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Aktuell Afrika

Polizei in Nigeria sucht nach 100 entführten Schülerinnen

Nach der Entführung von über hundert Schülerinnen hat die Polizei in Nigeria eine breit angelegte Suchaktion gestartet. Es liegen Hinweise vor, wo die Täter mit ihren Opfern hingefahren sein könnten.

In Nordnigeria fahndet eine Suchmannschaft der Polizei mit Hochdruck nach rund 100 vermutlich von militanten Islamisten entführten Schülerinnen. Auch das Militär und Mitglieder einer Bürgerwehr durchforsteten auf der Suche nach den Entführten einen Wald nahe der Schule in Chibok im nordöstlichen Bundesstaat Borno. Auch Hubschrauber sind im Einsatz.

Verzweifelte Eltern

Sicherheitsbeamte sagten, sie hätten sehr nützliche Infos aus der Bevölkerung erhalten. Viele Leute sind besorgt, weil die Zahl solcher Verschleppungen immer mehr zunimmt. Unter den Eltern der Entführten herrschen Panik und Verzweiflung. Ein Vater sprach von einem "Albtraum". Die ganze Stadt sei wegen der Massenentführung in Trauer.

Einige konnten flüchten

Bei den Entführern soll es sich um die islamistische Gruppe Boko Haram handeln, deren Name so viel wie "westliche Erziehung ist verboten" bedeutet. Schwerbewaffnete Mitglieder hatten das Mädchengymnasium am Montag überfallen und dann mehr als hundert Schülerinnen gezwungen, auf Lastwagen zu steigen. Laut Zeugen töteten die Angreifer einen Polizisten und einen Soldaten auf dem Gelände. Einigen wenigen Mädchen gelang bei der Fahrt in die umliegenden Buschlandschaften die Flucht.

Leben als Sexsklavinnen

Den Islamisten, die im Norden von Nigeria einen Gottesstaat errichten wollen, werden für ähnliche Entführungen in der Vergangenheit verantwortlich gemacht. Im Allgemeinen verlangen die Extremisten kein Lösegeld. Sie missbrauchen die Mädchen als Sexsklavinnen.

Die Islamisten sollen auch für den verheerenden Anschlag auf einen Busbahnhof in der Hauptstadt Abuja verantwortlich sein. Dabei waren am Montag vermutlich weit über 200 Menschen ums Leben gekommen, auch wenn die Behörden offiziell von 71 Opfern sprechen.

Grenzen schließen?

Zahlreiche Parlamentarier forderten, die Grenzen nach Kamerun und Niger zu schließen. Aus den beiden Nachbarstaaten werden die Extremisten offenbar mit Waffen versorgt. Bürger in grenznahen Dörfern hatten zuvor berichtet, manchmal tauchten Helikopter in der Region auf. Sie würden über den Wäldern, in denen sich die Boko-Haram-Mitglieder verstecken, Vorräte und Waffen abwerfen. Boko Haram verübt seit Jahren schwere Anschläge vor allem im Norden des Landes. Allein seit Jahresbeginn sollen 1500 Menschen getötet worden sein.

uh/wl (afp,dpa)