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Deutschland

Politischer Druck statt Waffengang

Rund sieben Wochen vor der Bundestagswahl hat Bundeskanzler Gerhard Schröder erneut vor einem US-Angriff auf den Irak gewarnt. Im Interview mit DW-TV forderte er stattdessen eine Prüfung der irakischen Angebote.

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Gesprächsbedarf beim Thema Irak: Kanzler Schröder und Präsident Bush

Ein Militärschlag gegen den Irak könne die internationale Isolierung und Ächtung des Landes aufweichen und zum Bruch der Anti-Terror-Koalition führen, betonte Schröder. Zugleich sprach sich der Kanzler dafür aus, den politischen Druck auf das Regime von Saddam Hussein zu erhöhen. Dadurch solle der Irak gezwungen werden, wieder Waffen-Inspektoren der Vereinten Nationen in das Land zu lassen. "Aber wir müssen auch Nägel mit Köpfen machen und Angebote auf ihre Ernsthaftigkeit prüfen", sagte Schröder im Interview mit DW-TV.

Zurückhaltung im Umgang mit dem Irak sei zudem geboten, weil "wir den Kampf gegen den Terrorismus und gegen die Taliban noch nicht gewonnen" haben, betonte der Bundeskanzler. Daher solle jetzt nicht "über neue Aktionen" in einer Region nachgedacht werden, die politisch instabil und zugleich für die Weltwirtschaft wichtig sei.

In Bezug auf die Wahlaussichten seiner sozialdemokratischen Partei (SPD) präsentierte sich der Bundeskanzler im Interview mit DW-TV trotz schlechter Umfragewerte wenige Wochen vor der Wahl weiter zuversichtlich. Da fast die Hälfte der Wähler noch unentschlossen seien, sehe er großen Chancen, diese Menschen für eine Stimmabgabe zugunsten seiner Partei am 22. September zu mobilisieren, sagte Schröder.