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Forum

Politik direkt Forum vom 12.07.2012

11.2007 DW-TV Politik direkt Forum Archiv deu

Die Sendung:

Totales Versagen - warum die deutschen Sicherheitsbehörden die Neonazi-Morde nicht verhindern konnten. Straftat oder religiöses Ritual? - Beschneidungen in Deutschland. Keine Lust auf Nachwuchs - warum die Deutschen so wenig Kinder bekommen. Klimaschutz, Kunst, Kommunikation - die essbare Stadt Andernach.

Reaktionen unserer Zuschauer:

René Junghans, Brasilien

"NSU - Es ist wirklich erstaunlich, wie die Sicherheitsbehörden so versagen konnten. Hatte man dort kein Interesse, weil es sich bei den Opfern um Ausländer handelte, oder sympathisierte man etwa gar mit den Neonazis? Bei solchen Gedanken kommt mir echt das Grauen. Ich hoffe, dass es in Zukunft nie wieder solche unentschuldbaren Fehler geben wird, denn jeder Mensch hat ein Recht auf Sicherheit und Wohlergehen, ganz egal in welchem Land er lebt und aus welchen Gründen er in ein anderes Land umgesiedelt ist.

Straftat oder religiöses Ritual? Auf der einen Seite ist hier die Religionsfreiheit, die darf der Staat nicht unterbinden, aber auf der anderen Seite ist das Recht auf Selbstbestimmung und das ist bei Kindern nicht gegeben, denn sie sind nicht in der Lage, die Konsequenzen einer Beschneidung zu überblicken und, schlimmer noch, sie haben kein Mitspracherecht. Daher sollte eine Beschneidung erst ab 18 Jahren erlaubt werden, denn dann liegt die Entscheidung bei dem Betroffenen selbst.

Keine Lust auf Nachwuchs - Dank des extremen Egoismus der deutschen Paare, ist der Geburtenstand so enorm gesunken, wodurch die Menschen ihre eigene Zukunft kaputt machen. Wer soll denn die Arbeitsplätze belegen, sowie die Sozialabgaben und Steuern bezahlen, die zur Weiterbestehung der Gesellschaft notwendig sind, wenn kein Nachwuchs da ist? Damit kommt irgendwann alles zum Stocken. Zudem ist das Leben von Paaren ohne Kinder leer und gefühlsarm, denn Kinder bedeuten die Realisation unseres Lebens. Ich jedenfalls bin glücklich, dass ich meinen Sohn habe!

Klimaschutz, Kunst, Kommunikation - Ich finde die Idee der Stadt Andernach sehr interessant. Andere Städte sollten diesem Beispiel folgen."

Hannelore Krause, Deutschland

"Straftat oder religiöses Ritual? Beschneidungen sind seit eh und je ein religiöses Ritual - sowohl der Juden als auch der Muslime. Das ist wahr. Wir als Christen haben es zur Kenntnis genommen und die im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit garantiert diesen religiösen, oftmals auch schmerzhaften Eingriff - wobei dieses Ritual inzwischen auch schon von Nichtjuden und Nichtmuslimen praktiziert wird - in freier Entscheidung. Allerdings zeigen wissenschaftliche Untersuchungen immer wieder, dass es keine überzeugenden medizinischen Argumente gibt, um die Jungenbeschneidungen rechtfertigen zu können. Aus aktuellem Anlass wurde dieses Thema so hochgespielt, brachte ein Verbot mit sich, das nun widerrufen bzw. gelockert wurde. Ich bin der Meinung, dass jedes männliche Wesen ab einem zu bestimmenden Zeitpunkt selbst entscheiden sollte, ob es Ja oder Nein zu einer Beschneidung sagt. Was allerdings in diesem Zusammenhang total abzulehnen wäre, ist die Genitalverstümmelung bei Kindern weiblichen Geschlechts in einigen afrikanischen Staaten - und vielleicht auch in anderen Kontinenten. Dies sollte unbedingt unter Strafe gestellt werden.

Keine Lust auf Nachwuchs? Wenn ich mich so umschaue, stelle ich immer wieder fest, dass es doch etliche Menschen auf Kinderreichtum abgesehen haben. Das sind allerdings oftmals die Menschen, die selbst vom Staat abhängig sind und deren Kinder beileibe nicht das Weiterbestehen der Gesellschaft garantieren können, weil dieser Umstand des Abhängigseins vom Staat "weitervererbt" wird - es sei denn, man nimmt sich endlich rigoros dieser Kinder an, um sie bildungsmäßig auf das Leben vorzubereiten. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch die Paare, die es sich leisten können, vier oder fünf Kinder in die Welt zu setzen, weil die Voraussetzungen stimmen und von denen man annehmen kann, dass sie für den Fortgang sorgen werden. Vielleicht aber macht ja das Leben heutzutage auch viel mehr Spaß ohne Kinder - in einer Zeit der fast unbegrenzten Möglichkeiten - ohne Ärger und entsprechende Verantwortung."

Erwin Scholz, Costa Rica

Neonazi-Morde

Fremde einfach verachten
ist Abarts Tun und Trachten.
Krank zu oft der Menschen Tat,
weltenweit, im Krieg, privat.

Hier den Erreger finden
und dann ein End verkünden
jeder Gewalten-Lüge,
wär's, was uns weiter trüge.


Beschneidung

Man fragt sich, was im Kopf muss kippeln,
wenn am Präputium sie schnippeln.
Gott schuf den Mann, gab ihm den Pimmel.
Stutzt ihn zurecht, tönts jetzt vom Himmel?

Freilich:
Liest einer in der Bibel,
wird's einem doch leicht übel.
Heißt es da nicht irgendwie,
dass man ihm das Fell abzieh?

Also:
Kann sich für Religionen
der Verlust der Vorhaut lohnen?
Abraham meinte dereinst ja,
weil Gott so sprach et cetera.

Millionen fallen heute
diesem Pakt deshalb zur Beute.
Macht weiter also, sichelt ab.
Wie käm sonst "Männlichkeit" auf Trab?


Fehlender Nachwuchs

Kinder haben oder nicht,
muss jeder selbst entscheiden.
Es ist seine Weltansicht.
Soll weder noch ihm neiden.

Andernach

Menschen pflanzen Gemüse
und ernähren sich vor Ort.
Sie liegen auf der Wiese.
Keiner will mehr von dort fort.

Gereinigt wurden Brachen,
Leute werkeln, es herrscht Ruh,
von Schmutz und Stein und Lachen.
Der Politiker stimmt zu.

Führt jetzt selbst die Kuh aus. Muh...



Die Redaktion von ‚Politik direkt’ behält sich das Recht vor, Zuschriften zu kürzen.