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Forum

Politik direkt Forum vom 24. 04. 2008

"Sind Rauchverbote sinnvoll?"

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(AP Photo/Ferdinand Ostrop)

Informationen zum Thema:

Aufstand der Raucher - Wie das Rauchverbot in Gaststätten ausgehebelt wird

Der Freistaat Bayern trumpft beim Nichtraucherschutz mit dem deutschlandweit wohl strengsten Regelungen auf. Doch die bayerische Staatsregierung hat die Rechnung ohne die findigen Wirte gemacht. Tausende von ihnen nutzen eine Gesetzeslücke aus, wandeln ihre Lokale in "geschlossene Gesellschaften" oder "Raucherclubs" um. Für Nichtraucher wird es zunehmend schwierig, noch rauchfreie Lokale zu finden. Stimmen und Stimmungen aus Bayern.

Unsere Frage lautet:

"Sind Rauchverbote sinnvoll?"

Antworten unserer Zuschauer:

Horst Nigrin, Ecuador:

"Ja, ich finde Rauchverbote sinnvoll. Obwohl ich selber Raucher bin, sollte man gewisse Sektoren vom Qualm verschonen. Auch aus Respekt vor den Nichtrauchern. Ich finde, wenn man respektvoll miteinander umgeht, findet man auch einen gemeinsamen Weg."

Ryan Reed, USA:

"Bei uns gibt es schon lange Rauchverbote in Gaststätten. In manchen Clubs gibt es auch bestimmte Zimmer, wo man rauchen kann. Ich finde das sehr gut, denn in den Clubs ist es jetzt viel angenehmer. Selbst als Gelegenheitsraucher gefällt es mir nicht, in einem Zimmer zu sein, in dem man keine frische Luft einatmen kann. Es ist wirklich unangenehm für mich. Meine zwei Mitbewohner rauchen auch immer draußen. Nicht nur um meine Wünsche zu respektieren, sondern auch, weil es bei ihnen genauso ist."

Gerhard Seeger, Philippinen:

"Wie man sah, findet man immer Wege, Verbote zu umgehen. So gesehen machen sie wenig Sinn. Doch rauchfreie Zonen müssen sein. Man könnte es mit der Vernunft und gegenseitiger Verständigung versuchen. Auf den Philippinen wird (ein Rauchverbot) in öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufszentren strikt eingehalten. Es wimmelt aber auch von privaten Wachleuten (...)."

Muhammad Faisal, Pakistan:

"Sicher sind Rauchverbote sinnvoll, denn sie sind Umwelt- und Gesundheitsschutz."

Josef Winter, Thailand:

"Am in der Sendung gezeigten Beispiel kann man ablesen, dass Raucher einen hohen Prozentsatz an Kunden in Gaststätten und Bars stellen. 13 von 16 Lokalen sind jetzt Raucherclubs. Ich denke, klarer könnte der Markt nicht entscheiden. Anstelle von Rauchverboten, die gegen die Interessen der Gaststättenbetreiber und offenbar der Mehrheit ihrer Kunden ist, sollte man lieber den Wirten die Entscheidung, ob geraucht werden kann, überlassen. Man sollte aber versuchen, über Steuern oder Abgaben den Anteil an Nichtraucherlokalen in einem fairen Verhältnis (zu halten), der den Anforderungen der Gäste, ob Raucher oder Nichtraucher, entspricht."

Martin Burmeister, Venezuela:

"Hier in Venezuela gibt es kein generelles Rauchverbot, sondern nur in öffentlichen Verkehrsmitteln, Behörden, Flugplätzen etc. und Orten nach Ermessen der Betreiber, wo auf ein Rauchverbot hingewiesen wird. Dies hat sich bisher bewährt und ich habe keine offiziellen oder inoffiziellen Klagen zu diesem Thema gehört."

Sebastiao M.J. de Oliveira, Brasilien:

"Als gebürtiger Bayer (seit 23 Jahren in Brasilien) und Raucher finde ich, die Bayern schütten das Kind mit dem Bade aus! Hier nimmt man das - bestehende - Rauchverbot einfach lockerer (mit geschlossenen Gesellschaften und Raucherzonen) in der lockeren, sympathischen Art der Brasilianer. Der Raucher respektiert den Nichtraucher und umgekehrt... OHNE strenge Kontrolle und dem 'Jeitinho Brasileiro'!"

