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Kultur

Poet aus Pretoria

In Südafrika gilt er als "Stimme des Volkes". Der 40-jährige Vusi Mahlasela ist Gitarrist, Sänger und Poet. Seine kritischen Lieder richten sich gegen Armut und Apartheid.

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Sprachrohr der Schwarzen: Vusi Mahlasela

Der 1965 geborene südafrikanische Sänger Vusi Mahlasela wuchs im riesigen Township Mahmelody in der Nähe von Pretoria auf. Schon als Kind spielte er auf einer selbst gebastelten Gitarre. Seine Großmutter betrieb ein Shebin - eine illegale Bar, in der Alkohol ausgeschenkt wurde. Dort kamen viele unterschiedliche Charaktere zusammen, es war ein Treffpunkt für Gangster und Musiker, aber auch ein Ort für geheime politische Meetings.

Politisch und sozialkritisch

Die A-cappella-Sänger faszinierten den jungen Vusi Mahlasela; er beschloss, Musiker zu werden. Außerdem trat er der Jugendorganisation des afrikanischen Nationalkongresses bei und freundete sich mit der Lyrikergruppe "The Ancestors of Africa" an. Schnell entwickelte er ein Faible für politische und sozialkritische Texte. "Während dieser Zeit hatte ich ziemlich viel Ärger mit der Polizei, die immer wieder Gedichte von mir konfiszierte. Das frustrierte mich so sehr, dass ich mir sagte: Ab jetzt werde ich alles, was ich schreibe, auswendig lernen, damit es mir niemand mehr wegnehmen kann", erzählt Mahlasela.

Spezialbild: Vusi Mahlasela bei Afro Music Festival in Würzburg

Vusi Mahlasela in Aktion

Vusi Mahlasela wurde zum Sprachrohr der Schwarzen und geriet immer mehr ins Visier des Apartheid-Regimes. Als politischer Aktivist wurde er immer wieder von der Polizei festgenommen. Als Vusi Mahlasela wieder einmal nachts von der Polizei abgeholt werden sollte, schritt seine resolute Großmutter ein: "Zu den Polizisten sagte sie: Vusi ist hier, aber ihr werdet ihn diesmal nicht mitnehmen. Wie könnt ihr es wagen, uns jeden Abend zu stören, während eure Kinder friedlich schlafen." Die Polizisten gingen und kamen nie wieder.

Wunsch nach weltweitem Respekt

Heute, nach elf Jahren Demokratie, hat Mahlasela gut lachen. Er ist froh, dass es in Südafrika gelang, dem Beispiel Mahatma Gandhis zu folgen, um mit Gewaltlosigkeit den Wechsel vom Apartheid-Regime zur Demokratie zu schaffen. Bei der südafrikanischen Versöhnungspolitik komme es darauf an, niemanden auszuschließen, sagt er: "Wir haben sehr viele Opfer gebracht. Insofern ist es wichtig, dass wir die Demokratie hegen und pflegen und weiterhin außerhalb des Landes Hilfe suchen."

Mahlasela hofft, dass die Armut in Afrika überwunden wird und der Lebensstandard steigt. Dafür müssten die G8-Staaten tatkräftige Unterstützung leisten - auch die afrikanischen Führer müssten endlich ihren Teil der Verantwortung übernehmen, meint Vusi Mahlasela. Ansonsten hat der Sänger eine große Hoffnung: "Ich wünsche mir, dass wir uns überall auf der Welt mit Respekt begegnen."

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