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Fußball

Podolski und die Eier-Frage

Für Lukas Podolski ist die Europameisterschaft das siebte große Turnier. Der Nationalspieler gilt als feste Konstante bei Bundestrainer Joachim Löw, nicht nur weil er neben dem Platz für gute Stimmung sorgt.

Applaus bei einer Pressekonferenz ernten nicht viele. Lukas Podolski hat es bei dem heutigen Medientermin geschafft. "Ich glaube, das ist eine Premiere", sagte DFB-Pressesprecher Jens Grittner. "Das hatten wir noch nie. Herzlichen Glückwunsch." Podolski hatte den Hosengriff von Bundestrainer Joachim Löw kommentiert und damit für lautes Gelächter und Beifall bei den anwesenden Journalisten gesorgt.

"Ich denke 80 Prozent von euch kraulen sich auch mal an den Eiern", sagte er und nahm damit den DFB-Coach in Schutz. Dieser hatte beim Spiel gegen die Ukraine für ein wahres Social-Media-Feuerwerk gesorgt. Der italienische TV-Sender RAI 4 hatte Löw bei einem Griff in die Hose gefilmt - das Video wurde kurze Zeit später via Twitter weltweit sichtbar und Gegenstand diverser Diskussionen. Ganz so lustig scheint der DFB die Geschichte aber nicht zu finden, denn der Verband habe laut der Tageszeitung Express offiziell Beschwerde bei der UEFA eingelegt.

"Polen ist der gefährlichste Gegner"

Neben Podolskis Aussage ging es aber auch um sportliche Dinge, denn die Nationalmannschaft steht am Donnerstag (21 Uhr MESZ, ab 20:45 Uhr MESZ im DW-Liveticker) vor ihrem wichtigen zweiten Gruppenspiel gegen Polen. Für den 31-jährigen Podolski ist das Duell gegen sein Geburtsland - wie immer - ein besonderes Spiel. Viele Freunde und ein Teil seiner Familie lebe immer noch in Polen erzählt Podolski. "Ich denke, dass die Mannschaft in den vergangenen Jahren einen großen Sprung gemacht hat. Viele Profis spielen im Ausland und sie haben auch viele junge Spieler dazu bekommen", analysierte der Nationalspieler und warnte: "Polen ist der gefährlichste Gegner in unserer Gruppe. Ich hoffe, dass wir als Erster und die Polen als Zweiter in die nächste Runde einziehen werden."

Für den Profi ist das Aufeinandertreffen am 2. Spieltag der Gruppe C auch ein Wiedersehen mit Kumpel Slawomir Peszko, mit dem er eine Saison beim 1. FC Köln zusammen gespielt hat. Eine Wette zwischen den beiden habe es aber noch nicht gegeben. Der eine oder andere Anruf soll aber noch folgen, ließ Podolski die anwesenden Medienvertreter wissen.

"Er ist eine Persönlichkeit"

Brasilien WM 2014 Fußballer Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger Selfie. Foto: PA

Verstehen sich bestens: Podolski (l.) und Schweinsteiger

Seit 2004 zählt der Stürmer zum festen Stamm der DFB-Elf. Das Turnier in Frankreich ist bereits sein siebtes großes Turnier im Dienst der Nationalmannschaft. Vor zwei Jahren wurde er mit wenigen Einsätzen in Brasilien Weltmeister. Und auch bei dieser Endrunde baut Löw auf die Qualitäten des türkischen Pokalsiegers. "Der Bundestrainer weiß, wo meine Qualitäten sind. Ich bin hier dabei und das auch verdient", sagte Podolski. "Ich habe in der Türkei eine gute Saison gespielt. Ich habe über 50 Spiele gemacht, von daher bin ich topfit und bereit. Wenn der Bundestrainer mich braucht, bin ich da." Zwar zählt der ehemalige Kölner schon länger nicht mehr zur ersten Elf, wichtig ist Podolski aber ohne Zweifel.

"Er ist auch eine Persönlichkeit, die der Mannschaft viel gebenkann", lobte Löw seinen Spieler. Doch auch sportlich traut der Weltmeister-Trainer seinem Schützling noch einiges zu: "Er hat noch einen sportlichen Wert für uns, auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen", sagte er: "Ich weiß, dass er immer noch die Leistung bringen kann, die wir erwarten." Ist diese EM das letzte große Turnier für den Routinier? Wenn es nach Podolski geht nicht. Er würde wohl auch noch bei der WM in Russland 2018 sein Bestes für den DFB geben. "Ich weiß, was ich an dem Bundestrainer habe und er weiß, was er an mir hat. Von daher passt das. Alles andere wird man dann sehen. Die nächsten Spiele, die nächsten Jahre."

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