Politik mit Pipelines | Alle multimedialen Inhalte der Deutschen Welle | DW | 03.03.2018
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Politik mit Pipelines

Mit dem Bau einer neuen Ostseepipeline will Russland seine Vormacht auf Europas Gasmarkt festigen. Doch das Projekt ist heftig umstritten: Die EU-Kommission und die USA sind dagegen, Deutschland ist dafür. Wird Nordstream 2 den Konflikt überleben?

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Die Stahlröhre mit dem Namen "Nord Stream 2" soll 10 Milliarden Euro kosten, sie soll das russische Wyborg mit dem deutschen Lubmin verbinden; durch diesen Transportkorridor könnte bald der größte Teil der russischen Erdgas-Einfuhren in die EU strömen. Das Pipeline-Projekt hat viele Gegner: Polen, Slowaken und Balten - sie fürchten einen deutsch-russischen Sonderweg; sie würden außerdem dreistellige Millionenbeträge an Transitgebühren verlieren. Die Ukraine sieht sich russischen Interessen schutzlos ausgeliefert, falls der Westen sie nicht mehr als Energiekorridor braucht. Die USA setzen auf den Verkauf eigenen Flüssigasses und drohen mit Sanktionen. In der EU versuchen die Pipelinegegner den Bau der Ostseeleitung zu verschleppen und mit Rechtstricks zu hintertreiben. Dagegen sagen Regierungsvertreter in Berlin und Moskau, das Projekt sei rein privatwirtschaftlich, es garantiere Versorgungssicherheit und günstige Erdgaspreise. Befürworter und Gegner sind sich nur ein einem einig: Nord Stream 2 würde Europas Energiepolitik auf Jahrzehnte prägen und damit auch die Geopolitik verändern. Denn Energiefragen sind immer Machtfragen. Russland weiß das und hat es in der Vergangenheit wiederholt vorgemacht. Doch in diesem "Great Game" mischen auch die Amerikaner mit. In der Dokumentation wird das Für und Wider der Nord Stream 2-Pipeline dargestellt. Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder, der heute in Diensten der Nord Stream AG steht, wirbt für das Projekt. Gegner wie der ehemalige polnische Premier und heutige Europapolitiker Jerzy Buzek begründen ihre Ablehnung. Der Film wurde an Schauplätzen in Deutschland und Frankreich, in der Ukraine, in Georgien sowie in Brüssel und in Moskau gedreht.