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Ostmitteleuropa

"Polen wird euch nicht allein lassen"

- Treffen des polnischen Senatsvorsitzenden Longin Pastusiak mit der polnischer Gemeinde in Irkutsk

Warschau, 21.9.2003, PAP, poln.

Polen denkt an euch, Polen wird euch nicht vergessen, Polen wird euch nicht allein lassen - versicherte Senatsmarschall Longin Pastusiak die im sibirischen Irkutsk lebenden Polen. Mit einem Treffen mit dem dortigen Polen-Verband "Ogniwo" begann der Marschall am Sonntag (21.9.) seine Asienreise. Von Irkutsk aus wird Pastusiak nach China und danach nach Vietnam weiterreisen.

Der Marschall dankte seinen Landsleuten dafür, dass sie das Polentum pflegen und die Verbindung zur sieben tausend Kilometer von Irkutsk entfernten Heimat aufrecht erhalten. Diese Entfernung sei aber kein Hindernis, um "sorgsam und mit Hingabe unsere Tradition zu pflegen". "Weiter so!", ermutigte er.

Die Teilnehmer der Begegnung waren gerührt, wiesen jedoch darauf hin, dass es für sie immer schwieriger sei, diese Arbeit fortzusetzen. ""Wo sollen wir uns treffen? Wo sollen wir all das bewahren? Wir haben kein Zentrum", beklagten sie sich.

Um Hilfe bei der geplanten Errichtung eines Hauses der Polen in Irkutsk bat der Vorsitzende des Verbandes "Ogniwo" Eugeniusz Wrzaszcz. Er sprach über viele Veranstaltungen, die der Verband organisiert: bereits fünf Mal fanden Tage der polnischen Kultur statt, es gibt eine Samstags- und Sonntagsschule der polnischen Sprache, es fanden mehrer Symposien und polnisch-russische Konferenzen statt, die der Geschichte der Polen in Sibirien gewidmet waren. Es gibt auch das Vokalensemble "Ogniwo". "Das Fehlen eines eigenen Zentrums erschwert unsere Entwicklung beträchtlich", sagte Wrzaszcz.

Pastusiak versprach, dieses Thema bei seinen Gesprächen mit der Führung des Gebietes Irkutsk am Montag anzusprechen. Er erinnerte daran, dass der Senat für den Schutz der Auslandspolen zuständig sei und bemüht sei, ihnen im Rahmen seiner Möglichkeiten zu helfen. Er gab jedoch zu, dass es nicht gelinge, alle Erwartungen zu erfüllen, obwohl der Senat bemüht sei, mit den für die Auslandspolen bestimmten Mitteln vernünftig umzugehen. Im Budget der Kammer für dieses Jahr sind 46 Millionen Zloty dafür bereitgestellt worden.

Pastusiak brachte Geschenke nach Irkutsk, insbesondere Hilfen für den Unterricht. Von Lehrerinnen bekam er aber bittere Worte zu hören; sie klagten über den Mangel an Lerhbüchern für den Polnisch-Unterricht, insbesondere für ältere Schüler. Die Polnisch-Lehrerin Ludmila Figura-Wizentas aus dem Dorf Werschina (120 Kilometer von Irkutsk entfernt) sagte, von den 530 Bewohnern des Dorfes seien nur 66 nicht polnischer Abstammung. Frau Ludmila unterrichtet in einer normalen russischen Schule, in der jedoch die polnische Sprache als Muttersprache bis zur achten Klasse im Lehrplan enthalten ist. (TS)

  • Datum 24.09.2003
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  • Permalink http://p.dw.com/p/46T6
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