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Forum

Politik direkt Forum vom 07.11.2013

11.2007 DW-TV Politik direkt Forum Archiv deu

Die Sendung:

Der Macher / Hilfstour nach Jordanien / Die 800 Euro – Staatsaffäre / Kranich-Kampf

Reaktionen unserer Zuschauer:

René Junghans, Brasilien

„Hilfstour nach Jordanien: Spenden für die Flüchtlingslager finde ich Ok, solange die Lager in den syrischen Nachbarländern stehen. Die syrischen Flüchtlinge sind aber kein deutsches Problem, eher ein amerikanisches, denn die USA haben es unterlassen, das syrische Regime abzusetzen, als das ganze Gemetzel begann. Warum wandern die syrischen Flüchtlinge also nicht nach USA aus, wo Einwanderer bessere Möglichkeiten haben und vor allem viele ihrer Landsleute vorfinden, was eine Integrierung sicher viel einfacher macht, als im leider fremdenfeindlichen Deutschland.
Die 800 Euro – Staatsaffäre: Wer hier vor Gericht gehört ist nicht Herr Wulff, sondern all jene Leute, die ihrem ehemaligen Präsidenten seinen guten Ruf ruiniert haben, ihn wegen lächerlicher 800 Euro anklagen und vorwerfen, sich "Vorteile" verschafft zu haben. Da kann man nur den Kopf darüber schütteln. In welcher Welt leben diese Menschen eigentlich? Die Deutschen sollten sich mal im Rest der Welt umschauen, dann sehen sie, wie die Politiker überall etwas dazu verdienen, sich oftmals gar mit Milliardenbeträgen bereichern und keiner entfernt sie deswegen aus dem Amt, oder stellt sie gar vor Gericht. Man braucht doch nur mal in die Nachbarländer schauen, wo besonders Spanien, Italien und Griechenland als notorisch korrupt gelten. Gerade ist z.B. in São Paulo einer der unzähligen Korruptionsskandale Brasiliens in Untersuchung, da haben einige enge Vertraute des ehemaligen Bürgermeisters geschätzt ca. 500 Millionen Reals Bestechungsgelder einkassiert, das sind immerhin mehr als 150 Millionen Euros. (..) Wenn man sieht, was in der Welt straflos an Korruptionsgeldern fließt, da kann mir Herr Wulff nur leid tun, dass er das Amt des Präsidenten überhaupt akzeptiert hat. Er hat diese Art Anklagen sicher nicht verdient. Eine Entschuldigung ihm gegenüber wäre eher angebracht.
Kranich-Kampf: Man muss die Kraniche, so wie alle Vogelarten und andere Tiere, schützen. Essen müssen sie alle, damit müssen die Bauern leben. Ein zivilisiertes Zusammenleben von Mensch und Tier ist Bestandteil unseres Daseins. Wenn wir die Tiere ausrotten, kommt unser gesamtes Öko-System aus dem Gleichgewicht, nur damit ein paar Bauern ein paar tausend Euros mehr Gewinn machen? Das ist doch sicher zu kurzsichtig gedacht.“

Herbert Fuchs, Finnland

„In Finnland leben die Menschen eng mit der Natur zusammen und ich selbst habe in den Jahrzehnten hier im hohen Norden bemerkt wie wichtig es ist, für Zugvögel ein besonders großes Herz zu haben wenn sie eine Rast einlegen auf ihrer Flugreise in der Süden und zurück an ihre Brutplätze.
Anders ist es hier zum Beispiel mit den Bären- laut Medienberichten mussten diese Saison insgesamt 125 Bären ins Gras beißen -meist im Osten Finnlands-an Stellen wo die Bären sich an Müllplätzen heimisch gemacht haben oder für den Menschen gefährlich werden konnten. In Finnland leben zur Zeit zwischen 1255 bis 1380 Bären. Diese Saison wurden laut Zeitung 300 Bärenjungen geboren. Die Kraniche sind im Unterschied zu den vielen Bären harmlos und lieben die Reisefreiheit wie wir Menschen auch. Die Bauern werden schon nicht verhungern in Deutschland.“

Erwin Scholz, Costa Rica

Politik-Macher

Vor der Wahl noch sehr verschieden,
nach ihr dann beinahe gleich.
Ja, so sind sie hier hienieden.
Schwarz und Rot jetzt beide bleich.


