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Forum

Politik direkt Forum vom 19. 08. 2010

"Verletzt Google die Privatsphäre?"

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Kamerawagen von Google Street View

Informationen zum Thema:

Streit um Google-Street-View

In vielen europäischen Ländern ist es schon Realität: der Blick auf Häuser, Straße und in Gärten. Der mächtige Internetkonzern Google hat auch deutsche Städte fotografiert und möchte sie demnächst frei zugänglich ins Internet stellen. Bürger, Politiker und Datenschützer in Deutschland laufen Sturm dagegen, wollen ihre Wohnhäuser unkenntlich machen lassen. Die Diskussion um Google ist typisch deutsch, zeigt exemplarisch die große Angst der Deutschen vor Datensammlungen jeglicher Art.

Unsere Frage lautet:

"Verletzt Google die Privatsphäre?"

Antworten unserer Zuschauer:

Edward Johnson, USA:

"Wenn jemand sein Haus verlässt, dann verliert er sein Recht auf Privatsphäre, weil er ja in der Öffentlichkeit ist. Eine Hausfassade ist auch öffentlicher Raum, weshalb sie von den Bewohnern ‚präsentabel’ gehalten wird. Google Street View zeigt den Leuten nichts anderes, als das, was sie mit ihren eigenen Augen sehen können. Wenn also eine Person nicht die Privatsphäre verletzen kann, kann das Google auch nicht."

Rod Silvers, USA:

"Wenn Google seinen Slogan 'Do no evil!' ('Tu nichts Böses!') ernst nimmt, dann respektiert es die Privatsphäre von Hausbesitzern und gibt ihnen unbürokratisch die Möglichkeit, ihr Eigentum unkenntlich zu machen."

Waltraud Maassen, Neuseeland:

"Seit Dezember 2008 sind alle Straßen und Landstraßen in Neuseeland und Australien 'vergoogled'. Mensch, Tier, Autos mit allem drum und dran. Dann setzte ein Sturm der Entrüstung ein, weil der Datenschutz nicht eingehalten wurde. Seitdem setzt Google eine Verzerrungs-Software ein - alle Personen, Kennzeichen etc. sind verschwommen. Nun gibt es wenig Gegenwehr, die Google-Bilder zu nutzen. Besonders in der Immobilienindustrie sind die Straßenkarten eine Hilfe für Verkäufer und Käufer. Privatsphäre weg, 1984 umgesetzt, der große Bruder schon lange am Kochtopf der Bürger. Und im Namen des Terrorismus hören Regierungen ihre Bürger schamlos ab. Macht bessere Gesetze, und Google muss in diesem Rahmen operieren. Aber bis jetzt ist ja nur alles ein Sturm im Wasserglas, weil auch die Regierungen an Googles (Kartographien, d.Red.) interessiert sind."

Hannelore Krause, Deutschland:

"Ich habe kein Problem damit, wenn Straßen, Plätze und Häuser filmisch festgehalten und auch ins Internet gestellt werden. Das könnte zuweilen hilfreich sein. Wenn allerdings 'versteckte Kamera' gespielt wird und Menschen durch Fenster oder Gärten in ihrer Privatsphäre ausgespäht und gezeigt werden, dann ist das ein Fall für den Staatsanwalt!"

Adalbert Goertz, USA:

"Google verletzt nicht die Privatsphäre."

Herbert Fuchs, Finnland:

"Eingeschränkt zum Teil, weil man als Ottonormalbürger nicht vorher sehen kann, warum jeder im Internet das Eigenheim erkennt für seine Zwecke im Guten wie im negativen Sinn. Dazu die Folgen, die im Internet von Google immer weiter ausgebaut werden bis hin wer da wohnt etc. Man kann sehr gut verstehen, dass großes Misstrauen (…) vorherrscht. Diese Art der Globalisierung der Googlemaschinerie zeigt vielen deutlich, dass bald unsere Welt (vor allem die westliche Welt) eine Glaskugel werden wird zum Vorteil derer, die sowieso schon zuviel wissen über uns (…)."

Erwin Scholz, Costa Rica:

"Einst traf man sich im Treppenhaus,

wenn Neugier suchte Beute.

Zu gern baldowern Menschen aus.

Tun's "googelitisch" heute."

René Junghans, Brasilien:

"Ganz klar verletzt Google die Privatsphäre, wenn (die Firma, d.Red.) ohne ausdrückliche Genehmigung Privatgut fotografiert und ins Netz setzt. Es ist längst erwiesen, dass Einbrecher und andere Kriminelle über Google Earth ihre Opfer aussuchen, aber für den Schaden der Opfer wird Google niemals aufkommen. Ich finde es eine bodenlose Frechheit, dass die Amerikaner sich erdreisten, weltweit Städte auszuspionieren und damit die Menschen in Gefahr bringen, sei es, indem sie von neugierigen Zeitgenossen beglotzt werden, sei es um von kriminellen Organisationen zu Opfern gemacht zu werden. Es geht doch (Dritte, d.Red.) echt einen Dreck an, wie und wo jeder Mensch lebt, ob er ein schönes Haus hat oder eine bescheidenen Herberge. Ich finde das nicht typisch deutsch, denn nicht nur in Deutschland protestieren die Menschen gegen diese unerwünschte Einmischung ins Privatleben. Wenn es eines Tages den Dritten Weltkrieg gibt, der bei der drastischen Überbevölkerung unseres Planeten nicht so unwahrscheinlich ist, haben die Amerikaner über Google ein Werkzeug, um ihre Pseudo-Feinde zu besiegen. Man kann ja nie wissen, was die Neurosen der Amerikaner noch alles produzieren. Einmal ist es der Irak, dann Afghanistan, nun soll es der Iran sein - und welche Länder werden in der Zukunft eingefallen, wenn die Politiker nicht nach der US-Pfeife tanzen und die Amerikaner ihre eigenen Interessen "verletzt" sehen? Heutzutage gibt es ja doch nur eine einzige Weltmacht und die hat Google..."

Gerhard Seeger, Philippinen:

"So wie es gezeigt wurde, könnte man das Stadtstraßeninformationsnetz-System durchaus annehmen. Die Häuser brauchen nicht unkenntlich gemacht werden! Jeder, der durch die Straße geht oder fährt, kann es doch auch sehen. Doch nicht vergessen: Google müßte auch einiges untersagt werden, z. B. durch Fenster und in Gärten zu filmen. Das darf nicht sein! Niemand braucht das, um sich zu orientieren. Trotzdem sollte Vorsicht angesagt bleiben. Nicht einfach vertrauen, auch kontrollieren! Es sollte auch geprüft werden, was sie mit dem machen, was zunächst von der Kamera mit erfasst wurde, aber für den eigentlichen Zweck nicht gebraucht wird."

Cristina H. Bockmuhl, Philippinen:

„Ich schließe mich Herrn Seegers Ausführung an. Hinzufügen will ich, dass man diesen Google-Leuten und anderen Providern mehr Zügel anlegen muss. Auch wenn die persönliche Unkenntlichmachung beantragt werden kann, bleibt eine gewisse Unsicherheit. Was geschieht mit all den Daten? Richtig vernetzt habe ich wohl kaum noch etwas Privates, das nicht im Internet zu finden ist. Meine Persönlichkeitsdaten sind schützenswert für mich.“

Die Redaktion von ‚Politik direkt’ behält sich das Recht vor, Zuschriften zu kürzen.