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Fußball

Polen wirft die Schweiz raus

Viel Kampf, zahlreiche Chancen und ein absolutes Traumtor. Das Achtelfinale zwischen Polen und der Schweiz hat viel zu bieten. In einer engen Partie fällt die Entscheidung erst im Elfmeterschießen.

Einen Premieren-Sieg würde es geben, so viel stand bereits vor dem ersten Achtelfinale der Europameisterschaft in Frankreich fest - schließlich hatten weder die Schweiz noch Polen jemals zuvor bei einer EM in der K.o.-Runde gespielt. Am Ende eines engen Duells, das beide Teams - besonders in der zweiten Halbzeit der regulären Spielzeit - mit offenem Visier führten, jubelten die Polen. Erst im Elfmeterschießen setzten sie sich knapp mit 5:4 (1:1, 1:0) durch. Der von Borussia Dortmund an den AC Florenz ausgeliehene Jakub Blaszczykowski erzielte nach einem Konter das erste Tor der Partie (39.). Xherdan Shaqiri brachte die Schweiz mit einem Traumtor per Seitfallzieher in die Verlängerung (82.), wo es sein Mitspieler Eren Derdiyok verpasste, die Partie zu Gunsten der Schweizer zu entscheiden. Im Elfmeterschießen wurde Granit Xhaka zum tragischen Helden. Als einziger Schütze traf er nicht. Als Grzegorz Krychowiak den letzten Elfmeter im Tor unterbrachte, war die Partie entschieden.

Blaszczykowski behält die Ruhe

Das Spiel vor 40.000 Zuschauern in Saint Etienne begann gleich mit einer Torchance: Nach 30 gespielten Sekunden kam Arkadiusz Milik nach Abstimmungsproblemen in der Schweizer Hintermannschaft frei zum Schuss, hob den Ball aus 16 Metern aber über das leere Tor. Die Polen nahmen den Schwung aus dieser ersten Torszene mit und machten anfangs das Spiel. Die Schweizer sahen das polnische Tor zunächst nur aus der Ferne. Erst in der 10. Minute gab Blerim Dzemaili einen ersten Warnschuss ab, der aber nur ans Außennetz ging. Danach entwickelte sich ein Geduldspiel, bei dem keines der Teams viel riskierte. Dennoch gab es auf beiden Seiten Abschlüsse, die ihr Ziel allerdings um einiges verfehlten. Schließlich brachte ein Konter nach einer Ecke der Schweizer den verdienten Führungstreffer für die Polen.

UEFA EURO 2016 - Achtelfinale | Schweiz vs. Polen - Torjubel Blaszczykowski (Foto: Reuters/Y. Herman)

Jakub Blaszczykowski schließt einen Konter sauber ab und bringt Polen in Führung

Der Abwurf des Torwarts landete auf der linken Angriffsseite bei Kamil Grosicki, der in den Strafraum der Schweizer lief, wo er von drei Verteidigern bedrängt wurde und trotzdem zum Flanken kam. In der Mitte verpasste Milik, und so erreichte der Ball Blaszczykowski, der kurz wartete und das Leder dann unter dem herauskommenden Yann Sommer hindurch zum 1:0 ins Tor schob (39.).

Shaqiri vollendet artistisch

Die zweite Halbzeit begann sehr ausgeglichen und mit Chancen auf beiden Seiten: Shaqiri dribbelte gefährlich in den Strafraum, fand aber keinen Abnehmer (47.), Robert Lewandowski hielt mit der Picke drauf, scheiterte aber an Sommer (51.). Dann versuchte es Shaqiri mit einem Weitschuss, den Polens Schlussmann Lukasz Fabianski mit den Fäusten klärte (52.). Schließlich fasste sich Blaszczykowski aus 18 Metern ein Herz und Sommer konnte sich erneut auszeichnen (55.). Dann wurde es ruppig: Fabian Schär grätschte Lewandowski um, der spektakulär durch die Luft flog und anschließend längere Zeit behandelt werden musste. Schär sah für sein Einsteigen zu Recht die Gelbe Karte (56.).

UEFA EURO 2016 - Achtelfinale | Schweiz vs. Polen - Tor Xherdan Shaqiri (Foto: Reuters/K. Pfaffenbach)

Was für ein Tor! Der 1,69 Meter kleine Shaqiri schraubt sich in die Luft und trifft spektakulär

Torchancen gab es in der anschließenden Viertelstunde nicht mehr. Erst in der 74. Minute zirkelte Wolfsburgs Ricardo Rodriguez einen direkten Freistoß auf das polnische Tor. Fabianski streckte sich und konnte den Ball noch zur Ecke abwehren. Noch knapper war es kurze Zeit später: Zunächst wurde ein Schuss von Johan Djourou geblockt, dann setzte Haris Seferovic den Nachschuss an die Querlatte (79.). Schließlich knackte Shaqiri den polnischen Abwehrriegel mit einem Traumtor: Per Seitfallzieher von der Strafraumgrenze erzielte der kleine Mittelfeldspieler den Ausgleich (82.). Ein letzter Freistoß von Milik verfehlte sein Ziel (90.+2), es ging in die Verlängerung.

Derdiyok macht den Sack nicht zu

Dort schienen die Teams zunächst darauf bedacht zu sein, keinen Fehler zu machen. Das Spiel beruhigte sich, Torszenen gab es kaum. Lediglich Shaqiri, der offenbar Selbstbewusstsein getankt hatte, versuchte es mit einem Heber, der aber einige Meter zu hoch angesetzt war (96.). In der zweiten Hälfte der Verlängerung blieb Polen weiter passiv, die Schweiz machte das Spiel und suchte die Entscheidung. Der eingewechselte Eren Derdiyok vergab eine dicke Chance, als er Shaqiris lange Hereingabe per Kopf aufs Tor brachte, aber Fabianski blitzschnell reagierte und ein Gegentor verhindern konnte (113.). Kurze Zeit später tauchte Derdiyok wieder alleine vor Fabianski auf, kam aber im Fallen nicht mehr an den Ball heran (118.). Danach schlug es fast auf der anderen Seite ein. Piszczek gewann ein Laufduell und spitzelte den Ball an Sommer vorbei. Doch die Schweizer Abwehr konnte für ihren Torwart klären und die letzte Chance des Spiels war dahin.

Im Elfmeterschießen bewiesen die Polen Nervenstärke. Alle fünf Schützen brachten den Ball sicher im Schweizer Tor unter. Einzig Xhaka, als zweiter Schweizer Schütze angetreten, schoss weit links neben das Tor. Schließlich war Krychowiak derjenige, der mit seinem Treffer die endgültige Entscheidung brachte.

Die Schweiz fährt nach Hause, Polen trifft im Viertelfinale auf den Sieger der Partie Kroatien gegen Portugal.

Hier können Sie noch einmal den gesamten Spielverlauf in Ruhe und in allen Einzelheiten nachlesen.

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