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Mecklenburgisch

Plattdeutsche Hörprobe

So klingt Platt! Dialektsprecher aus Mecklenburg lesen Gedichte des niederdeutschen Schriftstellers Fritz Reuter und erzählen mundartliche Witze. Für Menschen aus Süddeutschland gibt es hier eine Übersetzung dazu.

Klaus-Jürgen Schlettwein:
Lütt Jöking kümmt zu Mudding rin und sächt: "Du Mudding, weißt du, wat Tante Amalie mi sächt hät?" "Nee, wat hät se di denn sächt, mien lütt Schieting?" "Sie hät sächt ick sull biem Schlapen nich immer upn Rückn liegen." "Und warüm nich?" "Na, sie sächt, dann gahn mie do am Achterkopp die Hoar ut. – Du, Mudding, säch ma, hätt Opa immer koppstaan im Bett?"

Hochdeutsche Übersetzung:
Der kleine Junge kommt zu seiner Mutter und fragt: "Sag mal, weißt du was Tante Amalie mir gesagt hat?" "Nein, was hat sie denn gesagt, mein Kleiner?" "Sie hat gesagt, ich soll beim Schlafen nicht immer auf dem Rücken liegen." "Und warum nicht?" "Sie sagt, mir gehen dann am Hinterkopf die Haare aus – Du Mutti, hat Opa im Bett immer Kopf gestanden?"


Peter Wilke:
Wat is denn dat?
Dat is noch nix, dat waat ierst wat.
Wat waat denn dat?
Na, dat waat dat, wat dat eibn waat.
Wenn dat dat waat, wat dat eibn waat, wat waat denn dat, wat dat da waat?
Wat?
Na dat!
Wat dat?
Na dat wat da waat.
Wat waat dat, wat da wat waat?
Na dat, wat dat da waat, wenn dat waat, wat dat da waat.

Hochdeutsche Übersetzung
Was ist denn das?
Das ist noch nichts, das wird erst was.
Was wird denn das?
Na das wird das, was das eben wird.
Wenn das das wird, was das eben wird, was wird denn das, wenn das was wird?
Was?
Na das!
Was das?
Na das, was da wird.
Was wird da was?
Na das, was das da wird, wenn das wird, was das da wird.


Uwe Süssmilch (Plattdütsch):
Op’n Dörf un in der lütt Stadt do waad noch richtig schön Plattdütsch schnackt. Plattdütsch is ja kein Dialekt. Plattdütsch, dat is eine Sprak. Twor eine Minderheitensprak aver Plattdütsch het man tom Biespiel schön während der Hanse und in sämtlichen Stäädt, bit na Novgorod houch, na Russland, hät man früher Plattdütsch sproken. Dat wier’n bittn anners as dat hütt is.

Hochdeutsche Übersetzung:
Auf dem Dorf und in der Kleinstadt, da wird noch richtig schön Plattdeutsch gesprochen. Plattdeutsch ist ja kein Dialekt, Plattdeutsch, das ist eine Sprache. Zwar eine Minderheitensprache, aber Plattdeutsch hat man schon während der Hanse in sämtlichen Städten – bis nach Novgorod hoch, nach Russland – gesprochen. Das war ein bisschen anders, als das heute ist.


Uwe Süssmilch (Klopperie):
Joo, und denn gev dat ja manchmal jo auch ne Klopperie, de gev dat dann ouk: wenn dat Rivalitäiten zwischen verschiedene Dörper geiv, oder üm de Fruvens oder üm de Dierns; ouder wenn de Muskaten nich ordentlich späll däten. Denn röp einer in den Saal: „Häm de Muskaten hütt überhaupt schon Schacht kräng?“ Und dann krägn die erstmal Schacht, und denn häbn se aber ordentlich upspeelt.

Hochdeutsche Übersetzung:
Ja, und dann gab das ja manchmal auch eine Schlägerei, die gab es dann auch: wenn es Rivalitäten zwischen verschiedenen Dörfern gab, oder um die Frauen oder die Mädchen, oder wenn die Musiker nicht anständig gespielt haben. Dann rief einer in den Saal: "Haben die Musiker eigentlich heute schon Schläge gekriegt?" Und dann haben die erstmal Schläge gekriegt und dann haben sie aber ordentlich aufgespielt.


Uwe Süssmilch (nach Fritz Reuter):
Und wenn einer kümmt und tou mi sächt,
Ick mok dat allen Menschen recht,
Denn säch ick, ou leive Fründ mit Gunst,
Lierns mi doch diese schwere Kunst.

Hochdeutsche Übersetzung:
Und wenn einer kommt und zu mir sagt,
Ich mach das allen Menschen recht,
Dann sag ich, oh lieber Freund mit Gunst,
Lehre mich doch diese schwere Kunst.

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