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Forum

Politik direkt Forum vom 26. 02. 2009

"Soll Religion in der Schule unterrichtet werden?"

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Wird Religion bald wieder Pflichtfach an Berliner Schulen?

Informationen zum Thema:

Religion oder Ethik - Weshalb Berliner Schüler wählen sollen

Soll Religion wieder zu einem ordentlichen Lehrfach werden oder nicht? In Berlin ist nur noch Ethik ein Pflichtfach. Das wollen die katholische und die evangelische Kirche nicht mehr hinnehmen. In einer großen Unterschriftenaktion haben sie einen Volksentscheid erzwungen: Sie möchten für die Klassen 7 bis 10 das Pflichtfach Ethik ersetzen durch die Pflicht zur Wahl: Ethik- oder Religionsunterricht. Grundsätzlich geht es um die Frage: Wer ist für die Vermittlung von Werten der christlich geprägten Kultur in Deutschland zuständig? Der Staat oder die Kirche?

Unsere Frage lautet:

"Soll Religion in der Schule unterrichtet werden?"

Antworten unserer Zuschauer:

Danilo Pauco Jr., Philippinen:

"Ich bin dafür, dass Religion in der Schule unterrichtet werden sollte. Zusätzlich sollte vermittelt werden, welchen Stellenwert moralische Werte in der Gesellschaft haben. Es geht allgemein darum, wie man religiöse und ethische Erkenntnisse im Leben anwendet. Mit Religionsunterricht in staatlichen Schulen habe ich kein Problem."

Thom Larsen, USA:

"Natürlich soll Religion in Schulen unterrichtet werden. Aber die Schüler sollten etwas über alle Weltreligionen lernen. Schule muss die Perspektiven erweitern."

Lee Davis, USA:

"Ich bin katholisch und ich unterstütze die Trennung von Staat und Kirche. Wir müssen mehr lernen über andere Religionen und Kulturen."

Douglas Ort, Thailand:

"Schulen sollten Wissen vermitteln, nicht Unsinn!"

Gerhard Seeger, Philippinen:

"Staat und Kirche sind, soweit ich weiß, getrennt. Somit sollte es nicht Aufgabe des Staates sein, für Religionsunterricht zu sorgen. Da wir auch Religionsfreiheit haben, ist es doch den Kirchen erlaubt, den Unterricht anzubieten und zu geben. In staatlichen Schulen kann man eventuell ihnen die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Alles andere, z.B. die Unterrichtzeiten usw., müssen sie selber organisieren. Und selbstverständlich muss es die eigene, unbeeinflusste Entscheidung der Schüler sein, zum Religionsunterricht zu gehen."

Klaus Uhle, Kanada:

"Ich bin für einen Beibehalt des Religionsunterrichts, da unsere Gesellschaft auf dem Fundament der christlichen Religion überall im Abendland beruht und es wegen linker Politiker nicht über Bord geworfen werden sollte, die im Umfeld der ehemaligen atheistischen DDR sich in Berlin stark fühlen (...)."

Heinz Laux, Deutschland:

"Ich bin geschockt über die heutige Sendung mit der Frage, ob Religion oder Ethik gelehrt werden soll. Sind wir in Berlin denn schon so weit, dass diese Frage entsteht? Der Islam hat es geschafft, dass in deutschen Schulen diese Religion gelehrt werden darf. Das Kopftuch bei Lehrpersonen in der Schule und in staatlichen Ämtern wird immer noch diskutiert - unglaublich! Wie lange muss es noch dauern, dass wir endlich begreifen, wie schnell die Welt vom Islam erobert wird. Und wir schauen einfach zu! Wir sollten mal versuchen, ähnliche Diskussionen in muslimischen Ländern zu beginnen. Das überlebt keiner!"

Amin Zoqurti, Jordanien:

"Wenn jemand Religion lernen will, dann geht er zur Kirche. Aber in der Schule ist es besser, keine Religion (zu unterrichten, d. Red.)."

