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Forum

Politik direkt Forum vom 28.08.2008

"Kann die Fußfessel das Gefängnis ersetzen?"

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Elektronische Fußfessel +++dpa+++

Informationen zum Thema:

Kontrollierte Freiheit - Fußfessel für Straftäter in Hessen

Der Kasten ist klein und eher unscheinbar, fixiert wird er Fußgelenk. Tag und Nacht muss er getragen werden, rund um die Uhr, bei jeder Gelegenheit. Hält der Träger sich nicht daran, muss er wieder ins Gefängnis. Als einziges deutsches Bundesland geht Hessen diesen Sonderweg im Strafvollzug. Die Bedingung: der Gefangene muss sich genau an die Vorgaben halten. Er muss sich jeden Tag mindestens elfeinhalb Stunden in seiner Wohnung aufhalten, pünktlich an seinem Arbeitsplatz sein. Tut er es nicht, schlägt die Fußfessel Alarm. Bei der Einführung gab es viel Kritik, doch die Bilanz ist positiv. Nur wenige Gefangene haben sich bisher nicht an die Auflagen gehalten. Eine Reportage aus Frankfurt.

Unsere Frage lautet:

"Kann die Fußfessel das Gefängnis ersetzen?"

Reinhard Hirschmann, Philippinen, schreibt:

"Ersetzen kann die Fußfessel das Gefängnis ganz sicher nicht, aber in minder schweren Fällen kann man damit die überfüllten Gefängnisse stark entlasten, denn die meisten Insassen sind ja nicht gerade Mörder."

René Junghans, Brasilien:

"Für Ersttäter, sofern diese kein Gewaltverbrechen begangen haben, ist eine eingeschränkte Freiheit, kontrolliert durch die Fußfessel, ganz sicher eine geeignete Lösung. Nicht nur, um die hohen Kosten eines Gefängnisaufenthalts zu sparen, sondern vor allem, um Ersttätern eine Chance zu geben, aus ihren Fehlern zu lernen. Wird der Verurteilte eingesperrt, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit während der Haft zum Schwerverbrecher ausgebildet, was der Gesellschaft mehr Schaden als Nutzen bringt. In den USA ist die Fußfessel mit Erfolg im Einsatz. Es ist meiner Meinung nach ein modernes Mittel, Gesetzesübertretern den richtigen Weg zu weisen."

Gerhard Seeger, Philippinen:

"(Das) kommt wohl auch auf die Art des Verbrechens und die Person des Verbrechers an. Gewalt- und Triebtäter hält man gewiss besser unter Verschluss. Ansonsten muss jeder Fall für sich geprüft werden. Wo immer es möglich scheint, sollte man es versuchen. Im Gefängnis wird kaum jemand gebessert, eher das Gegenteil."

Adalbert Goertz, USA:

"Ja, die Fußfessel könnte das Gefängnis ersetzen."

Erwin Scholz, Costa Rica:

"Eine Fessel für Halunken

statt Gefängnis, das macht Sinn.

Senkt die Kosten und sie tunken

ein in Arbeit. Ein Gewinn."

Rahul Deshmukh, Indien:

"Einem Kriminellen die Möglichkeit zum Herumwandern zu geben, macht für mich überhaupt keinen Sinn. Was, wenn er jemanden verletzt, beraubt oder bedroht? Wer wird dann die Verantwortung dafür übernehmen? Kriminelle verdienen es, im Gefängnis eingesperrt zu werden. Denn friedliebende Menschen haben keine Lust auf die immergleichen Entschuldigungen."

Charles Smyth, Großbritannien:

"Wenn man die überproportionalen Gefängniskosten bedenkt, kann die Fußfessel in der Tat manchmal für Gerechtigkeit sorgen. Sie stellt für Wiederholungstäter eine echte Alternative zum Gefängnis dar. Gefängnisse haben ja auch nur den Effekt, dass man jemanden für eine bestimmte Zeit unter Aufsicht stellt und an einen Ort bindet."

Mike Binis, Neuseeland:

"Nur wenn Fußfesseln der Polizei die Möglichkeit geben, ähnlich wie mit GPS genau den Ort der Person zu verfolgen, dann ist dieses System besser und billiger als jemanden in ein überfülltes Gefängnis zu stecken. Aber wenn es nur die Anwesenheit und Abwesenheit von Zuhause feststellen kann, dann bleibt die Gefährdung der Gesellschaft ein Thema."

Joy Kerr, Neuseeland:

"Wenn die Fußfessel-Überwachung scheitert, dann sollten die Bürger nicht für die Gefängniskosten von Immigranten gerade stehen müssen. Kriminelle Ausländer sollten ausgewiesen werden."

Michael Stanek, Brasilien:

"Die Fußfessel ist genau der richtige Weg. Allerdings sollte er nur fürdiejenigen gelten, die das erste Mal straffällig geworden sind. Bei mehrmaligen Straftaten nutzt nur der Verschluss hinter Gittern."

Die Redaktion von ‚Politik direkt‘ behält sich das Recht vor, Zuschriften zu kürzen.