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Aktuell Deutschland

Pleiten, Pech und Pannen bei militärischer Hilfe für Kurden

Die Pannen bei der Übergabe von Waffen und Personal aus Deutschland an die irakischen Kurden reißt nicht ab: Nach der Entsendung von Bundeswehr-Ausbildern verzögert sich auch die Waffenlieferung für die Peschmerga.

Wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte, konnte die vorgesehene niederländische Transportmaschine wegen eines Defekts zunächst nicht wie geplant am Mittag von Leipzig aus starten. "Wir arbeiten alle daran, dass die Hilfslieferung so schnell wie möglich vonstatten geht", sagte dazu ein Bundeswehrsprecher vor Ort. Es müsse aber zunächst ein Ersatzteil eingeflogen werden. Das Flugzeug vom Typ McDonnell Douglas KDC-10 könne daher voraussichtlich erst in der Nacht starten.

Voran ging es dagegen für die Bundeswehr-Soldaten, die kurdische Kämpfer in den Gebrauch der Waffen einweisen sollen. Nachdem die sechs Ausbilder und ein Sanitäter bereits seit Samstag im bulgarischen Burgas festsaßen, liegt die bislang fehlende Einfluggenehmigung für den Irak nach Bundeswehr-Angaben inzwischen vor. Die Soldaten wurden nun am Abend in der Kurdenmetropole Erbil erwartet. Hintergrund für die fehlende Genehmigung waren ebenfalls technische Defekte gewesen. Da defekte Transall-Maschinen der Bundeswehr ausgetauscht werden mussten, stimmte die nach Bagdad übermittelte Kennung des Flugzeugs nicht mehr.

Mehr als 600 Tonnen Ausrüstung und Waffen

Die Bundesregierung hatte Ende August nach kontroverser Debatte beschlossen, die irakischen Kurden auch mit Waffen im Kampf gegen die extremistische Organisation Islamischer Staat (IS) zu unterstützen. Die erste Lieferung soll laut Bundeswehr Panzerfäuste, Maschinengewehre und Sturmgewehre des Typs G3 umfassen, außerdem Schutzbrillen und Sanitätsausstattungen. Insgesamt überlassen die deutschen Streitkräfte der Kurden-Armee mehr als 600 Tonnen militärische Ausrüstung und Waffen.

Das Verteidigungsministerium stellte noch einmal klar, die Waffen seien ausschließlich für die irakischen Peschmerga und nicht für die PKK-Kämpfer der kurdischen Türken bestimmt. Dies werde mit einer "Endverbleibserklärung" sichergestellt. Der Linken-Politiker Jan van Aken äußerte allerdings in Berlin die Vermutung, das Gerät werde "schon bald auch in den Händen von IS und anderen Gruppen landen".

Eine Bundeswehr-Transall C-160 in der Luft (Foto: picture-alliance/dpa)

Ein immer seltener werdender Anblick? Eine Bundeswehr-Transall C-160 in der Luft

Von der Leyen gibt sich einsichtig

Bei den betagten Transportmaschinen der Bundeswehr vom Typ Transall C-160 gibt es grundsätzliche Probleme. Medienberichten zufolge sind derzeit von den insgesamt 57 Maschinen 32 nicht und drei weitere nur bedingt einsatzfähig. Die Auslieferung des Nachfolgemodells A400M verzögert sich jedoch seit Jahren. Auch dürfte die nun im November erwartete erste A400M der Bundeswehr nicht alle der mit dem Hersteller Airbus vereinbarten Anforderungen erfüllen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen räumte Probleme beim Lufttransport ein. "Fakt ist, dass wir gerade bei den Luftfahrzeugen in einer Umbruchphase sind", sagte die CDU-Politikerin. Sie widersprach aber Einschätzungen, die Einsatzfähigkeit der Truppe sei gefährdet: "Dass die Bundeswehr einsatzbereit ist, beweist sie täglich und weltweit in 17 Auslandseinsätzen." Zweifel an der deutschen Wehrfähigkeit äußerte dagegen der CSU-Verteidigungsexperte Florian Hahn in der "Welt". Die "Bild"-Zeitung berichtete unterdessen unter Berufung auf interne Bundeswehr-Papiere von Einsatzproblemen bei jeweils knapp der Hälfte der Bundeswehr-Kampfflugzeuge der Typen Eurofighter und Tornado. Schwierigkeiten gibt es auch bei Hubschraubern unterschiedlicher Typen.

sti/gmf (afp, rtr)