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Forum

Politik direkt Forum vom 03. 07. 2008

"Was tun gegen zu viele Brummis?"

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LKWs und PKWs im Stau auf einer Autobahn

Informationen zum Thema:

Autobahnen vor dem Kollaps - Warum Brummis gebremst werden sollen

Jetzt hat der Verkehrsminister den Brummis den Kampf angesagt. Tiefensee will ein Überholverbot, eine Extra-Spur für Lastkraftwagen und eine höhere Maut für die LKW-Fahrer, die zu den Hauptverkehrszeiten fahren. Ziel ist es, die Autobahnen zu entlasten und mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bringen. Denn alle Prognosen signalisieren: Es wird noch schlimmer. In Zukunft werden noch mehr LKW über deutsche Straßen rollen. Und schon jetzt ist der Zeitdruck für die Fahrer enorm, was immer wieder zu katastrophalen Unfällen führt.

Unsere Frage lautet:

"Was tun gegen zu viele Brummis?"

Antworten unserer Zuschauer:

René Junghans, Brasilien:

"Der einzige wirklich positive Weg die Strassen zu entlasten, ist der Schienenweg, was nicht nur die Autobahnen entlastet sondern auch für bessere Luft sorgt. Unnötig viele Abgase durch die schweren LKW sind unerträglich; hinzu kommt die Unfallgefahr. Diese Woche ist in unserer Stadt, Sao Paulo/Brasilien, ein Verkehrsverbot für LKW tagsüber in Kraft getreten, um die ständigen Verkehrsstaus etwas zu verringern. Fortan dürfen schwere LKW nur nachts ausliefern. Die LKW-Fahrer haben anfangs zwar protestiert, doch haben die Fuhrunternehmer inzwischen die Maßnahme eingesehen und stellen auf kleinere Zustellfahrzeuge um. Das mag im Prinzip zwar den Verkehr erneut belasten, aber die Luft ist erst einmal frei von den ungesunden schwarzen Dieselwolken. Leider wird fast der gesamte Warentransport in Brasilien per LKW abgewickelt, aber in Deutschland, sowie überall in Europa, ist das Schienennetz doch so gut ausgebaut, da dürften LKW eigentlich nur in Einzelfällen zum Einsatz kommen, vorwiegend kleine LKW zur Verteilung der Waren vom Güterbahnhof zum Endabnehmer."

Peter Groll, Dominikanische Republik:

"Die Frachtkosten müssten drastisch erhöht werden, damit der Fahrunsinn reduziert wird. Da wird Trinkwasser in Plastikflaschen aus Italien nach Deutschland gefahren und billig verschleudert, Bier von Flensburg nach Berchtesgaden und von München nach Hamburg gekarrt. Äpfel von Polen an den Bodensee, dort abgepackt und als Bodenseeobst verkauft. Das ist nur mit deftigen Straßengebühren zu stoppen, das spart Sprit und schont die Umwelt!"

Peter Santiago, Deutschland:

"Ich stamme aus den USA und arbeite derzeit in Deutschland. Warum erheben sie in Deutschland nicht einfach eine Straßengebühr für LKW im Transit aus den EU-Mitgliedsstaaten statt für die Einwohner eine Gebühr zu erheben? Das fände ich fair."

Helge Weyland, Argentinien:

"Ganz einfach: Statt neuer Autobahnen den Güterfernverkehr der Bahn stärken! Für Strecken über 200 Kilometer Entfernung sollten LKW-Fahrten ganz verboten werden und das bei strenger Kontrolle."

Gerhard Seeger, Philippinen:

"So viel wie nur möglich auf die Schienen! Mehr Straßen sind auch mehr dicht gepflasterter, kostbarer Boden. Die viel zu langen Fahrzeiten sind eine ständige Gefahr. Unnötige Transporte vermeiden! Vieles, was über weite strecken geliefert wird, ist auch vor Ort anbau- und herstellbar. Im Ausland zu produzieren sei billiger, ist kurzfristig gedacht, des schnellen Profites wegen. Auch in den Billiglohnländern nützt es nicht viel, sondern nur einigen wenigen."

Erwin Scholz, Costa Rica:

"Siegen sollt' die Eisenbahn,

entlasten den Verkehr.

Laster, die auf Schienen fahr'n,

verringern das Malheur.

Stets neue Straßen bauen

geht falsch das Übel an.

Lässt den Verstand sich klauen

vom world wide Handels-Clan."

Rolf G., Thailand:

"Das Container-System für den Frachtverkehr bildet schon mal eine gute Grundlage. Es sollte - wie in der Schifffahrt - ständig erweitert und auf den neuesten Stand gebracht werden. Was auf dem Meer das Schiff, ist auf dem Land der Zug. Größere Fuhrunternehmen sollten bei Entfernungen über 500 Kilometer nachweisen, dass die Leistung nicht durch die Bahn erbracht werden kann - und das EU-weit. Warum fährt ein LKW von Hamburg nach München? Da müssten drei Züge am Tag fahren, dann gäbe es auch keine Staus, zumindest für die Trucks."

Die Redaktion "Politik direkt" behält sich das Recht vor, Zuschriften zu kürzen.