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Forum

Politik Direkt Forum vom 10. 09. 2009

" Wie kommt der Westen raus aus Afghanistan?"

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Nach dem NATO- Luftangriff (AP Foto)

Informationen zum Thema:

Im Kreuzfeuer - Die Bundeswehr in Afghanistan

Die deutsche Militärführung in Afghanistan hat einen US-Luftschlag auf von Taliban gestohlenen Tanklastern angefordert. Bei dem verheerenden Angriff sind vermutlich auch Zivilisten gestorben. Jetzt steht die Bundeswehr bei ihren Nato - Partnern in der Kritik, übereilt und unverhältnismäßig sei die Attacke gewesen. Kanzlerin Merkel gibt eine Regierungserklärung ab, die linke Opposition stellt den Einsatz in Frage. Der Afghanistan-Krieg ist im deutschen Wahlkampf angekommen.

Unsere Frage lautete:

" Wie kommt der Westen raus aus Afghanistan?"

Antworten unserer Zuschauer:

Fuad Abu Sameer, Syrien:

"Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Ich glaube, der erste Schritt muss sein, eine gute Regierung zustande zu bekommen. Die Westen soll nicht (nur) über die politischen Probleme reden, sondern über die Menschen und den Fortschritt in diesem Entwicklungsland."

Martin Burmeister, Venezuela:

"Leider hat sich die Lage in Afghanistan in den letzten Jahren eher verschlechtert (vergleiche die Aufnahmen vom Einmarsch der amerikanischen Truppen in Kabul im Jahre 2001 oder 2002) als verbessert, und das scheint nicht zuletzt an der Unfähigkeit der Regierung von Hamid Karzai zu liegen, die anscheinend nur sehr wenig zur Verbesserung der Situation beiträgt. Um aus Afghanistan heraus zu kommen, muss erstens die Regierung des Landes voll in die Pflicht genommen werden, zweitens Pakistan in der Bekämpfung der Taliban und Al Qaida voll unterstützt werden und drittens eine Lösung des Anbaus von Opium (Ausnutzung für medizinische Zwecke?) gefunden werden."

Fred Griswold, USA:

"Der erste Schritt sollte sein, herauszufinden, was die Absichten in Afghanistan sind, und wie viel Zeit es brauchen wird. Barack Obama ist der Mann, (den man das fragen muss, d.Red.). Ich denke nicht, dass man eine klare Antwort von ihm bekommen wird. Er hat wenig Initiative, er ist mit dem doppeldeutigen Gerede voll, und er ist ein Mr. Please-All. Er sagte, dass der afghanische Krieg am Ende seiner Präsidentschaft zu Ende sein würde, aber das konnte 4 Jahre oder 8 Jahre sein, also ziemlich vage. Wir lernen (...) hier in Amerika, dass seinem Wort nicht wirklich vertraut werden kann. Obama hat größtenteils die Praktiken von Bush fortgesetzt, und Bush sorgte sich nie viel um Afghanistan - dort gibt es schließlich kein Öl. Wie kommt der Westen raus aus Afghanistan? Deutschland soll keine Führung von Obama erwarten."

Gerhard Seeger, Philippinen:

"Ich glaube, dass die meisten aus dem Westen - auch die USA selbst, die einst den Taliban halfen an die Macht zu kommen und dann mit ihrem Angriff, der, wenn ich mich nicht irre, völkerrechtlich umstritten war, diese Situation herbeiführten - lieber heute als morgen aus Afghanistan abziehen würden, wo sie gar (nicht) erst sein sollten. Aber da der Einsatz das Land nicht wirklich stabilisiert hat, fällt es den Verantwortlichen gewiss schwer, das ohne allzu viel Gesichtsverlust zu machen (...).

Erwin Scholz, Costa Rica:

"Verschwinden aus Afghanistan?

Wie fing's hiermit gleich nochmal an?

Möcht' wieder fliehen allzu gern

vor ewig feigem Waffenlärm:

Hau ab, komm als Tourist zurück.

Es möchte klappen mit viel Glück.

Der Terror stirbt nicht mit "schlag zu".

Helf mit beim Aufbau. Dies schafft Ruh."

