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Aktuell Europa

Polen stärkt Ukraine bei Weltkriegsgedenken den Rücken

Europäische Staatsoberhäupter haben in Polen des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren gedacht. Präsident Komorowski nutzt den Anlass, um auf aktuelle Konflikte zu verweisen.

Zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs haben sich in der Nacht zum Donnerstag die Präsidenten mehrerer europäischer Länder am Westerplatte-Denkmal bei Danzig versammelt - Schauplatz des deutschen Überfalls auf Polen am 1. September 1939. Von deutscher Seite wurden seinerzeit die ersten Schüsse auf polnisches Gebiet abgegeben.

"Der Beginn des Krieges wurde durch die Zusammenarbeit zweier totaler Regime eingeleitet und ermöglicht", erinnerte der polnische Staatspräsident Bronislaw Komorowski bei der Zeremonie und wies damit auf die Verstrickung zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland unter Adolf Hitler und der kommunistischen Sowjetunion unter Josef Stalin hin.

Die polnische Feier zum 8. Mai sollte auch daran erinnern, dass die Sowjetunion eine Teilschuld am Beginn des Zweiten Weltkrieges trägt, nachdem am 17. September 1939 sowjetische Soldaten in Polen einmarschiert waren. Das Ende des Zweiten Weltkriegs wird in Polen nicht ausschließlich als Befreiung empfunden, sondern auch als Beginn einer Unterdrückung durch die Sowjetunion.

Präsident Komorowski (2.v.r.) versichert der Ukraine die Solidarität des Westens (Foto: dpa)

Präsident Komorowski (2.v.r.) versichert der Ukraine die Solidarität des Westens

Komorowski erinnert an Ukraine-Konflikt

Komorowski nutzte die Gedenknacht dazu, der Ukraine im Konflikt mit Russland den Rücken zu stärken. "Der Platz der Ukraine und anderer osteuropäischer Länder - wenn sie es wünschen und sie dafür bereit sind - ist in unserem gemeinsamen europäischen Haus", betonte er. Komorowski nannte in seiner Rede Russland nicht ausdrücklich, übte aber Kritik an Moskau. "Der Krieg, der in der Ukraine weiter geht, erlaubt es uns nicht zu vergessen, dass es in Europa noch Kräfte gibt, die an die dunkelsten Zeiten der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts erinnern", kritisierte der Präsident.

An der Veranstaltung in Danzig nahmen offizielle Vertreter der baltischen Staaten, der Ukraine, Tschechiens, der Slowakei, Rumäniens, Bulgariens, Kroatiens, Zyperns und Spaniens teil. Aus Deutschland war Altbundespräsident Horst Köhler angereist. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nahm teil. Komorowski machte deutlich, es sei nicht Ziel der Zeremonie gewesen, "den Russen den Feiertag zu verderben".

Das Gedenken auf der Westerplatte ist vom Kreml als Gegenveranstaltung zu der traditionellen Gedenkveranstaltung auf dem Roten Platz in Moskau bewertet worden. Am 9. Mai feiert die Russische Förderation den 70. Jahrestag des Kriegsendes. Die Rote Armee hat großen Anteil am Sieg über Nazi-Deutschland. Aufgrund der Ukraine-Krise haben jedoch viele Vertreter europäischer Staaten die Teilnahme an der Veranstaltung am Samstag in Moskau abgesagt.

se/uh (afp, epd)