 Demonstranten heraus und legten sie in Handschellen

Im Rahmen einer seit zwei Wochen andauernden Protestaktion in New York City legten Demonstranten den Verkehr auf der Brooklyn Bridge teilweise lahm, eine Fahrspur der Brücke war für mehrere Stunden gesperrt. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben etwa 700 Protestierer fest, so dass in der Nacht zu Sonntag (02.10.2011) die Brücke wieder in beiden Richtungen passierbar war.

Zu dem Einsatz am Samstag sei es wegen der Behinderung des Straßenverkehrs auf der Brücke gekommen, sagte Polizeisprecher Paul Browne der "New York Times". "Demonstranten, die den Fußweg der Brooklyn Bridge benutzt haben, wurden nicht festgenommen." Die Festgenommenen seien zu mehreren Polizeistationen gebracht worden und müssten mindestens mit einer Bestrafung wegen Ruhestörung rechnen.

Auf einer Brücke stehen sich Polizisten und Menschen mit großen Demonstrationstransparenten gegenüber (Foto: AP/dapd)

Kraftprobe auf der Brooklyn Bridge

Unvergessen: Teure Banken-Rettung im Jahr 2008

Der Demonstrationszug mit rund 1500 Teilnehmern war Teil der Protestaktion "Occupy Wall Street" ("Besetzt die Wall Street"), mit der Aktivisten seit zwei Wochen im Finanzdistrikt im Süden Manhattans gegen Ungerechtigkeiten im Wirtschaftssystem protestieren. Sie kritisieren unter anderem die hohe Arbeitslosigkeit, Pfändungen von Wohnhäusern, die staatliche Bankenrettung im Jahr 2008 sowie die ungerechte Behandlung von Minderheiten.

Bereits am vorvergangenen Wochenende hatte die New Yorker Polizei 80 Mitglieder der Bewegung verhaftet, als sie zu einem Protestmarsch durch die Straßen von Manhattan zogen. Begründung: Die Demonstranten hätten den Verkehr behindert. Bei ihrem Protestmarsch trugen sie Schilder mit den Aufschriften "Steuern für Reiche" und "Wir brauchen Geld für das Gesundheitswesen, nicht für Geschenke an Unternehmen".

Viele Demonstranten harren seit zwei Wochen einige Straßen entfernt von der Wall Street aus, weil Polizeisperren sie daran hindern, in Manhattans Börsen-Straße vorzudringen. Zentraler Sammlungspunkt der Bewegung war in den vergangenen Tagen der Zuccotti Park in der Nähe des früheren World Trade Centers.

Gruppe älterer Menschen in orange Umhängen mit Schildern, die sie in die Höhe halten (Foto: AP/dapd)

Bereits am Freitag zogen Demonstranten über den New Yorker Broadway

Unterstützung von Prominenten

Die Bewegung hat auch einige prominente Unterstützer. So kamen zur Zentrale im New Yorker Zucotti Park in den vergangenen Tagen unter anderem der Filmemacher Michael Moore ("Bowling for Columbine", "Stupid White Men") und die Schauspielerinnen Susan Sarandon und Whoopy Goldberg.

Ähnliche Protestbewegungen haben sich in den vergangenen Wochen auch in anderen Städten der USA formiert, so zum Beispiel in Boston, Chicago und San Francisco. Zu Festnahmen kam es am Samstag auch in Boston. Dort demonstrierten nach Angaben der Organisatoren etwa 3000 Menschen mit einer Sitzblockade vor der Bank of America, der größten US-Bank gemessen an dem verwalteten Vermögen. Ein Sprecher der Bank verurteilte die Protestaktion als Teil "immer aggressiver werdender PR-Tricks".

Autor: Martin Schrader (afp, dapd, dpa, rtr)
Redaktion: Hans Ziegler

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