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Niederlande

Polizei hatte konkreten Hinweis auf Anschlag

Die niederländische Polizei hat vor der Konzertabsage in Rotterdam eine Warnung aus Spanien zu Anschlagsplänen auf die Rockband Allah-Las erhalten. Ein 22-jähriger Verdächtiger steckt offenbar hinter der Terrordrohung.

Rotterdam Maassilo Konterthalle Terrodrohung (Getty Images/AFP/A. Kievit)

Polizeipräsenz vor der Konzerthalle Maassilo

Die Terrorwarnung am Mittwochabend habe auf einem konkreten Hinweis der spanischen Polizeieinheit Guardia Civil beruht, wonach "ein Attentat an diesem Tag, an diesem Ort und auf diese Band verübt werden" sollte, wie Rotterdams Polizeichef Frank Paauw mitteilte. Die Hinweise seien insgesamt derart besorgniserregend gewesen, dass man sich zur Absage des Konzerts der US-Popband Allah-Las im Rotterdamer Club Maassilo entschließen musste, sagte Justizminister Stef Blok. Der Minister sprach von einer "idiotischen Aktion" des Mannes. Auf welche Weise der 22-Jährige die Drohung verbreitete und aus welchen Beweggründen, blieb zunächst unklar.

Nach der Absage des Rockkonzerts hatte die niederländische Polizei nach eigenen Angaben den Mann gefasst, der mit einem Anschlag auf das Rockkonzert gedroht haben soll. Der Niederländer sei in der südlichen Provinz Brabant bei einer Razzia festgenommen worden und werde nun verhört. Nach Meldungen des öffentlich-rechtlichen Senders NOS wurde der 22-Jährige von Einsatzkräften in seiner Wohnung in der an Belgien grenzenden Provinz in Gewahrsam genommen. Sein Haus sei durchsucht worden.

Keine Verbindung zu Terrorattacken in Spanien

Die Polizei teilte mit, dass ein in Rotterdam zunächst festgenommener Fahrer eines Lieferwagens mit Gasflaschen harmlos sei. Der Monteur aus Spanien sei betrunken gewesen. Für die Ladung mit Gasflaschen in seinem Wagen habe er eine nachvollziehbare Erklärung geben können. Eine Verbindung zwischen der Drohung von Rotterdam zu der Terrorzelle in Spanien, die vergangene Woche 15 Menschen getötet hatte, hatten die Ermittler schon bald nach der Festnahme für unwahrscheinlich erklärt.

Muslime sehen religiöse Gefühle verletzt

Am Mittwochabend war das Konzert der US-amerikanischen Band Allah-Las vor etwa 1000 Zuschauern abgesagt worden. Es war nicht die erste Drohung gegen die Band: "Wir erhalten E-Mails von Muslimen, hier in den USA und der ganzen Welt, die sagen, dass sie sich gekränkt fühlten, aber das war absolut nicht unsere Absicht", sagte Frontsänger Miles Michaud der Zeitschrift "Guardian" schon vergangenes Jahr in einem Interview. Sie hätten sich für das Wort Allah entschieden, weil sie einen Bandnamen wollten, der heilig klinge, und ihnen sei nicht bewusst gewesen, dass er Anstoß erregen könnte.

Allah-Las will an diesem Donnerstag in der polnischen Hauptstadt Warschau auftreten. Für die geplante Show seien die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt worden, erklärten die polnischen Veranstalter. 

qu/pab (dpa, rtr, afp)

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