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Ostmitteleuropa

Polen steht an der Spitze der Drogenstatistik

Warschau, 17.3.2003, POLNISCHES FERNSEHEN 1, poln.

Innerhalb eines Jahres sind nach Polen Drogen eingeführt worden, deren Gesamtwert sich auf 1,2 Milliarden Zloty (etwa 300 Millionen Euro) beläuft. Anhand dieser Zahlen kann man sich das ganze Ausmaß des Drogenschmuggels vorstellen. Aus den Angaben der Internationalen Behörde für Drogenkontrolle geht hervor, dass Polen einen bedeutenden Platz bezüglich der Herstellung von Drogen und vor allem bei der Herstellung von Amphetaminen einnimmt. 60 Prozent der Amphetamine, die in Skandinavien beschlagnahmt werden, stammen aus Polen.

Die Herstellungsstätten für Amphetamine werden früher oder später von der Polizei entdeckt und aufgelöst. An ihrer Stelle werden aber sofort neue errichtet. Bei dem Drogengeschäft handelt es sich aber nicht nur um die Amphetamine. Polnische Verbrecher, die mit Kokain handeln, arbeiten mit den Drogenschmugglern aus Brasilien, Kolumbien und Peru zusammen. Heroin wird hauptsächlich aus Afghanistan und anderen asiatischen Ländern geschmuggelt. Es wird geschätzt, dass sich der Gesamtwert des polnischen Drogenmarktes auf etwa 300 Millionen Euro beläuft. (...)

Die Zahl der Drogenabhängigen in Polen wird von dem Direktor des Büros für Drogensucht, Piotr Jablonski, auf etwa 30 000 bis 70 000 Menschen geschätzt. In dem größten Krankenhaus für Drogensüchtige in Warschau gibt es 20 Betten und sie sind fast immer komplett belegt. Innerhalb eines Monats werden etwa 50 neue Patienten aufgenommen, weil die Rotation so groß ist. (...)

Die polnische Polizei und das Gerichtswesen tun viel, um zu vermeiden, dass Polen an der Spitze der traurigen Drogenstatistik steht. Im letzten Jahr wurde Anklage wegen Verletzung der Gesetze zur Drogensuchtbekämpfung gegen 13 000 Personen erhoben. Das Bestrafen selbst reicht aber nicht aus. Bei uns mangelt es immer noch an der Prophylaxe, d. h. an Treffen und Gesprächen mit der Jugend über die tödliche Bedrohung, die von der Drogenabhängigkeit ausgeht. (Sta)

  • Datum 17.03.2003
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  • Permalink http://p.dw.com/p/3Oxv
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