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Ein Versprecher und seine Folgen

Polens Außenminister sorgt mit erfundenem Land für Spott

San Escobar - kennen Sie das Land? Wir nicht, aber angeblich der polnische Außenamtschef Waszczykowski. Zumindest behauptete er das gegenüber Reportern. Und löste damit Hohn und Witze in sozialen Netzwerken aus.

Interview mit Witold Waszczykowski (MSZ)

Außenminister Waszczykowski - ein kleiner Versprecher mit großer Wirkung

Polen spottet über einen Versprecher seines Außenministers Witold Waszczykowski: Vor Journalisten in New York erklärte dieser, sein Land habe Gespräche mit San Escobar geführt. Die Warschauer Regierung bemüht sich für 2018 um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat und ist deshalb auf Werbetour.

Den Fauxpas des Außenministers versuchte dessen Pressesprecherin später bei Twitter auszubügeln: Es sei ein Versprecher gewesen, erklärte sie. Eigentlich habe Waszczykowski den karibischen Inselstaat St. Kitts und Nevis - auf Spanisch San Cristóbal y Nieves - gemeint.

Der Hohn zehntausender Internetuser nahm dennoch Fahrt auf: Im Nu entstanden bei Facebook und Twitter zahlreiche Auftritte für San Escobar. So hieß es dort unter anderem, die Volksrepublik San Escobar unterstützt voll die Kandidatur Polens für den Weltsicherheitsrat.

Ein anderer Nutzer kündigt die Aufnahme einer täglichen Flugverbindung zwischen Polen und San Escobar an.

Ein Nutzer bastelte gar einen vermeintlichen Account des Außenministeriums von San Escobar. Dort bedankte sich das fiktive Ministerium für die Unterstützung Polens. Gleichzeitig warnte es, dass es wie Waszczykowski Google Translate verwende. Das Google-Tool ist für seine fehlerhaften Übersetzungen bekannt.

Auch polnische Medien nahmen den Chef des Außenamts aufs Korn. Waszczykowski sei nicht Außen- sondern "Komik-Minister", schrieb beispielsweise die Zeitung "Gazeta Wyborcza". Eine Karikatur zeigte Waszczykowski, wie er Delegationsreisen nach San Escobar sowie nach Nimmerland, Mordor und Narnia plant.

se/ww (dpa)