John Horrocks, Neuseeland:

"In Neuseeland gibt es ein (funktionierendes, d. Red.) öffentliches Rauchverbot. Wenn Leute (wie in Deutschland, d. Red) in abgeschlossenen Räumen rauchen, dann stinken ihre Klamotten und die aller anwesenden Nichtraucher nach Rauch."

Jeanne Magaard, Philippinen:

"Rauchverbote waren noch nie sinnvoll. Für Viele ist Rauchen etwas Entspannendes, und es ist nicht richtig, ihnen diese Möglichkeit zu nehmen."

Rolf Bockmühl, Philippinen:

"Selbstverständlich ja! Hier auf den Philippinen (...) nimmt man Verbote nicht sehr ernst. Der Nichtraucherschutz wird jedoch eigenartigerweise fast immer beachtet. Das ist gut. Leider ist es für mich unverständlich, wenn Raucher rücksichtslos ihre Sucht durchsetzen und wehrlose Nichtraucher (Kinder, Jugendliche und alte Personen) mit gesundheitsschädlichem Qualm einnebeln. Gewiss, Freizügigkeit (gilt) auch für Raucher. Jedoch nur dann und dort, wo keine anderen Personen belästigt werden. Über die Gesundheitsgefahr durch Qualm ist hinlänglich geschrieben worden. Das sollte auch dem intensivsten Raucher bekannt sein. Also bitte, schützt uns Nichtraucher vor Rauchern, die uneinsichtig sind."

Herbert Fuchs, Finnland:

"(...) Ich als Nichtraucher (seit schon 20 Jahren) finde dieses Gesetz unsinnig, lächerlich und total übertrieben - besonders für Gastwirte, deren Existenz daran hängt. Man sollte nicht päpstlicher sein als der Papst. Der gestresste Mensch braucht heute mehr denn je sein gewohntes Laster. Nichtraucher leben dadurch mit Sicherheit auch nicht viel länger. Es kommt halt im Leben - egal was man tut - auf die positive Lebenseinstellung an. In Nürnberg in einer Kneipe stand folgendes: "Ohne Nikotin und Rauch stirbt die andere Hälfte auch". Wie wahr! Auch im weltberühmten Künstler-Cafe Hawelka in Wien wäre ein Rauchverbot die totale Katastrophe. Wenn man dort die Tür öffnet, könnte man ein Rauchverbot für sinnvoll halten. Aber gerade in diesem zauberhaften Rauchschleier kommt so mancher rauchende Künstler auf die besten Ideen. Diese kleine Freiheit braucht ganz einfach der vernünftige Mensch in seinem Alltag. Jeder Mensch soll leben wie er möchte, und dieses Verbot ist überheblich."

Mohammed Ben Khayal, Libyen:

"Man kann Raucher mit unterschiedlichen Methoden dazu bringen, nicht zu rauchen. Aber nur durch Schilder hier und dort wird sicher nichts Sinnvolles erreicht werden. Statt eines Rauchverbots sollte man gleich (am Eingang der Bar) gesagt bekommen: 'Zigaretten raus'!.

Claus Stauffenberg, Australien:

"Verbote funktionieren nur, wenn man Eigenverantwortung an der Tag legt. Wenn jemand einem 'Raucherclub' beitritt, dann muss er auch akzeptieren, dass seine Krankheitskosten nicht der Allgemeinheit aufgebürdet werden. Gleiches sollte für den Missbrauch aller Substanzen gelten, die nachweisbar gesundheitliche Langzeitfolgen haben."

Erwin Scholz, Costa Rica:

"Verbotskultur gilt's zu vermeiden.

Rücksicht und Hirn sollten entscheiden.

Rauchen die Leut' künftig im Keller,

nicht mehr bei Tisch über dem Teller,

stirbt hin das Volk an Rauchvergiftung.

Im Untergrund fehlt die Belüftung."

Mohamed Abdullah, Ägypten:

"In Bayern ist man mit den Rauchverboten in Gaststätten offenbar wieder am Nullpunkt angelangt. Wenn Gastwirte eine Gesetzeslücke nutzen und ihre Kneipe in einen "Raucherclub" verwandeln, dann haben sie ihr Umsatzproblem zwar gelöst, allerdings auf Kosten der Nichtraucher, die jetzt Probleme haben, einen rauchfreien Platz zum Essen und Trinken zu finden. Besser wäre es, wenn es Privatclubs für Raucher und für Nichtraucher gäbe. Aber generelle Rauchverbote in allen Bundesländern sind schlichtweg nicht durchzusetzen."

Die Redaktion von ‚Politik direkt‘ behält sich das Recht vor, Zuschriften zu kürzen.