René Junghans, Brasilien:

"An erster Stelle sei gesagt, dass es ein enormes Absurd war, dass der Westen in Afghanistan eingefallen ist. Die Taliban waren ein lokales Problem, eine vom Volk zumindest geduldete Regierung. Erst nachdem die Amerikaner die Taliban gestürzt haben, hat es sich zu einem internationalen Problem ausgedehnt. Besonders schlimm ist es, dass europäische Nationen sich dazu überzeugen ließen, an diesem sinnlosen Krieg teilzunehmen. Besonders Deutschland, mit seiner nicht gerade glorreichen Vergangenheit in Sachen 1. und 2. Weltkrieg, hätte es sich doppelt gut überlegen müssen, jemals wieder an Kriegen teilzunehmen. Der Anschlag auf die beiden Tanklaster hat es deutlich gemacht, dass das deutsche Militär psychisch nicht in der Lage ist, folgeschwere Entscheidungen unter Zeitdruck richtig zu bewerten und auszuführen. Zivilisten wurden getötet, weil sie sich ein wenig des Treibstoffs stehlen wollten. Wie der Westen aus Afghanistan wieder rauskommt? Ganz einfach: Sich unverzüglich zurückzuziehen, ohne weitere Anforderungen zu stellen. Die Afghanen sind ganz sicher in der Lage, ihr eigenes Schicksal besser zu gestalten, wenn die Besatzungsmächte abgezogen sind. Es wird auf jeden Fall ähnlich wie in Vietnam und im Irak enden, wo die Amerikaner eingefallen sind und trotz militärischer Übermacht verloren haben. Warum die deutsche Politik das nicht gemerkt hat, bevor sie Deutsche nach Afghanistan in den Tod geschickt hat und Afghanen getötet hat, das wird möglicherweise für immer ein Rätsel bleiben. Ich wünsche allen Menschen, dass sie in Frieden leben, ohne dass fremde Militärmächte versuchen, den Willen der USA aufzudrängen. Also, kurz gefasst: Die Soldaten abziehen ohne Forderungen zu stellen und die Afghanen in Frieden leben lassen!"

Waltraud Maaßen, Neuseeland:

"Gute Frage...aber es ist 5 nach 12 die Chance ist vorbei der Westen würde Gesicht und Profit verlieren und die Deutschen haben sich so richtig verfahren, eigentlich auch von der Nato etc verschaukeln lassen. Warum die Bundeswehr nicht wie Schuster bei seinen Leisten geblieben ist.. Für mich unverständlich. wie kommen wir aus dem Dreck? Für mich ist das ganz einfach. Schmeiß den Kram hin und ab nach Hause!"

Dirk Lemke, Thailand:

"Für die Taliban ist es sehr einfach, unsere militärischen Entscheidungen schlecht aussehen zu lassen. Sie sorgen doch dafür, das Zivilbevölkerung zu schaden kommt. Machen wir es also nach Modell "Linke", warte ich schon darauf, wie diese Partei den nächsten Terroranschlag in Deutschland erklärt."

Mohanad Mahli, Syrien:

"Vielleicht dauert (das militärische Engagement, d.Red.) Vielen zu lange, aber der Westen muss die Taliban schwächen!"

Charles Smyth, Großbritannien:

"Der einzige Weg raus aus Afghanistan führt über das Erreichen klar gesteckter Ziele. Lächerliche Wahlergebnisse abzunicken hat damit nichts zu tun. Man muss der afghanischen Führung klarmachen, 1. dass wir uns nicht von ihr zum Narren halten lassen, 2. dass sie viel zu verlieren hat, 3. dass sie sich nicht die Taschen füllen können mit unserem Geld, 4. dass Leute vom Schlage eines General Dostum vor dem internationalen Strafgerichtshof landen werden und schließlich, dass alle Afghanen, die in die EU geflohen sind, zurückgeschickt werden."

Mustafa Alani, Irak:

"Mich überrascht, dass die USA und ihre NATO-Verbündeten in Afghanistan in dieselbe Falle getappt sind wie die Sowjetunion in den 80er Jahren (...). Sie sollten ihre Lektionen aus der Geschichte lernen. Wie sind die Russen damals rausgekommen? Ich bin der Ansicht, dass die NATO ernsthaft über Verhandlungen mit den Taliban nachdenken sollte, um eine für beide Seiten annehmbare Lösung zu finden."

Die Redaktion von "Politik direkt" behält sich das Recht vor, Zuschriften zu kürzen