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Sport

Platini will nicht mehr FIFA-Präsident werden

Der gesperrte Michel Platini zieht seine Kandidatur für die Präsidentschaft des Fußball-Weltverbandes FIFA zurück. Der Franzose hatte zuletzt noch unterstrichen, um seine Chance bei der Präsidenten-Wahl zu kämpfen.

"Mir fehlt einfach die Zeit, Wahlkampf zu betreiben, gegen andere Kandidaten anzutreten. Wie soll ich dann eine Wahl gewinnen?", sagte

Michel Platini

in einem am Freitag in der Sporttageszeitung "L'Equipe" erscheinenden Interview.

Der Franzose war wie FIFA-Präsident

Joseph Blatter

kurz vor Weihnachten von der Ethikkommission des Weltverbandes

für acht Jahre gesperrt

worden. Zum Verhängnis wurde dem einst so mächtigen Duo die dubiose Zahlung von 1,8 Millionen Euro, die Platini im Jahr 2011 von Blatter angeblich für Beratertätigkeiten in der Zeit von 1998 bis 2002 erhalten hatte. Die Ermittler vermuten Schmiergeld für Blatters Sieg bei der Präsidentschaftswahl im Sommer 2011. Die FIFA-Richter sahen keine rechtliche Grundlage für die Zahlung.

Das Ethik-Urteil sei "ein Schlag ins Gesicht" gewesen, sagte Platini danach und kündigte einen harten Kampf für seine Kandidatur bei der FIFA-Präsidentenwahl am 26. Februar an. "Ich werde gegen diese Ungerechtigkeit kämpfen - von Instanz zu Instanz. Ich wurde mit Joseph S. Blatter in einen Sack gesteckt", sagte der gesperrte Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und drohte mit dem Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS: "Da beginnt das Spiel erst richtig".

Michel Platini (r.) beugt sich bei einem FIFA-Kongress zu dem sitzenden Joseph Blatter (l.) (Foto: FABRICE COFFRINI/AFP/Getty Images)

Einst ein Team, jetzt beide gesperrt: FIFA-Präsident Joseph Blatter (l.) und UEFA-Boss Michel Platini

Weiter Unschuld beweisen

Für seine Unschuld will der 60-Jährige auch weiterhin kämpfen - auch vor dem CAS. "Mit diesem Rückzug widme ich mich nun ganz meiner Verteidigung", erklärte er in dem "L'Equipe"-Interview. Für sein Ziel, an die Spitze des Weltverbandes aufzusteigen, kommen diese Bemühungen aber zu spät.

Fünf Kandidaten wollen damit Nachfolger des Schweizers Blatter werden. Die FIFA-Wahlkommission hat Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa aus Bahrain, den Jordanier Prinz Ali bin Al Hussein, den Franzosen Jerome Champagne, UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino aus der Schweiz sowie den Südafrikaner Tokyo Sexwale zugelassen. Nachmeldungen sind theoretisch noch bis zum 26. Januar möglich.

Bei der UEFA warf nach Platinis-Sperre bisher Vizepräsident Michael van Praag seinen Hut in den Ring. Bevor er öffentlich kandidiere, müsse Platini jedoch alle juristischen Möglichkeiten gegen seine Achtjahressperre ausgeschöpft haben, sagte der niederländische Verbandsboss.

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