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Politik

Planspiele und "Hundegebell"

Der irakische Präsident hat sein Volk zum Widerstand im Fall eines von den USA angeführten Angriffes aufgerufen und gleichzeitig den UN-Waffenkontrolleuren Spionage vorgeworfen. Das Weiße Haus wies die Vorwürfe zurück.

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Verärgerung über die UN-Inspekteure

In einer Rede zum 82. Gründungstag der irakischen Armee warf Saddam Hussein den UN-Inspekteuren im Irak "reinste Spionagetätigkeit" vor, weil sie Geheimdienstinformationen sammelten. "Anstatt nach so genannten Massenvernichtungswaffen zu suchen", konzentrierten sie sich auf die Befragung irakischer Wissenschaftler und die Durchsuchung von Kasernen und Produktionsstätten für konventionelle Waffen, sagte der Präsident. Allerdings hatte Bagdad auch die vorhergehende UN-Waffenkontrollkommission UNSCOM der Spionage beschuldigt. 1998 mussten die UN-Experten das Land verlassen. Derzeit kontrollieren Waffeninspektoren der Vereinten Nationen wieder, ob das Land Massenvernichtungswaffen besitzt oder zu entwickeln versucht. Iraks Regierung bestreitet dies.

Bellende Hunde

Rede von US-Präsident Bush auf der APEC in Shanghai

Hundegebell?

In Washington erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, die wichtige Arbeit der internationalen Inspekteure müsse weitergehen. Die USA werfen Irak den Besitz von Massenvernichtungswaffen vor und haben gedroht, das Land gewaltsam zu entwaffnen, wenn Irak den UNO-Abrüstungsforderungen nicht nachkommt.

In seiner Fernsehansprache bezeichnete Hussein die Drohung der USA, Irak mit Gewalt zu entwaffnen, als "das Zischen von Schlangen und das Bellen von Hunden". Kriegsdrohungen der USA tat er als "Geschrei, Lärm und Hysterie" ab. "Wir sind hier auf alles vorbereitet", sagte er in der Fernsehansprache zum Tag der Armee.

Schwere Wortgeschütze

UN-Inspektoren setzen Arbeit fort

Nicht gerne gesehen: UN-Inspekteure

Der irakische Diktator fährt gegen die Waffeninspekteure der derzeitigen Mission UNMOVIC schwere Wortgeschütze auf. Der mutmaßliche Grund: Diese hatten am Wochenende ein Gebäude der irakischen Behörde durchsucht, die die Zusammenarbeit mit den Kontrolleuren regeln soll. Damit dürften die Kontrolleure den Unwillen der irakischen Führung auf sich gezogen haben.

Der britische Außenminister Jack Straw widersprach inzwischen dem Eindruck, ein Krieg gegen Irak sei eine beschlossene Sache. Er sei unwahrscheinlicher als viele glaubten. Der türkische Ministerpräsident Abdullah Gül warnte bei einem Besuch in Jordanien vor den katastrophalen politischen und wirtschaftlichen Folgen eines Irak-Kriegs für die gesamte Region.

Nachkriegsszenarien entworfen

Während die kriegskritischen Stimmen sich mehren, setzen die USA ihren Aufmarsch am Golf in unverminderter Intensität fort. Nach Informationen der USA Today sollen 10.000 Reservisten noch in dieser Woche "in Marsch gesetzt" werden. So berichtet zum Beispiel die "Washington Post": Die USA mobilisierten derzeit eine Streitmacht, die 100 000 Mann übersteigen könnte. Die Kommandeure von vier Divisionen sollten Ende Januar einen Irak-Krieg am Computer "durchspielen". Nach einem Bericht der "New York Times" entwirft die Bush-Regierung bereits jetzt konkrete Nachkriegsszenarien für den Irak. (am)

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