Klaus Bönning, Deutschland:

"Protestanten links, Katholiken rechts, Moslems und Zeugen Jehovas haben 'ne Freistunde. Was soll das? Diese Frage habe ich mir schon während meiner eigenen Schulzeit vor dreißig Jahren gestellt. Ethik als Pflichtfach halte ich für alternativlos."

Martin Burmeister, Venezuela:

"Ich bin für einen Ethik-Unterricht, der die Geschichte, Werte, Grundlagen und Gesetze der verschiedenen Religionen beinhaltet. Die Schülerinnen und Schüler sollten dadurch mit den Weltreligionen vertraut gemacht und die grundlegenden Unterschiede kennen lernen. Lehrer für so ein Schulfach sollten objektiv und ohne Vorurteile mit dem Thema 100-prozentig vertraut sein."

Erwin Scholz, Costa Rica:

"Ethik statt Religion?

Gibt es Gott und seinen Sohn,

erbarmt sie Schülers Runde

auch ohne Jenseitskunde."

Andrei Bolshoi, USA:

"In welchem Jahrhundert leben wir eigentlich? Soll jetzt in Schulen auch die Geschichten vom Weihnachtsmann gelehrt werden? (...) Religion war in der Geschichte so oft der Grund für Konflikt und Spaltung. Wenn in Europa christliche Werte durchgesetzt werden sollen, entfremden und radikalisieren wir damit die Muslime. Europäische Staaten sollten weltliche Staaten sein – Religion ist Privatsache!"

Karl Heinrich Pflumm, USA:

"Ich bin dagegen, eine bestimmte Religion im staatlichen Schulunterricht zu bevorzugen. Entweder man bietet zu allen Weltreligionen und Konfessionen einen Religionsunterricht an oder zu keiner. Ich bin der Ansicht, dass Religion in staatlichen Schulen überhaupt nichts zu suchen hat. Religion ist eine persönliche Sache; um darüber zu lernen sollte man in seine Kirche gehen."

Herbert Fuchs, Finnland:

"Ja mit Sicherheit, es gehört zu unserem Dasein, auch wenn wir das nicht immer ganz verstehen. Der Mensch braucht einen gewissen roten Leidfaden in seinem Leben nach Moral und Ethik. Das ist heutzutage sehr wichtig, um unsere Gesellschaft und Kultur moralisch im Gleichgewicht zu halten. Junge Menschen, die gefestigt in einer Religion aufwachsen, egal welcher Religion auch immer, sind ausgeglichene, ehrliche, aufrichtige bzw. durchschaubare Bürger geworden, die nicht wie ein Gewissenloser ohne Gesetz leben. Die Normalität ist in allen Bereichen des täglichen Lebens, dass man auch die Religion, die dazu gehört wie jedes andere Fach in der Schule, (...) nicht übertreibt. Dann gibt es kein Problem."

Adriano Burali, Liechtenstein:

"Ein einfaches klares JA!"

Marko Dietzmann, Deutschland:

"Zunächst einmal finde ich die Idee, diese Frage durch einen Bürgerentscheid zu lösen, wie es in Berlin demnächst geschieht, ziemlich Klasse. Immerhin ist durch engagierte Bürger der dafür nötige Druck erzeugt worden, was einerseits für die Bürger spricht, die anscheinend doch sehr am politischen Geschehen interessiert sind und andererseits für die Demokratie an sich. Prima! Allerdings würde ich persönlich gegen den (verpflichtenden) Religionsunterricht und für den gemeinsamen Ethikunterricht stimmen, da ich der Meinung bin, dass man in einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft vor allem gemeinsam über Werte, Normen und die Grundregeln für das Zusammenleben unterrichtet werden sollte. Dies ist mir wesentlich lieber, als wenn jeder nach seiner Konfession in einem anderen Klassenraum verschwindet und dort wieder nur mit seinem eigenen kulturellen Hintergrund konfrontiert wird, anstatt sich mit einer gemeinsamen Zukunft mit anderen auseinander zu setzen. Ich wünsche mir, dass der Ethikunterricht vor allem eine Möglichkeit ist, zum einen viele Kulturen kennen zu lernen und damit zu Toleranz erzieht, zum anderen aber auch einen für Migranten integrierenden Charakter hat, der es erleichtert, sich in einer fremden Umgebung besser zurechtzufinden. Er sollte dabei nicht indoktrinierend sein, sondern als Diskussionsplattform dienen. Ich hoffe jedenfalls immer noch, dass sich unsere Grundwerte einsichtig und überzeugend auch argumentativ vermitteln lassen. Den Religionsunterricht als freiwilligen Zusatzunterricht anzubieten, würde ich allerdings beibehalten."