Flüchtlings-Besucher

Sie laufen ein paar Stunden
im Lager übers Feld,
derweil der Krieg nach Runden
den Flüchtlingsstrom erhält.


800 Euro-Affäre

Verbleiben am End der Sause
achthundert Euro als Rest,
geht einer bekloppt nach Hause
nach so einem Schützenfest.


Flug des Kranichs

Fliegt der Kranich,
braucht er Kraft.
Holt sich Körner,
dass er's schafft.

Mais, der über,
Saat, die sprießt,
was den Bauer
arg verdrießt.

Hannelore Krause, Deutschland

„Sigmar Gabriel läuft sich warm für 2017. Es gibt allerdings noch andere Macher bzw. Macherinnen, zum Beispiel in der Union. Sollte sich die Basis der SPD gegen eine Koalition mit der CDU aussprechen, vielleicht kämen dann doch die Grünen oder letztendlich Neuwahlen. Aber das glaube ich nicht. Vergessen sind die verbalen Anfeindungen vor der Bundestagswahl, vergessen die Weissagung vom Niedergang der Bundesrepublik Deutschland durch die Kanzlerin. Sigmar Gabriel gibt sich jetzt staatsmännisch. Bei den Koalitionsverhandlungen kein böses Wort mehr - im Gegenteil. Es wird gekuschelt, umarmt und gestrahlt. Es wird gefeilscht um Posten und Pöstchen. Und trotz Niederlage der SPD bei den Wahlen, wird versucht, das eigene Wahlprogramm durchzusetzen. Eigentlich dürfte keiner mehr wählen gehen bei so viel Verlogenheit. Hilfstour nach Jordanien: Es ist lobenswert, wenn sich deutsche Kirchenfürsten der Flüchtlingstragik annehmen und sich auf den Weg nach Jordanien in die Flüchtlingscamps machen, um ein Zeichen zu setzen. Und hoffentlich haben sie auch genug Bares dabei und nicht nur tröstende Worte. Vergessen sind natürlich derartige Tragödien auch in der Ferne nicht, aber unsere Herzen können sich nicht für alle Menschen öffnen, die - aus welchen Gründen auch immer - weltweit auf der Flucht sind. Das ist nun einmal so. Und irgendwann wird auch unsere Regierung überstrapaziert, wenn es uns auch zum jetzigen Zeitpunkt noch sehr gut geht. Und wir alle wissen auch zu genau, dass Spenden für diese Menschen nicht immer die Ultima Ratio sind, weil sie nicht immer dort angekommen, wo sie gebraucht werden. Das hat zur Folge, dass die Freizügigkeit Grenzen hat. Vielmehr sollten die Vereinten Nationen dafür Sorge tragen, dass der Krieg beendet wird, und die Menschen wieder in ihre Heimat zurückkehren können. Denn sie werden sicher auch beim Aufbau des Landes gebraucht. Wulff Prozess: Ein Bundespräsident sollte mit gutem Beispiel vorangehen. Das ist oberstes Gebot. Bei Christian Wulff gewinnt man den Eindruck, dass die Angelegenheit von den Medien sehr hoch gespielt wurde und fast schon lächerlich wirkt, wobei ich die Tatsache als solche nicht gutheiße. Man könnte annehmen, es handele sich um ein Millionen-Ding. Die Versuchung ist sehr sehr groß und bestimmt kein Einzelfall.“

Die Redaktion von ‚Politik direkt’ behält sich das Recht vor, Zuschriften zu kürzen.