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Kultur

Pluto ist kein Planet

Pluto hat mangels Masse seinen Status als Planet verloren. Angesichts der Entdeckung zahlreicher ähnlicher Objekte degradierte ihn die Internationale Astronomische Union (IAU) überraschend zum Zwergplaneten.

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Der Pluto, wie ihn das Hubble Space Telescope 1996 aufnahm

Lehrbücher und Lexika weltweit müssen geändert werden: Das Sonnensystem hat nur noch acht statt bisher neun Planeten. Nach einer hitzig geführten Debatte in Prag stimmten am Donnerstag 2.500 Wissenschaftler und Astronomen dafür, den Himmelskörper in die neue Kategorie der "Zwergplaneten" einzuordnen. Die Entscheidung wurde auf der 26. IAU-Generalversammlung getroffen, die zum ersten Mal formell definierte, was ein Planet ist.

Heftige Debatten

Die Delegierten hatten bis zuletzt zum Teil heftig über den genauen Text der Planetendefinition debattiert und immer wieder Details verändert. Schließlich stimmte die Mehrheit der Anwesenden für den zentralen Text.

Zuwachs im Sonnensystem voraussichtlich drei neue Planeten

Planeten und Planetchen: (v.l.n.r.) Merkur, Venus, Erde, Mars, Ceres (Zwergplanet), Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, sowie Pluto und Charon (auch Zwerge).

Die exakte Planeten-Definition, die bislang nicht existierte, war notwendig geworden, weil durch die immer bessere Beobachtungstechnik die Zahl von Entdeckungen in den Außenbezirken des Sonnensystems ständig steigt. In der jüngeren Vergangenheit hatten bereits mehrere Forschergruppen die Entdeckung eines - damals noch - zehnten Planeten für sich reklamiert. Die offizielle Benennung und Einteilung der Himmelsobjekte behält sich jedoch die 1919 gegründete IAU als Weltverband der Astronomen vor.

Mangels Masse

Nach der neuen Definition muss ein Planet um einen Stern kreisen, darf dabei aber selbst kein Stern sein. Er muss groß genug sein, dass die eigene Schwerkraft ihn in eine Kugelform zieht. Zudem muss er genug Masse haben, um auf einer kreisnahen Bahn die Sonne zu umlaufen. Dies trifft für Pluto, der kleiner als der Mond der Erde ist, nicht zu. Er umkreist zwar die Sonne, aber auf einer exzentrischen Bahn. Er bewegt sich im so genannten Kuiper-Gürtel mit zahlreichen anderen Himmelskörpern.

Damit bleiben nur die acht "klassischen" Planeten übrig:
Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Daneben gibt es nun Zwergplaneten. Zu ihnen wird künftig Pluto gehören, aber auch sein größter Mond Charon, der Asteroid Ceres sowie der erst kürzlich entdeckte Himmelskörper UB313.

NASA-Sonde New Horizons startet zum Pluto

Die Sonde "New Horizons" auf dem Weg zum Pluto

Pluto war seit seiner Entdeckung 1930 durch den US-Wissenschaftler Clyde Tombaugh traditionell zu den Planeten gezählt worden. Zwergplaneten sind nach der IAU-Definition trotz ihres Namens keine Planeten. Weitere Mitglieder dieser künftig voraussichtlich rasch wachsenden Kategorie sind der bisherige Planetoid Ceres aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter sowie das erst kürzlich jenseits von Pluto aufgespürte Objekt 2003 UB313, das von seinen Entdeckern nach der Heldin einer Fantasy-Fernsehserie inoffiziell Xena getauft worden war.

Familienzuwachs erwartet

Für Plutos Begleiter Charon war zunächst ebenfalls der Planetenstatus diskutiert worden war, er bleibt jedoch Zwergplanet. Die IAU erwartet nach eigenen Angaben schon in den nächsten Monaten weiteren Zuwachs in der Familie der Zwergplaneten. Derzeit würden bereits rund ein Dutzend Kandidaten geführt, teilte die Union nach der Verabschiedung der Definition mit.

Um einmal die Sonne zu umrunden, braucht Pluto 248 Jahre in einer Umlaufbahn, die die des Neptuns kreuzt. Plutos Durchmesser beträgt etwa zwei Drittel von dem des Erdenmondes. Bislang hat keine Raumsonde den neuen Zwergplaneten besucht. Im Januar 2006 wurde jedoch die Nasa-Sonde "New Horizons" gestartet, die im Juli 2015 bei Pluto ankommen soll. (sam)

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