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Deutschland

Polen verstärkt Afghanistan-Kontingent deutlich

Polen stockt sein Militärkontingent in Afghanistan von Februar 2007 an auf mehr als 1000 Soldaten auf. Damit wäre der Anteil polnischer Truppen in dem NATO-Kontingent einer der höchsten.

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NATO-Soldaten in Afghanistan

Derzeit sind in Afghanistan nur 100 polnische Soldaten eingesetzt. Mit der Aufstockung auf 1000 Soldaten würde Polen in dem NATO-Kontingent nach Deutschland, Großbritannien und den USA die meisten Truppen stellen. Die polnischen Soldaten sollten vorwiegend im Osten des Landes zum Einsatz kommen. Sie sollen die derzeit besonders im Süden Afghanistans in heftige Kämpfe mit den islamistischen Taliban verwickelten NATO-Truppen ab

Februar 2007 verstärken.

Erst an diesem Mittwoch hatte ein NATO-Sprecher in Brüssel mitgeteilt, dass die Forderung nach Verstärkung der Truppen in Afghanistan um 2500 Mann bei den europäischen Mitgliedern der Allianz auf keine positive Reaktion gestoßen sei.

Was wird gebraucht?

Benötigt wird nach Angaben von NATO-Sprecher James Appathurai ein zusätzliches Bataillon, was etwa 500 bis 700 Soldaten entspreche. Zudem brauche die ISAF zahlreiche Flugzeuge und Hubschrauber inklusive Personal.

Zu Berichten, wonach die Führung der Allianz einen Einsatz der neuen NATO-Eingreiftruppe (NRF) in Afghanistan erwägt, erklärte Appathurai: "Ich glaube nicht, dass das notwendig sein wird." An der NRF, die ab November einsatzbereit sein soll, ist auch die Bundeswehr beteiligt.

"Mit mehr Kräften könnten die Ziele schneller erreicht werden", sagte der NATO-Sprecher. Die NATO-Verteidigungsminister werden sich Ende September in Porto Roz in Slowenien treffen und versuchen, das Problem auszuräumen. Der Sprecher sagte, NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hoffe auf die Solidarität der Verbündeten.

Operation "Medusa"

Als Erfolg beschrieb der NATO-Sprecher die am 2. September gestartete "Operation Medusa" gegen Aufständische in Südafghanistan. Die ISAF habe etwa zwei Drittel des Territoriums, das sie unter ihre Kontrolle bringen wolle, besetzt. Um "Medusa" zu Ende zu bringen, würden keine weiteren Soldaten benötigt. Die Operation habe aber erneut gezeigt, wie stark die ISAF beansprucht sei.

Nach Angaben vom Montag kamen bei dem Militäreinsatz bereits mehr als 500 Aufständische und 20 Koalitionssoldaten ums Leben, davon 14 Briten bei einem Flugzeugabsturz. Taliban-Kämpfer und andere Aufständische haben in den vergangenen Monaten Angriffe und Anschläge auf die ausländischen Truppen erheblich verstärkt. Vor allem die in Südafghanistan stationierten kanadischen und britischen Truppen haben starke Verluste erlitten.

Bundeswehr bleibt in Afghanistan

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan um ein weiteres Jahr beschlossen. Das teilte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg mit. Erforderlich ist noch die Zustimmung des Bundestags, der voraussichtlich am 29. September darüber entscheiden wird.

Das bisherige Mandat für die Beteiligung deutscher Soldaten an der internationalen Schutztruppe ISAF läuft am 13. Oktober aus. Steg betonte, das Mandat bleibe unverändert: Einsatzgebiet sei der Norden Afghanistans, und das Kontingent sei bis zu 3000 Mann stark. Ein Engagement der Bundeswehr im unruhigen Süden des Landes hatte das Verteidigungsministerium schon zuvor ausgeschlossen. Steg wies aber darauf hin, dass auch nach dem bisherigen Mandat deutsche Soldaten außerhalb des Nordens eingesetzt werden könnten, wenn dies für den Gesamtauftrag der ISAF unabdingbar sei, allerdings nach Zeit und Umfang begrenzt.

Seit Dezember 2001 im Einsatz

Die Bundeswehr beteiligt sich seit Dezember 2001 an der "International Security Assistance Force" (ISAF) und hat im Juni die Verantwortung für den gesamten Norden Afghanistans übernommen. Derzeit hat sie rund 2800 Soldaten im Einsatz. Das Mandat war zuletzt vor einem Jahr verlängert worden. (kap/stl)

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