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Forum

Politik direkt Forum vom 19. 03. 2009

"Ist der Kampf gegen die Mafia aussichtslos?"

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Giovanni Strangio, der mutmaßliche Haupttäter der Duisburger Mafia-Morde vom August 2007, wurde in der Nacht zum 13. März 2009 in Amsterdam festgenommen

Informationen zum Thema:

Mörderische Mafia - Das deutsche Netzwerk der Ndrangheta

Laut BKA sind hunderte sogenannte "Familien" der gefährlichen italienischen Organisation in zahlreichen deutschen Städten aktiv. Die Festnahme eines ihrer Auftragsmörder von Duisburg hat ihre Geschäfte nur kurz gestört. Die kalabrische Ndrangheta bleibt die Mächtigste der italienischen Mafiaorganisationen. Jährlicher Umsatz: über 40 Milliarden Euro. Deutschland ist für die Süditaliener die wichtigste Auslands-Basis. Die neueste Analyse des Bundeskriminalamts zur Ndrangheta in Deutschland ist besorgniserregend. Die süditalienischen Mafia-Clans haben Deutschland untereinander aufgeteilt. Krakenartig haben sie sich vor allem im Ruhrgebiet, aber auch in den neuen Bundesländern, Süddeutschland und Hessen ausgebreitet.

Unsere Frage lautet:

"Ist der Kampf gegen die Mafia aussichtslos?"

Antworten unserer Zuschauer:

Martin Burmeister, Venezuela:

"Aussichtslos ist der Kampf gegen die Mafia bestimmt nicht, jedoch nur Erfolg versprechend, wenn eine internationale Spezialtruppe mit uneingeschränkter Zusammenarbeit diesen Kampf aufnimmt und dabei von Politik und Bevölkerung voll unterstützt wird."

Erwin Scholz, Costa Rica:

"Kein Kampf ist völlig aussichtslos.

Nur ein Benimm, des Anstands bloß,

teert Mafiosen breit den Pfad

hinauf gar in den 'Ethik-Rat'."

Charles Smyth, Großbritannien:

"Man kann die Mafia erfolgreich bekämpfen, wenn man die bestehenden Gesetze rational anwendet. Wenn Mafia-Mitglieder sich gegenseitig umbringen, dann müssen die Ermittlungsbehörden ihre Beweise einfach den Opferfamilien zur Verfügung stellen. Die werden dann schon um die Sache kümmern."

Hannelore Krause, Deutschland:

"Ich meine Ja! Die Mafia als Imperium operiert auf kriminelle Art und Weise weltweit - und dies nicht erst seit Duisburg. Die N‘drangheta hat sich in Deutschland breit gemacht, wie es heißt, nach der Wende mehr und mehr auch in den neuen Bundesländern, die teilweise auch davon profitiert haben. Vielleicht aus Unkenntnis. In der mehr als hundertjährigen Existenz von Mafia-Gruppen sind viele Paten auf der Flucht erschossen worden; Richter, die den vielen Mafia-Ablegern auf der Spur waren, haben ihr Leben lassen müssen. Und der Zuwachs nimmt kein Ende, die Mafia stirbt nicht aus. Zu den italienischen Mafia-Gruppen gesellen sich auch der amerikanische Ableger der Cosa Nostra, die japanische, chinesische und russische Mafia, die auch schon einen Fuß in unser Land gesetzt haben. Selbst in Regierungen weltweit sollen sie sich schon eingerichtet haben. Es gibt einfach kein probates Mittel, sie aus der Welt zu schaffen."

Gustaf Woelfle, USA:

"Die Mafia ist eigentlich sehr unorganisiert; (sie ist habgierig, sehr starr, d. Red.) und bekämpft sich selbst. (...) Es ist möglich, die Bande im Keim zu ersticken, wenn die Justiz in Deutschland nicht zögert."

Lee Davis, USA:

"Man muss wissen, dass die Mafia ein Geschäftsmodell ist. Wenn es keinen Markt mehr für ihre Produkte gibt, wird sie sterben!"

René Junghans, Brasilien:

"Die deutsche Politik hat kläglich bei der Kontrolle der Mafia im Land versagt, sonst wäre diese heute unkontrollierbar scheinende Ausbreitung dieser kriminellen Organisation nicht möglich gewesen. Es muss gerechterweise allerdings auch gesagt werden, dass die Mafia scheinbar weltweit gleichfalls gut durchorganisiert ist, vor allem in den USA. Eine einzige Möglichkeit dagegen vorzugehen, wäre eine grenzübergreifende Gesetzgebung, die es erlaubt, eine internationale, spezifisch auf Mafia-Organisationen spezialisiertes Polizeiteam zu schaffen, das dann aber auch wirklich weltweit einsetzbar und nicht an lokale Gesetze gebunden wäre. Bei 40 Milliarden Euro Umsatz im Jahr, kann die Mafia wirklich jeden kaufen. So gesehen scheint mir der Kampf gegen die Mafia aussichtslos. Wie ich das einschätze, sind Kriminelle und Korrupte immer auf der stärkeren Seite und die wenigen noch ehrlichen Menschen (wie ich) sind die Idioten in diesem Powerspiel."

Die Redaktion von ‚Politik direkt‘ behält sich das Recht vor, Zuschriften zu kürzen.