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Sport

Platini auf dem UEFA-Thron

Michel Platini ist neuer UEFA-Präsident. Bei der Wahl erhielt der Franzose 27 von 50 gültigen Stimmen und entthronte damit Amtsinhaber Lennart Johansson aus Schweden.

Der Sieger strahlt

Der Sieger strahlt

Der 51 Jahre alte Franzose setzte sich beim UEFA-Kongress am Freitag (26.1.) in Düsseldorf in der mit Spannung erwarteten Abstimmung knapp gegen den bisherigen Amtsinhaber Lennart Johansson,77, durch. Platini erhielt 27 Stimmen, für den Schweden Johansson votierten 23 UEFA-Delegierte. Zwei Stimmen waren ungültig.

Johansson Ehrenpräsident

Platini, der die französische Nationalmannschaft 1984 als Kapitän zum EM-Titel geführt hatte, wurde für vier Jahre gewählt. Johansson hatte die UEFA seit 1990 geleitet und ist der erste europäische Verbandschef, der nicht im Amt bestätigt wurde. Unmittelbar nach seiner Wahlniederlage wurde Johansson von den Kongress-Delegierten per Akklamation zum Ehrenpräsidenten der UEFA ernannt worden. Platini rief wie zuvor versprochen mit seiner ersten Amtshandlung als neuer UEFA-Chef die Delegierten dazu auf, den Schweden für seine Verdienste mit dieser Ehrung zu bedenken. Johansson nahm die Ernennung mit Tränen in den Augen an.

Der abgewählte Präsident Lennart Johansson, links, gratuliert Platini.

Der abgewählte Präsident Lennart Johansson, links, gratuliert Platini.

Platini rief die UEFA-Mitgliedsverbände nach der knappen Abstimmung zur Einheit auf. "Wir bleiben eins. Wir sind zusammen wie bisher", sagte der Franzose. Platini ist der zweite Franzose nach Jacques Georges an der Spitze der UEFA.

Erfolg für Blatter, Dämpfer für den DFB

Der Sieg Platinis ist auch ein Erfolg für FIFA-Präsident Joseph Blatter und ein Dämpfer für den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Blatter hatte noch am Vorabend des Kongresses bei seiner Begrüßungsrede für seinen Ziehsohn Platini geworben und mit dieser ungewöhnlichen Parteinahme für Unmut bei einigen Funktionären gesorgt. Der DFB und Franz Beckenbauer hatten sich eindeutig für Johansson ausgesprochen, aber stets betont, auch mit dem Franzosen konstruktiv zusammenarbeiten zu wollen.

Johansson und seine Herausforderer sind sich seit längerem in inniger Abneigung verbunden. Platini hatte in seinem aggressiven Wahlkampf besonders den kleineren Verbänden mehr Geld und Einfluss versprochen. Künftig sollen sie unter anderem leichteren Zugang zur Champions League bekommen. In seiner letzten Wahlkampfrede unmittelbar vor der Abstimmung vertrat er nochmals emotional sein Anliegen. "Fußball ist ein Sport, kein Markt", sagte er. Diesen "Schatz" wolle er bewahren. Der ehemalige Mittelfeldstar will häufiger am UEFA-Sitz in Nyon (Schweiz) anwesend sein als sein Vorgänger. (sams)

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