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Aktuell Afrika

Platin-Bergleute lehnen Angebot ab

Die ohnehin schwache Hoffnung auf einen Kompromiss hat sich zerschlagen. Die streikenden Bergleute Südafrikas weisen das Lohnangebot des Lonmin-Konzerns zurück. Eine weitere Eskalation steht bevor.

Das Metall Platin gilt als relativ weich und schmiedefähig. Die Arbeiter, die es in Südafrika mühevoll ans Tageslicht fördern, zeigen sich seit Wochen eher hart und wenig beeinflussbar: Die streikenden Bergleute beim Großunternehmen Lonmin lehnten das erste Angebot zu einer Lohnerhöhung als unzureichend und "beleidigend" ab.

Der Konflikt wird sich damit weiter zuspitzen, die Arbeitskämpfe noch ausgeweitet. "Am Montag wird in keiner Mine rund um Rustenburg gearbeitet", sagte Molefe Phele, ein Sprecher der Streikenden in Marikan.

Fronten verhärtet

Die Regierung drohte derweil an, hart gegen die bewaffneten Demonstranten und illegale Versammlungen vorzugehen. Die Unruhen könnten mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Stabilität Südafrikas nicht länger geduldet werden, sagte Justizminister Jeff Radebe. Finanzminister Pravin Gordhan warnte, dass die Auseinandersetzungen das Wachstum bremsen und das Vertrauen ausländischer Investoren in Südafrika erschüttern könnten.

Bei dem blutigen Streik, der sich von einer Platinmine bei Rustenburg auf weitere Gruben in der Umgebung ausgedehnt hatte, sind bereits 45 Menschen getötet worden. Am 16. August hatte die Polizei 34 Bergarbeiter erschossen.

Etwa 3.000 Kumpel beim Platinproduzenten Lonmin, einem der Weltmarktführer, streiken seit fünf Wochen. Sie fordern vor allem eine Verdreifachung ihres Lohns auf 12.500 Rand (umgerechnet knapp 1.200 Euro). Lonmin hatte vor allem eine Erhöhung um 900 auf dann 5.500 Rand (rund 500 Euro) angeboten.

SC/wl (epd, afp, dapd, rtr)