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Dänemark

Polizei findet Torso bei Suche nach schwedischer Journalistin

Das U-Boot eines berühmten Ingenieurs versinkt, eine Frau verschwindet, Leichenteile tauchen auf. Ein Fall, der die dänische Polizei beschäftigt.

Dänisches U-Boot Nautilus (picture-alliance/dpa/AP/Ritzau Foto/J. Ehrbahn)

Dänische Polizisten untersuchen das geborgene U-Boot "Nautilus": Wurde die Journalistin Kim Wall darin ermordet?

Die schwedische Journalistin Kim Wall wird seit Anfang August vermisst und ist angeblich tot. Sie hatte den dänischen Erfinder und Ingenieur Peter Madsen in seinem selbstgebauten U-Boot namens "Nautilus" begleitet, das am 11. August gesunken war. Zwar wurde Madsen von Anglern auf dem Meer gerettet, von seiner Begleiterin fehlt seitdem jedoch jegliche Spur. Südlich von Kopenhagen hat die dänische Polizei nun eine weibliche Leiche in der Köge-Bucht gefunden - jedoch ohne Kopf, Arme und Beine. Diese wurden bewusst abgetrennt, erklärte Kopenhagens Polizeichef Jens Möller Jensen. Taucher hätten die Gewässer südwestlich der Insel Amager abgesucht, aber keinen weiteren Fund gemeldet. 

Verstümmelte Leiche gefunden - Obduktion soll Identität klären

Es sei allerdings noch zu früh, um sagen zu können, ob es sich um den Torso der vermissten Journalistin handelt, sagte Möller Jensen. Das müsse noch bei der Obduktion geklärt werden.

Schweden Journalistin Kim Wal (picture-alliance/dpa/AP/Tom Wall)

Die schwedische Journalistin Kim Wall wollte Madsen porträtieren

Zuletzt wurde die schwedische Journalistin gesehen, als sie zusammen mit Peter Madsen an Bord seines U-Bootes gegangen war. Die freie Journalistin wollte ein Porträt über den Ingenieur schreiben, Madsen ist in Dänemark als schillernde Persönlichkeit bekannt.

Als sich Kim Wall in der Nacht darauf noch nicht zurückgemeldet hatte, hatte ihr Freund der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge die Seenotrettung alarmiert. Die versuchte, Funkkontakt zur "Nautilus" herzustellen - ohne Erfolg. Erst am nächsten Morgen habe Madsen geantwortet und von technischen Problemen gesprochen. Eine halbe Stunde später sei sein U-Boot gesunken, so der Medienbericht.

Widersprüchliche Angaben zum Unglück

Dänemark Peter Madsen in Dragor Harbor bei Kopenhagen (Reuters/Scanpix Denmark/B. Lindhardt)

Peter Madsen steht unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung

Peter Madsen machte widersprüchliche Angaben zum Geschehen. Erst behauptete er, zum Zeitpunkt des Unglücks allein an Bord gewesen zu sein, er habe die Journalistin bereits vorher auf einer Insel abgesetzt. Madsen wurde festgenommen und einem Haftrichter vorgeführt, der Vorwurf: fahrlässige Tötung.

Im Polizeiverhör soll er auch ausgesagt haben, dass Kim Wall bei einem Unfall an Bord gestorben sei und er ihre Leiche unterwegs im Wasser "bestattet" habe.

Am 12. August wurde das U-Boot aus sieben Metern Tiefe gehoben und in den Hafen gebracht. Bei näherer Untersuchung gab es laut Polizei Anzeichen dafür, dass die "Nautilus" absichtlich versenkt wurde. Den Anglern, die ihn auf See gerettet hatten, hatte Madsen etwas Anderes erzählt: Ein Ventil am Ballast-Tank sei kaputt gegangen und bei dem Versuch, es zu reparieren, sei der Griff abgebrochen.

Madsen war in Dänemark berühmt geworden, als er den Bau seines U-Boots über Crowdfunding-Spenden finanziert und 2008 mit der Fertigstellung des U-Boots internationale Schlagzeilen gemacht hatte.

sas/uh (afp, ap)