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Forum

Politik direkt Forum vom 29.05.2008

"Sollten Glücksspiele ganz verboten werden?"

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Informationen zum Thema:

Kontrolle statt Spiel - wie die Politik das Zocken einschränkt

Kontrolle statt Spielvergnügen. Seit Anfang des Jahres gilt in Deutschland ein neuer Glücksspiel-Staatsvertrag. Der Vorbeugung vor Spielsucht wird darin ein großer Stellenwert eingeräumt. Rheinland-Pfalz zum Beispiel verbietet ab sofort alle öffentlichen Pokerveranstaltungen. Und das, obwohl über vier Millionen Deutsche leidenschaftliche Pokerspieler sind, in Casinos, in Kneipen und im Internet spielen. Die gesetzlichen Regeln für das Pokern sind in Deutschland so unüberschaubar wie der Föderalismus, und viele Zocker machen sich - oft unwissend - sogar strafbar.

Unsere Frage lautet:

"Sollten Glücksspiele ganz verboten werden?"

Antworten unserer Zuschauer:

Stephan Pabel, Brasilien

"Was ganz verboten ist, findet im Verborgenen statt. Was im Verborgenen stattfindet, entzieht sich jeder Kontrolle und nimmt so unentdeckt möglicherweise Dimensionen an, die sehr viel bedrohlicher und gefährlicher sind und, eines Tages an die Oberfläche
tauchend, kaum oder gar nicht mehr zu beherrschen sind."

Erich Prinz, Thailand

"Ich lebe seit mehr als vier Jahren in Thailand und hier sind Glücksspiele verboten. Lotto hat man vor 2 Jahren eingestellt. Damit macht man den Reiz nur noch größer. Meiner Meinung nach verhält man sich der Mensch in der Regel vernünftig, wenn etwas legal ist. Stattdessen entgehen dem Staat Steuern fürs Glücksspiel. "

Rainer Salzbrunn, Brasilien

"Glücksspiele können zwar verboten werden, werden jedoch weiterhin stattfinden. Wenn nicht in Deutschland, dann eben im Ausland. Der Staat wird sich doch nicht ins eigene Fleisch schneiden und auf diese enormen Steuereinnahmen über die von ihm kontrollierten Lotterien verzichten wollen, denn diese sind in der Tat Glücksspiele. Er müsste ja, um glaubwürdig zu sein, als gutes Beispiel vorangehen und zuerst die eigene Glücksspielindustrie einstellen. "

René Junghans, Brasilien

"Ich finde, jeder sollte selbst entscheiden, ob er spielen will oder nicht. Wer über 18 Jahre alt ist, hat die Pflicht zum Wehrdienst, darf Alkohol trinken oder heiraten , darf Auto fahren, oder allein um die Welt reisen. Weshalb soll er denn dann nicht spielen dürfen? Wenn er es nicht in Deutschland darf, wird er es im Ausland tun. In Brasilien fahren die Leute eben nach Paraguay oder nach Uruguay, gehen dort in Spielkasinos."

Werner Horbaty, Nicaragua

"Ich bin der Ansicht, dass Reiche zwar reicher werden können, aber Arme nicht mehr ärmer. Denn man kann ihnen nicht wegnehmen, was sie nicht haben, auch nicht durch Glückspiel."

Gerhard Seeger , Philippinen

"In staatlichen Kasinos ist es erlaubt, da der Staat mitverdient, im eigenen privaten Wohnzimmer ist es verboten. Meiner Meinung nach ist das Doppelmoral. Ja, spielen kann süchtig machen, das ist bekannt. Aber mit einem totalen Verbot schafft der Staat nur mehr Kriminalität."

Erwin Scholz, Costa Rica

Häuft Schulden in Höhe von Eins-Komma-Fünf-Billionen,

doch vergesetzelt als Staatsmacht jetzt "schlappe Millionen",

die Spieler im Lande ähnlich wahnhaft privat verzocken.

Deputierte, riecht ihr nie die eig'nen qualmenden Socken?

Halil Daquqlu, Dänemark

"Glückspiel ist ein Grund, weshalb es Armut gibt und deshalb sollte meiner Meinung nach beides abgeschafft werden."

Andre Sprunken, Südafrika

"Obwohl das Glückspiel ein großes soziales Problem ist, macht es wenig Sinn, es zu verbieten, weil sonst im Untergrund gespielt wird oder die Leute gehen in Länder, in denen es erlaubt ist. Auch das Internet ist schwer zu kontrollieren. Um die Kontrolle zu behalten, sollte Glücksspiel erlaubt bleiben. Obendrein kann der Staat auf die Gewinne Steuern erheben."

Aeron Paul Soriano, Philippinen

"Glücksspiel sollte in der ganzen Welt verboten werden. Besonders Industrieländer wie Deutschland sollten es ächten, weil es die Hauptursache für Korruption und Armut ist und das Vertrauen der Menschen in die Regierung zerstören kann."

Die Redaktion ‚Politik direkt‘ behält sich das Recht vor, Zuschriften zu kürzen.