W. Rösler, Deutschland:

"Die Vermittlung von moralischen und ethischen Werten, besonders an junge Menschen, muss ein Grundanliegen unserer Gesellschaft sein, heute mehr denn je. Ebenso wichtig ist eine klare Trennung von Staat und Religion. Die Teilnahme eines jeden Schülers am Ethikunterricht ist in Ordnung, da hiermit der Staat seiner Pflicht zur Wertevermittlung nachkommt. Diese Pflicht sollte auch nicht für Gläubige an die Kirche delegiert werden, denn nichts anderes ist ja die nun zur Debatte stehende Entscheidungspflicht. Die zusätzliche Teilnahme von Gläubigen an einem Religionsunterricht ihrer Konfession sollte grundsätzlich freiwillig sein."

Rolf Bockmühl, Philippinen:

"Nein, in keinem Fall. Wir müssen endlich dahin kommen, dass Religion nichts im staatlichen Leben zu suchen hat. Neben Abschaffung der Kirchensteuer müssen Kirche und Staat strikt getrennt werden. Wissensvermittlung in Schulen muss frei von religiösen Trends sein. Ethik muss dementsprechend zentral als Katalog ausgearbeitet werden, um deutsche Tugenden und deutsche Werte den jungen Menschen entsprechend vermitteln zu können. Frei von allen religiösen Einflüssen, gleich welcher Art. Unsere Kultur gibt genügend Werte her, die in der jungen Demokratie nunmehr gefestigt sind. Dieses gilt es zu vermitteln."

Gustaf Wölfle, USA:

"Religions-Unterricht in der Schule: Ja! Im Dritten Reich war es (üblich, d. Red.), in konfessioneller Weise Religion zu unterrichten - warum soll es heute eine Frage sein? Es ist nicht nur die Gottes-Lehre, sondern auch die "Bildung einer Weltanschauung"."

Marco Schopferer, Guatemala:

"Schämen Sie sich! Noch nie habe ich solch eine tendenziösen Bericht bei Politik Direkt gesehen. Werde einen Teufel tun und mich an Ihrer Umfrage beteiligen. Dafür gehe ich gleich auf die Suche im Internet und spende Geld für die Kampagne gegen die Religionsbefürworter."

René Junghans, Brasilien:

"Auf gar keinen Fall darf Religion zum Pflichtfach werden, denn das verstößt ganz klar gegen die Religionsfreiheit. Was soll denn da als Grundlage genommen werden, um zu entscheiden, wer evangelisch, katholisch, jüdisch, islamisch, buddhistisch, hinduistisch, orthodox oder glaubenslos erzogen wird? Jedem Menschen steht es frei, sich zu entscheiden, welcher Religion er angehören will. Zudem kann durch obligatorischen Religionsunterricht Diskriminierung von Minderheiten erfolgen, die sich nicht unbedingt öffentlich zu ihrem Glauben bekennen möchten. Ich bin christlich erzogen, evangelisch, aber würde es nicht gerne sehen, wenn mein Sohn z. B. in der Schule katholisch (oder evangelisch) erzogen würde, gegen seinen Willen, und bei Verweigerung dann irgendeiner Diskriminierung ausgesetzt wird. Religionsfreiheit muss aufrecht erhalten werden, nur so kann sich jeder wirklich frei fühlen. (...) Der Staat oder die Schule dürfen sich in Religionsfragen niemals einmischen."

Die Redaktion von 'Politik direkt' behält sich das Recht vor, Zuschriften zu kürzen.