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Fußball

Pleite im Test gegen Frankreich

Die deutsche Nationalmannschaft hat zum Start ins EM-Jahr einen Dämpfer einstecken müssen. 100 Tage vor Beginn der EURO in Polen und der Ukraine verlor die DFB-Elf das Prestigeduell gegen Frankreich mit 1:2.

Deutschlands Miroslav Klose (r.) spielt gegen Frankreichs Adil Rami (Foto: dapd)

Deutschlands Miroslav Klose (r.) spielt gegen Frankreichs Adil Rami (Foto: dapd)

Frankreichs Yohan Cabaye (l.) und Deutschlands Mesut Özil im Laufduell (Foto: AP/dapd)

Mesut Özil zeigte sich laufstark

Nur ein Test sollte es sein und das Ergebnis nicht so wichtig. Je näher die Niederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft jedoch rückte, desto deutlicher wurde, dass Bundestrainer Joachim Löw die drohenden Pleite ganz und gar nicht egal sein würde. Doch der Fehlstart in das EM-Jahr 2012 war nicht mehr abzuwenden. Die deutsche Elf verlor in Bremen gegen Frankreich mit 1:2 (0:1) und konnte dabei nicht an die glänzenden Leistungen aus der EM-Qualifikation oder bei den Prestigeerfolgen gegen Brasilien und die Niederlande anknüpfen.

Deutschland enttäuscht auf ganzer Linie

Nach einer ordentlichen ersten halben Stunde enttäuschte der WM-Dritte vor allem in der zweiten Halbzeit und musste erstmals seit langem wieder ein gellendes Pfeifkonzert über sich ergehen lassen. Durch die Niederlage verpasste die ersatzgeschwächte DFB-Auswahl, die seit 1987 gegen Frankreich ohne Sieg ist, auch ein passendes Abschiedsgeschenk für den scheidenden Präsidenten Theo Zwanziger. Eine frustrierende Serie setzte zudem Torhüter Tim Wiese fort: Die etatmäßige Nummer zwei, die in ihrem Heimstadion eine 90-minütige Bewährungsprobe erhielt, wartet auch nach dem sechsten Länderspiel auf den ersten Sieg.

Frankreichs Olivier Giroud (r.) erzielt gegen Deutschlands Torwart Tim Wiese den Treffer zum 0:1 (Foto: dapd)

Olivier Giroud (r.) erzielt das 0:1

Die Treffer für die zum 18. Mal in Folge ungeschlagenen Franzosen, die bei der EURO auf England, Schweden und Gastgeber Ukraine treffen, erzielten Torjäger Olivier Giroud (21.) und der eingewechselte Florent Malouda (69.). Für die DFB-Auswahl verkürzte der eingewechselte Cacau erst in der Nachspielzeit (90.+1). Verletzungspech hatten derweil André Schürrle und der Franzose Franck Ribéry vom deutschen Rekordmeister Bayern München. Schürrle musste mit einer Nasenverletzung kurz vor der Pause vom Feld. Er wird am kommenden Bundesligaspieltag für Bayer Leverkusen gegen die Bayern aber wohl mit einer Maske spielen können. Ob Ribéry dann dabei sein wird, ist offen: Er verletzte sich bereits in der 3. Minute bei einem Zusammenprall mit Marco Reus am Oberschenkel, wirkte anschließend sichtlich gehemmt und musste zur Halbzeit ausgewechselt werden.

Deutschland ohne fünf Stammspieler

Frankreichs Franck Ribery (l.) spielt gegen Deutschlands Marco Reus (Foto: dapd)

Zweikampf: Ribery (l.) gegen Reus

Den ersten Härtetest der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für die EURO 2012 in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) musste Löw ohne fünf Stammkräfte bestreiten. Nach Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski, Per Mertesacker und Mario Götze meldete sich auch Philipp Lahm ab. Der Kapitän laboriert an einer Schleimbeutelentzündung im rechten Knie. Daneben fiel auch der Dortmunder Sven Bender wegen einer Gesichtsverletzung aus.

So hatte der Bundestrainer erstmals den Mönchengladbacher Jungstar Marco Reus von Beginn an aufgeboten. Auf den Außenpositionen der Viererkette erhielten Jerome Boateng und Dennis Aogo eine Bewährungschance. Im Zentrum durfte sich neben dem gesetzten Holger Badstuber der Dortmunder Mats Hummels beweisen. Dreh- und Angelpunkt in der zumindest offensiv guten Anfangsphase war Mesut Özil. Über den Spielmacher von Real Madrid lief fast jeder Angriff. Aber auch Reus und Schürrle sorgten für Druck. Einziges Manko: Chancen konnte sich die DFB-Elf, die letztmals vor knapp 25 Jahren (12.8.1987/2:1 in Berlin) gegen Frankreich gewinnen konnte und nun die fünfte Niederlage bei einem Remis seitdem kassierte, erst einmal nicht erarbeiten.

Dämpfer zum richtigen Zeitpunkt

Bundestrainer Joachim Löw am Spielfeldrand (Foto: REUTERS)

Joachim Löw war nicht zufrieden

Nachdem die deutschen Fußballer in der Öffentlichkeit schon fasst zum sicheren Europameister 2012 gemacht wurden, kam diese Pleite im Test gegen Frankreich vielleicht zum richtigen Zeitpunkt. Mit der gezeigten Leistung konnte allerdings niemand zufrieden sein. "Wenn man ein Spiel verliert, ärgert man sich. Ich ärgere mich aber auch ein bisschen darüber, wie wir es verloren haben", sagte der sichtlich unzufriedene Bundestrainer Joachim Löw: "Im Laufe des Spiels war uns Frankreich spielerisch überlegen. Im zweiten Durchgang haben wir nicht mehr zu unserem Spiel gefunden. Deshalb war es verdient, dass Frankreich gewonnen hat."

"Es war ein bisschen undiszipliniert", räumte Thomas Müller ein. "Wir haben die Verteidigung schön alleine gelassen." Und Mats Hummels erklärte: "Die Balance hat nicht immer ganz gestimmt. Nach dem 0:1 und 0:2 haben wir viele Räume offen gelassen. Aber wenn alle da sind, haben wir eine überragende Mannschaft zusammen. Heute war das vielleicht noch nicht so eingespielt."

Oranje-Team gewinnt in Wembley

Robben trifft zum 3:2 gegen England. Foto: AP/dapd

Robben (4.v.r.) triftt in der Nachspielzeit zum 3:2

Licht und Schatten gab es für Deutschlands EM-Gruppengegner in ihren Testspielen. Das Team der Niederlande gewann im Wembleystadion in London gegen England mit 3:2 (0:0). Matchwinner war Arjen Robben vom FC Bayern München, der zweimal traf. Portugal, am 9. Juni EM-Auftaktgegner des DFB-Teams, kam in Warschau nicht über ein 0:0 bei EM-Gastgeber Polen hinaus. Dänemark unterlag in Kopenhagen gegen Russland mit 0:2 (0:2).

Für eine Überraschung sorgte das Team der USA. Die von Jürgen Klinsmann trainierte Mannschaft gewann in Genua gegen Italien mit 1:0.

Autor: Calle Kops
Redaktion: Andreas Sten-Ziemons