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Fokus Osteuropa

Politische Instabilität schadet ukrainischer Wirtschaft

Auch die Ukraine ist von den Folgen der weltweiten Finanzkrise betroffen. Weiter kompliziert wird die Situation in dem Land vor allem durch die hohe Inflation und die anhaltende politische Instabilität.

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Die Nationalbank kämpft gegen Inflation

Nach Ansicht von Experten hat die weltweite Finanzkrise derzeit nur begrenzte Auswirkungen auf den ukrainischen Aktienmarkt. Gründe dafür sind die mangelhafte Entwicklung und die internationale Verflechtung des ukrainischen Kapitalmarktes. Gleichwohl warnen Fachleute vor Risiken für die ukrainische Wirtschaft.

Ricardo Giucci, Experte der deutschen Beratergruppe bei der ukrainischen Regierung, ist überzeugt, dass die weltweite Finanzkrise in Verbindung mit anderen Faktoren durchaus einen negativen Effekt für die Ukraine hat. Er sagte der Deutschen Welle: "Die ukrainische Wirtschaft leidet nicht nur unter großer Inflation und einem zunehmendem Zahlungsbilanzdefizit, sondern auch unter politischer Instabilität. Da sind zum Beispiel die Parlamentskrise und die komplizierte Situation in der Außenpolitik, insbesondere die gespannten Beziehungen mit Russland wegen der Präsenz der russischen Flotte auf der Krim. Diese Faktoren verunsichern ausländische Investoren. Das erschwert der Ukraine den Zugang zu ausländischen finanziellen Ressourcen." Die Verteuerung von Krediten infolge der weltweiten Finanzkrise könne auch in der Ukraine zum Rückgang bei den Investitionen und einer Verzögerung des Wirtschaftwachstums führen, meinte Giucci.

Inflation als Problem

Ein großes Problem sei vor allem die starke Inflation, sagte der deutsche Experte. Die Nationalbank habe erste monetäre Maßnahmen ergriffen, um die Inflation einzudämmen. Gefordert seien aber auch die ukrainischen Politiker. "Die Politiker haben die Chance, die Situation unter Kontrolle zu halten. Sie müssen gegen die Inflation ankämpfen, den Bankenverkehr kontrollieren und die politische Stabilität stärken", so Guicci.

Auslandsinvestoren gewinnen

Johannes Riepl von der Raiffeisen Bank Aval in Kiew hofft, dass die Politik in Kiew die Konditionen für ausländische Investoren verbessert. Er sagte der Deutschen Welle: "Für das nächste Jahr wird es sehr wichtig sein, die negative Handelsbilanz, die die Ukraine zweifellos haben wird, durch mehr Auslandsinvestitionen abzudecken. Deshalb sollte man alles tun, um die Rahmenbedingungen für ausländische Investitionen in der Ukraine deutlich zu verbessern und eine Plattform zu schaffen, damit ausländische Investoren, die mittlerweile sehr verunsichert sind, auch im nächsten Jahr in der Ukraine mit neuen Investitionen hereinkommen".

Schnellere Integration in europäischen Markt

Martin Raiser, Direktor der Weltbankvertretung für Moldova, Weißrussland und die Ukraine, gibt der Ukraine den Rat, sich möglichst bald in den europäischen Markt der Finanzdienstleistungen zu integrieren. Seiner Ansicht nach werde nur durch eine schnelle Integration der ukrainische Markt vor den Folgen der Weltfinanzkrise geschützt: "Die Ukraine hat derzeit leider nicht die beste Ausgangssituation für die Kapitalentwicklung. Das Land muss die Kaufkraft der Bevölkerung mobilisieren und versuchen, attraktiver für ausländische Investoren zu werden", so Raiser.

Lilja Hryschko, Eugen Teyze

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